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Medizin

24. September 2020 Fortgeschrittenes kutanes Plattenepithelkarzinom: Immunonkologikum Cemiplimab erzielt deutlich verbesserte Response

Für die systemische Therapie des fortgeschrittenen kutanen Plattenepithelkarzinoms (cSCC) standen lange Zeit nur ungenügende Optionen zur Verfügung. Dies hat sich seit der vor gut einem Jahr zugelassenen Checkpoint-Inhibitor Therapie mit Cemiplimab (Libtayo®) erheblich verbessert. Auf einem virtuellen Satellitensymposium während des ADO 2020 erörterten CSCC-Experten die aktuelle Situation und stellten neue Daten zum PD-1-Inhibitor vom diesjährigen ASCO vor.
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Das cSCC ist nach dem Basalzellkarzinom der häufigste maligne Hauttumor. "Die Inzidenz ist steigend", betont Prof. Dr. Carola Berking, Erlangen. Neben der UV-Strahlungs-Exposition gilt eine Immunsuppression als besonderer Risikofaktor. Prognostisch für die Ausbildung von Metastasen, führt Berking weiter aus, ist die intiale Tumordicke. Überschreitet diese den Schwellenwert von 6 mm steigt die Wahrscheinlichkeit einer Metastasierung erheblich an (1). Und damit ist, gemäß der deutschen S3-Leitlinie die Definition eines High-risk-Tumors erfüllt, berichtet die Dermatologin. Dies gilt ebenso bei einem perineuralen Wachstum, einer Lokalisation an Unterlippe oder Ohr sowie bei einer Immunsuppression (2).

Therapeutisch stehen die Chirurgie und die Radiatio im Vordergrund, wobei letztere oftmals adjuvant einsetzbar ist. Ab einer lokal fortgeschrittenen Erkrankung, die nicht für eine kurative lokale Behandlung in Betracht kommt oder bei einer Fernmetastasierung ist i.d.R. eine systemische Therapie indiziert. Bisherige Therapien wie mit Cetuximab oder Chemotherapie, so Berking, hatten jedoch nur einen limitierten Erfolg.

Zunehmende Wirksamkeit bei Langzeitgabe

Der seit Juli 2019 von der EMA zugelassene PD-1-Inhibitor Cemiplimab konnte bereits in der zulassungsrelevanten Phase-II-Studie EMPOWER-CSCC-1 (3) überzeugende Resultate vorlegen, erläutert Prof. Dr. med. Axel Hauschild, Kiel. Die Follow-up Daten vom ASCO 2020 demonstrieren jedoch eine ermutigende Langzeiteffektivität. Dabei konnte nicht nur eine nachhaltige Effizienz festgestellt werden, sondern die Wirkung steigerte sich noch mit zunehmender Dauer der Therapie, führt Hauschild aus. So konnte in der Kohorte 1 der Studie (Metastasen, Dosis: 3mg/kg Q2W) der Anteil der Komplettremission (CR) von der ersten Bewertung (8 Wo) mit 6,8%, nach einem Follow-up von einem Jahr auf 16,9% und nach 2 Jahren auf 20,3% gesteigert werden.

Weitere Resultate: etwa jeder zweite Patient unter Cemiplimab hatte eine objektive Tumorrückbildung erreicht (ORR: 46,1%), die Krankheitskontrollrate lag bei 72,5%. Die mediane Ansprechdauer ist weiterhin nicht erreicht, was den anhaltenden Erfolg der Cemiplimab-Therapie eindrucksvoll zeige, so Hauschild. "Wir gehen von einer 2-Jahres-Überlebensrate von 73,3% aus." Das mediane progressionsfreie Überleben betrug zum Auswertungszeitpunkt 18,4 Monate (4). Die häufigsten schweren Nebenwirkungen (≥ Grad3) waren Hypertension (4,7%), Anämie und Cellulitis (je 4,1%).

Reimund Freye

Quelle: Virtuelles Satellitensymposium "Highlights der Immuntherapie – PD-1 Inhibition beim kutanen Plattenepithelkarzinom", 10. Sept.2020, im Rahmen des ADO 2020; Veranstalter: Sanofi Genzyme

Literatur:

(1) Brantsch KD et al., Lancet Oncol 2008; 9(8):713-20
(2) Leiter U et al., J Dtsch Dermatol Ges 2020; 18(4):400-13
(3) Migden MR et al., N Engl J Med 2018, 379(4): 341-51
(4) Rischin D et al., ASCO 2020, JCO 38(Suppl): 367a (Poster)


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