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Medizin

11. Januar 2018 Spezialistin für Immunonkologie verstärkt Leipziger Krebsmedizinische Expertise

Seit Mitte Dezember leitet Prof. Dr. Dr. Ulrike Köhl als neuberufene Professorin für Immunonkologie der Universität Leipzig und des Fraunhofer IZI das Institut für Klinische Immunologie am Universitätsklinikum Leipzig. Gleichzeitig übernimmt Köhl die Leitung des Leipziger Fraunhofer-Instituts für Zelltherapie und Immunologie. Die Forscherin mit Spezialisierung auf zelluläre Immuntherapien war bisher als Professorin an der Medizinischen Hochschule Hannover tätig.
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„Es gibt bereits sehr gute Erfolge für die Immunonkologie bei Kindern und jungen Erwachsenen mit einer bestimmten Leukämieart, der Akuten Lymphatischen Leukämie vom "B-Zell-Typ". Dies gelingt leider noch gar nicht oder sehr unzureichend bei Patienten mit soliden Tumoren. Allerdings wird weltweit intensiv daran gearbeitet, um diese Therapiemöglichkeit auch für verschiedene Krebserkrankungen einzusetzen. Darüber hinaus versuchen wir zusammen mit unseren Kooperationspartnern solche maßgeschneiderten Krebstherapien zu optimieren, zum Beispiel als Kombination aus einem Zellprodukt, gerichtet gegen die Krebszelle, und einem "Immuncheckpoint-Inhibitor" zur Immunmodulation, damit die Immunzelle die Krebszelle gezielt angreifen kann und nicht daran gehindert wird“, erklärt Prof. Ulrike Köhl.

Köhl forscht seit Jahren auf dem Gebiet der Zell- und Gentherapie, zuletzt an der Medizinischen Hochschule Hannover, wo sie seit 2012 das Institut für Zelltherapeutika leitete. Zuvor war die 54-jährige Biologin und Medizinerin in verschiedenen Positionen viele Jahre am Universitätsklinikum in Frankfurt am Main tätig. Ihr Schwerpunkt in der experimentellen Medizin und vor allem der Entwicklung von Immuntherapien führte sie zudem in die USA an das MD Anderson Cancer Center in Houston.

„Wir freuen uns sehr, dass Prof. Ulrike Köhl jetzt unser Team der Krebsexperten und Immunspezialisten mit ihrer Erfahrung und ihren innovativen Ansätzen zur Verbesserung der Therapien ergänzt“, so Prof. Wolfgang E. Fleig, Medizinischer Vorstand am Universitätsklinikum Leipzig. „Auf diese Weise werden wir unseren Krebspatienten noch frühzeitiger neueste Entwicklungen in der modernen Krebstherapie anbieten und so auch die Heilungschancen weiter verbessern können.“ '

Auch Prof. Beate Schücking, Rektorin der Universität Leipzig, sieht in der Neuberufung eine besondere Chance: „Durch die erneute Verbindung einer Universitätsprofessur mit der Leitung eines Fraunhofer-Instiuts in Personalunion erhoffen wir uns wichtige Impulse für beide Seiten“, so die Rektorin. „Gerade solche Verbindungen gehören zu den Stärken des Forschungsstandortes Leipzig mit seinem Fokus auf Lebenswissenschaften, den wir auf diesem Wege zu einem zukunftsträchtigen Bereich weiterentwickeln können.“

Ihre mit vielen Hoffnungen verbundenen Forschungen, die auch den Einsatz von Zell- und Gentherapien bei Transplantationen und in der regenerativen Medizin umfassen, will Prof. Köhl nun am Universitätsklinikum Leipzig fortsetzen und intensivieren. „Mit dem Wechsel nach Leipzig und der neuen Doppelfunktion ergeben sich für meine Arbeit hervorragende Bedingungen“, so Köhl. „Vor allem die Verbindung mit dem sehr gut aufgestellten universitären Krebszentrum (UCCL) unter Leitung von Prof. Florian Lordick bietet ein fantastisches Umfeld für die gemeinsame Arbeit an Krebstherapien.“ Durch die geplante Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen UKL und Fraunhofer-Institut an dieser Stelle können modernste Verfahren künftig sehr schnell in der Patientenbehandlung am UCCL eingesetzt werden.

Am Fraunhofer IZI beerbt Köhl den bisherigen Institutsleiter und Gründer des Instituts, Prof. Frank Emmrich. „Ich freue mich, das Institut in die Hände einer so erfahrenen und bestens vernetzten Kollegin übergeben zu können, die sich seit vielen Jahren erfolgreich mit der klinischen Entwicklung von Arzneimitteln für neuartige Therapien beschäftigt“, so Emmrich. Durch die räumliche und personelle Nähe zwischen universitärer und außeruniversitärer Forschung wird in Leipzig ein einzigartiges Zentrum zur Entwicklung, Herstellung und klinischer Prüfung von Zell- und Gentherapeutika etabliert. Köhl setzt dabei auf eine enge Vernetzung der umfangreichen Reinraumkapazitäten und der Kompetenzen in der präklinischen Entwicklung bei Fraunhofer mit den umfassenden klinischen Erfahrungen und Behandlungsmöglichkeiten des Universitätsklinikums, aber auch auf den Ausbau der Kooperationen mit vielen weiteren universitären und außeruniversitären Partnern.
Neben neuen Therapieansätzen sollen in der Zusammenarbeit zwischen Fraunhofer IZI und UKL zukünftig auch verstärkt neue Technologien zum Immunmonitoring, funktionale Assays und therapiebegleitende Diagnoseverfahren erforscht sowie automatisierte Herstellungsverfahren entwickelt werden.

Quelle: Universitätsklinikum Leipzig AöR


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