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Medizin

04. Dezember 2019 Solide Tumoren: Präzisionsonkologie gewinnt beim Lungenkarzinom und anderen Entitäten an Fahrt

Molekulare Marker werden für die Behandlung des Lungenkarzinoms immer bedeutsamer. Insbesondere beim nicht kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) sind onkogene Treiberalterationen bekannt, die eine molekular getriebene personalisierte Therapie ermöglichen. Zunehmend profitieren aber auch andere Tumorentitäten von einer modernen Präzisionsmedizin.
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Molekular getriebene personalisierte Therapien, die beispielsweise auf Treiberalterationen wie ALK oder ROS1 basieren, werden neben Krebsimmuntherapien für die Behandlung des fortgeschrittenen NSCLC immer bedeutsamer. So profitieren etwa ALK-positive Patienten von der sehr guten systemischen Wirksamkeit und ZNS-Gängigkeit des Erstlinien-Behandlungsstandards Alectinib (Alecensa®) mit einem medianen progressionsfreien Überleben (PFS) von 34,8 Monaten (1).

Auch für den Wirkstoff Entrectinib, der sich in fortgeschrittener klinischer Entwicklung befindet, konnte eine hohe systemische und intrakranielle Wirksamkeit für Patienten mit ROS1- und NTRK-Fusions-positivem NSCLC nachgewiesen werden – und darüber hinaus indikationsübergreifend auch für weitere NTRK-Fusions-positive solide Tumoren (2-4). Eine aktualisierte integrierte Analyse zulassungsrelevanter Studien belegt, dass insgesamt 79,2% der Patienten mit ROS1-Fusions-positivem NSCLC auf den selektiven Tyrosinkinase- bzw. Tropomyosinrezeptorkinase-Inhibitor ansprachen mit 9,4% kompletten Remissionen (CR). Im bisherigen Follow-Up (Datenschnitt 30. Oktober 2018) zeigt sich, dass die Patienten auch längerfristig von einer Therapie mit Entrectinib profitieren können. Sie erreichten – unabhängig vom ZNS-Status – ein progressionsfreies Überleben (PFS) von 19,0 Monaten [2]. Die integrierte Analyse ergab zudem, dass Patienten mit NTRK-Fusions-positivem NSCLC unter Entrectinib eine objektive Ansprechrate (ORR) von 70,0% erreichten – davon 10% sogar eine CR [2]. Den Daten zufolge können auch ROS1-Fusions-positive NSCLC-Patienten mit ZNS-Metastasen (43,5% der Gesamtpopulation) von Entrectinib profitieren: 73,9% der Patienten sprachen auf die Behandlung an.

In den Studien zu Entrectinib wurden neben NSCLC-Patienten auch Patienten mit anderen NTRK-Fusions-positiven soliden Tumoren untersucht. Auch bei ihnen konnte eine gute Wirksamkeit gegenüber dem jeweiligen Primärtumor und ZNS-Metastasen beobachtet werden (3).
 

Dr. Claudia Schöllmann

Quelle: Lunchsymposium „Perspektiven in der Onkologie“ im Rahmen des AIO-Herbstkongresses am 22. November 2019 in Berlin, veranstaltet von Roche

Literatur:

(1) Mok T et al., Poster 1484PD, ESMO 2019
(2) De Braud F et al., Poster 1488PD ESMO 2019
(3) Rolfo C et al., Poster 476P, ESMO 2019
(4) Doebele R et al., J Thorac Oncol 2018; 13(19): S321-22


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