Sonntag, 29. November 2020
Navigation öffnen
Anzeige:
Imnovid
Imnovid
 
Medizin

04. März 2020 Seltene lysosomale Speichererkrankungen: Diagnostik Morbus Gaucher

Bei Patienten mit einer anderweitig nicht zu erklärenden Milzvergrößerung sollte nach Ausschluss hämatologischer Neoplasien auch seltene Erkrankungen wie M. Gaucher in die differentialdiagnostischen Erwägungen einbezogen werden. Die lysosomale Speicherkrankheit lässt sich durch einen einfachen Bluttest nachweisen und spezifisch behandeln.
Anzeige:
Tecentriq
Tecentriq
 
Der lysosomalen Speicherkrankheit M. Gaucher liegt ein genetisch bedingter Mangel an dem Enzym β-Glukozerebrosidase zugrunde. Die nicht abgebauten Glukozerebroside reichern sich in den Lysosomen von Makrophagen an. Leitsymptom ist die Splenomegalie, oft begleitet von einer Hepatomegalie, Thrombozytopenie und Knochenschmerzen, berichtete Prof. Dr. Martin Bommer, Göppingen. Unbehandelt verläuft die seltene Stoffwechselerkrankung chronisch progredient. Zudem haben die Patienten ein erhöhtes Risiko für hämatologische Malignome, wie Lymphome und Myelome, sowie für Gammopathien (1, 2).

Enzymaktivität-Bestimmung der β-Glukozerebrosidase durch Trockenbluttest

Da M. Gaucher sowohl durch eine intravenöse Enzymersatztherapie (EET) als auch durch eine orale Substratreduktionstherapie (SRT) spezifisch behandelbar ist und die klinischen Manifestationen gelindert werden können, ist eine frühe und konsequente Abklärung wichtig, so Bommer. Mithilfe eines einfachen, kostenfreien Trockenbluttests kann die Enzymaktivität der β-Glukozerebrosidase bestimmt und die Diagnose gesichert werden. Eine Knochenmarksbiopsie ist heute nicht mehr erforderlich und kann sogar zu falsch negativen Diagnosen führen, da nicht immer Gaucher-Zellen im Biopsat nachweisbar sind.

SRT: langfristige Verbesserungen

Die orale SRT mit Eliglustat (Cerdelga®) verringert die Neubildung der Glukozerebroside. Langzeitdaten aus der offenen Verlängerung der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie ENGAGE bei therapienaiven erwachsenen Patienten mit M. Gaucher Typ I zeigen, dass die Milz- und Lebergröße nach 4,5 Jahren um durchschnittlich 67% bzw. 27% abnahmen; gleichzeitig stiegen die Thrombozytenzahlen um 87%, der Hämoglobin (Hb)-Wert um 1,4 g/dl und die lumbale Knochendichte um 21% (3). Langzeitdaten aus der Verlängerungsphase einer Phase-II-Studie bei therapienaiven Gaucher-Patienten bestätigen eine bis zu 8 Jahren anhaltende Stabilisierung der relevanten viszeralen, hämatologischen und ossären Parameter. Das Milzvolumen nahm unter der SRT um 69% im Vergleich zum Ausgangswert ab; die Lebergröße verringerte sich um 34%. Der Hb-Wert verbesserte sich um 2,2 g/dl und die Thrombozytenzahlen um 113% (4). Es lohnt sich also, Patienten mit unklarer Splenomegalie konsequent zu testen, um einen M. Gaucher so früh wie möglich erkennen und behandeln zu können.

Abdol A. Ameri

Quelle: Sanofi-Genzyme

Literatur:

(1) Arends M et al. Br J Haematol 2013; 161: 832-842.
(2) De Fost M et al. Ann Hematol 2008; 87: 439-449.
(3) Mistry PK et al. Mol Genet Metab 2017; 120: S97-98.
(4) Lukina E et al. Am J Hematol 2019; 94: 29-38.


Anzeige:
Infothek Sekundäre Immundefekte

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Seltene lysosomale Speichererkrankungen: Diagnostik Morbus Gaucher"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ESMO Virtual Congress 2020
  • Fortgeschrittenes Melanom nach Versagen einer PD-(L)1-Inhibition: Vielversprechende Antitumoraktivität mit Pembrolizumab + Lenvatinib
  • Pembrolizumab + Lenvatinib: Vielversprechende Ansprechraten bei vorbehandelten fortgeschrittenen Tumoren
  • HNSCC: Pembrolizumab als Monotherapie und als Partner einer Platin-basierten Chemotherapie erfolgreich in der Erstlinie
  • Ösophaguskarzinom: Relevante OS- und PFS-Verlängerung durch Pembrolizumab + Chemotherapie in der Erstlinie
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-024-Studie bestätigen deutliche Überlegenheit für Pembrolizumab mono vs. Chemotherapie beim NSCLC mit hoher PD-L1-Expression
  • Neuer Anti-ILT4-Antikörper zeigt in Kombination mit Pembrolizumab erste vielversprechende Ergebnisse bei fortgeschrittenen Tumoren
  • Adjuvante Therapie mit Pembrolizumab verlängert auch das fernmetastasenfreie Überleben bei komplett resezierten Hochrisiko-Melanomen im Stadium III
  • HIF-2α-Inhibitor MK-6482 beim Von-Hippel-Lindau-Syndrom: Vielversprechende Wirksamkeit auch bei Nicht-RCC-Läsionen
  • Neuer Checkpoint-Inhibitor: Vielversprechende erste Studiendaten für Anti-TIGIT-Antikörper Vibostolimab in Kombination mit Pembrolizumab