Dienstag, 27. Juli 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Lenvima
Lenvima
 
Medizin
08. Februar 2021

Sekundärer Immundefekt: IgG-Substitution jetzt auch zu Hause durchführbar

Immer wiederkehrende, schwer verlaufende Infekte auch mit ungewöhnlichen Erregern können auf einen sekundären Immundefekt hindeuten. Dieser sollte behoben werden, nicht nur, um die Infekte besser in den Griff zu bekommen. Mit einer subkutanen, Hyaluronidase-unterstützten Immunglobulin (IgG)-Substitution können Patienten die Therapie auch selbst zu Hause durchführen.  
Anzeige:
Keytruda Head&Neck
Keytruda Head&Neck
Hämatologische/onkologische Patienten entwickeln häufig, meist bedingt durch die Grunderkrankung oder in Folge immunsuppressiv wirkender Therapien eine sekundäre Immundefizienz. Zu den Erkrankungen, die vermehrt mit diesem Mangel einhergehen können, zählte Prof. Dr. med. Hartmut Link, Kaiserslautern, die chronisch lymphatische Leukämie (CLL), maligne Lymphome oder das Multiple Myelom (MM). In der langen Liste der Therapien finden sich die Kortikosteroide, Alkylanzien oder B-Zell gerichtete Therapien wie Rituximab. In einer eigenen Studie untersuchte Link Diagnose und Behandlung sekundärer Immundefekte bei Patienten mit CLL und MM im klinischen Alltag in Deutschland. Im Ergebnis erhielten 23,5% der Patienten mit CLL und 14,4% mit MM eine Immunglobulinsubstitution. Wird diese leitliniengemäß durchgeführt, so Link, dann verringert dies das Infektionsrisiko signifikant.

Den Effekt einer intravenösen IgG Substitutionstherapie auf Gesundheit und Lebensqualität bei einem symptomatischen IgG-Mangel untersuchte Prof. Dr. med. Rudolf Weide, Koblenz. Diese Studie wurde mittels Interviews durchgeführt, ergänzt durch medizinische Behandlungsdaten und Einschätzungen der behandelnden Onkologen. Der symptomatische Mangel vor der ersten Behandlung bestand in einem mittleren IgG-Wert von 500 mg/dl. Dieser Wert verbesserte sich über die Zeit auf über 700 mg/dl und erreichte damit das untere Ende des Normalbereichs. Für die Patienten hatte dies zur Folge, dass Infektionen kontinuierlich abnahmen und sich die Lebensqualität verbesserte.

Das Immunglobulin-Präparat HyQvia® ist zugelassen zur Substitutionstherapie bei Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen zur Behandlung eines primären Immundefekts als auch zur Behandlung sekundärer Immundefekte. Durch die subkutane Anwendung können Patienten die Behandlung auch zu Hause selbst durchführen und damit unter anderem Zeit sparen. Voraussetzung ist eine ausführliche Schulung zum Umgang mit der Infusionspumpe und der Nadelanlage und die Fähigkeit, Nebenwirkungen zu erkennen und darauf zu reagieren. 

Martin Bischoff

Quelle: Online-Pressekonferenz „Therapie-bedingter Antikörpermangel im Praxisalltag: Aktuelle Entwicklungen…“, 20.01.2021; Veranstalter: Takeda


Das könnte Sie auch interessieren

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Sekundärer Immundefekt: IgG-Substitution jetzt auch zu Hause durchführbar"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EHA 2021
  • SCD: Häufigere und längere VOC-bedingte Krankenhausaufenthalte nach Vorgeschichte von VOC-Hospitalisierungen – Ergebnisse einer Beobachtungsstudie
  • Real-World-Daten des ERNEST-Registers untermauern Überlebensvorteil unter Ruxolitinib bei primärer und sekundärer Myelofibrose
  • I-WISh-Studie: Ärzte sehen TPO-RAs als beste Option, um anhaltende Remissionen bei ITP-Patienten zu erzielen
  • Phase-III-Studie REACH2 bei steroidrefraktärer akuter GvHD: Hohes Ansprechen auf Ruxolitinib auch nach Crossover
  • SCD: Neues digitales Schmerztagebuch zur tagesaktuellen Erfassung von VOCs wird in Beobachtungsstudie geprüft
  • Französische Real-World-Studie: Eltrombopag meist frühzeitig nach ITP-Diagnose im Rahmen eines Off-label-Use eingesetzt
  • Fortgeschrittene systemische Mastozytose: Französische Real-World-Studie bestätigt klinische Studiendaten zur Wirksamkeit von Midostaurin
  • CML-Management weitgehend leitliniengerecht, aber verbesserungsfähig – Ergebnisse einer Querschnittsbefragung bei britischen Hämatologen
  • Britische Real-World-Studie: Kardiovaskuläres Risikomanagement bei MPN-Patienten in der Primärversorgung nicht optimal
  • Myelofibrose: Früher Einsatz von Ruxolitinib unabhängig vom Ausmaß der Knochenmarkfibrose