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Medizin

31. Januar 2018 Seit 10 Jahren gemeinsam gegen Krebs: Tumorkonferenzen an Düsseldorfer Uniklinik

Rund 2.500 Patienten mit bösartigen Krebserkrankungen werden jedes Jahr in den Tumorkonferenzen am Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) besprochen. Bereits seit 10 Jahren kommen am größten Düsseldorfer Krankenhaus wöchentlich Mediziner aus verschiedenen Fachrichtungen zusammen, um gemeinsam individuelle Therapieempfehlungen für die Patienten zu erarbeiten.
13 solcher Tumorkonferenzen gibt es am UKD – 12 davon spezialisiert auf einzelne Krebsarten, wie Brustkrebs, Hautkrebs oder Kopf-Hals-Tumoren, und eine weitere Konferenz für Patienten, deren Krebserkrankung schwer zuzuordnen oder besonders kompliziert ist. Von der Bündelung der Kompetenzen profitiert vor allem der Patient: Tumorkonferenz-Patienten bekommen häufig die modernsten Therapien, zum Teil im Rahmen von klinischen Studien. Außerdem kann durch zügiges, interdisziplinäres Diskutieren und Berücksichtigen aller Krankheitsaspekte schneller mit einer wirksamen Therapie begonnen werden.

Tumorkonferenzen: Alle zusammen statt jeder für sich alleine

Viele Patienten am Düsseldorfer Universitätsklinikum haben schwere Krebserkrankungen und benötigen eine sogenannte multimodale Therapie: Bei ihnen müssen verschiedene Verfahren der Krebsbehandlung – Operation, Bestrahlung, Chemotherapie oder Immuntherapie – angewendet werden. Durchgeführt werden die Verfahren in den verschiedenen Kliniken und Abteilungen auf dem UKD-Gelände. „Ein gut begründetes, individuell ausgerichtetes und konsequent umgesetztes Therapiekonzept ist wichtig für den Erfolg einer Krebsbehandlung“, sagt Prof. Dr. Norbert Gattermann, Geschäftsführender Leiter des Universitätstumorzentrums (UTZ) am UKD. Die zeitliche Abfolge der unterschiedlichen Verfahren muss daher genau koordiniert sein.

Zur Mindestbesetzung einer Tumorkonferenz gehören internistische Onkologen, Strahlenkliniker, Chirurgen, Radiologen und Pathologen. Darüber hinaus kann die Zusammensetzung der Tumorkonferenz je nach Erkrankung des Patienten variieren. Wenn beispielsweise zu klären ist, ob eine Tumorabsiedlung am Knochen operativ beseitigt werden kann, ist ein chirurgisch tätiger Experte aus der Orthopädie mit dabei. „Regelmäßig leisten auch die Ärzte der Palliativmedizin einen wichtigen Beitrag, wenn es um die möglichst wirkungsvolle Linderung von Krankheitssymptomen geht“, erklärt Professor Gattermann.

Direkte Diskussion ersetzt zeitaufwändige Abstimmungsgespräche

In den Tumorkonferenzen stellt einer der behandelnden Mediziner die aktuelle Situation des Patienten vor, erläutert die Krankengeschichte und fasst die bisherigen Befunde zusammen. Der Radiologe erklärt die Bilder der Computertomographie (CT), Kernspintomographie (MRT) oder Positronenemissionstomographie (PET). Der Pathologe steuert wichtige Informationen zu den molekularen Eigenschaften des Tumors bei. Der onkologisch erfahrene Chirurg hilft bei der Beurteilung, ob eine Operation technisch durchführbar und im onkologischen Gesamtkonzept sinnvoll ist. Die Einsatzmöglichkeiten moderner Strahlentherapie werden vom Radioonkologen eingeschätzt, und der internistische Onkologe bringt sein Spezialwissen zur Chemotherapie, Immuntherapie und molekular zielgerichteten Therapie ein.

„Statt mehrere separate, zeitaufwändige Abstimmungsgespräche zwischen den einzelnen Fachdisziplinen zu führen, können wir in der interdisziplinären Tumorkonferenz viel effizienter über den Fall diskutieren. Wir bündeln unser Fachwissen und betrachten die medizinischen Befunde aus verschiedenen Blickwinkeln. Falls unterschiedliche Einschätzungen vorliegen, können diese direkt verhandelt und auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden“, erklärt Norbert Gattermann den Ablauf der wöchentlichen Tumorkonferenzen. „Der Beschluss der Tumorkonferenz wird elektronisch im Krankenhausinformationssystem dokumentiert und ist allen Ärzten zugänglich, die an der Behandlung des Patienten beteiligt sind“.

Ein weiterer nützlicher Aspekt der Tumorkonferenzen betrifft die Ausbildung. Die Tumorkonferenzen stehen nicht nur den Spezialisten, sondern auch den Assistenzärzten und anderen Auszubildenden in medizinischen Berufen offen. „Dies trägt am Standort dazu bei, das Fachwissen zur Krebsbehandlung auf ein hohes Niveau zu bringen“, fasst Gattermann zusammen.

Quelle: Universitätsklinikum Düsseldorf


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