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Medizin
27. März 2017

Schonende Tumorbehandlung

Forscher haben ein neues Verfahren entwickelt, die Protonen-Minibeam-Therapie, bei der die Protonenstrahlen in kleinen Kanälen appliziert werden, deren Durchmesser deutlich kleiner als ein Millimeter ist. Zwischen den Kanälen bleibt das gesunde Gewebe von Strahlung verschont. Dadurch ist das gesunde Gewebe in der Lage, mit hoher Effizienz die geschädigten Zellen zu ersetzen, so dass die Nebenwirkungen nochmals deutlich reduziert werden. Die Kanäle weiten mit der Tiefe im Gewebe auf, so dass eine gleichmäßige Bestrahlung des Tumorgewebes, die wichtige Voraussetzung für die Auslöschung des Tumors, weiterhin gewährleistet bleibt.
Prof. Günther Dollinger hat als gelernter Physiker zusammen mit seinen Mitarbeitern eine einmalige Bestrahlungseinrichtung am Maier-Leibnitz-Laboratorium in Garching, einer gemeinsamen Einrichtung der TU München und der LMU München, aufgebaut, mit der die neuartige Protonen-Minibeam-Therapie experimentell untersucht wird. Die Dimensionen der Anlage selbst sind gewaltig. In einem sogenannten Tandembeschleuniger mit einer Länge von rund 15 m und einer Höhe von 5 m werden die Protonen beschleunigt. In einem Vakuumrohr aus Edelstahl werden sie weitertransportiert, dabei auch mit einem riesigen Magneten um 90 Grad umgelenkt. Dann sind die Ionen noch weitere 30 m zum Protonenmikroskop unterwegs, wo die Protonen-Minibeam-Bestrahlungen durchgeführt werden können.

Mit Versuchen an Ohren lebender Mäuse konnte nachgewiesen werden, dass die Protonen-Minibeam-Bestrahlungen für gesundes Gewebe keine sichtbare Schädigung nach sich zieht. Mit seinen bisherigen technischen Möglichkeiten kann Prof. Dollinger mit dem Protonenstrahl maximal 4 mm in Zellgewebe eindringen, zu wenig, um damit alle Aspekte der neuartigen Protonen-Minibeam-Therapie ausloten zu können. Mit der Anschaffung eines Nachbeschleunigers möchte der Physiker die Eindringtiefe auf 4 cm steigern, so dass dann erstmalig die Bestrahlungsvorgänge in präklinischen Experimenten getestet werden könnten.

Quelle: Universität der Bundeswehr München


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