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Medizin

06. Mai 2020 SCCHN: Nivolumab nach Versagen einer Platin-basierten RCT

"Im metastasierten Setting von Kopf-Hals-Tumoren gab es vor der Checkpoint-Inhibition nur negative Phase-III-Studien. Mit dem PD-1-Inhibitor Nivolumab sieht man nun eine Verbesserung des Überlebens nach Platin-Versagen", sagte Prof. Victor Grünwald, Essen. Mit Nivolumab konnte in der Studie CheckMate 141 (n=240) (1) bei Patienten mit fortgeschrittenem plattenepithelialen Kopf-Hals-Tumor (SCCHN) mehr als ein doppelt so langes 2-Jahres-Gesamtüberleben (OS) gegenüber einer Vergleichstherapie (Monotherapie mit Methotrexat, Docetaxel oder Cetuximab) erreicht werden, unabhängig vom PD-L1-Status (2). Damit wurde auch die Lebensqualität, der zweite Endpunkt der Studie, verbessert. "Nivolumab kann direkt nach Versagen einer Platin-basierten Radiochemotherapie (RCT) eingesetzt werden", so Grünwald.
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Real-world-Studie HANNA

Die prospektive, multizentrische, nicht interventionelle Studie HANNA (n=304) untersucht die Effektivität und Sicherheit von Nivolumab beim SCCHN im klinischen Alltag (3). In der Real-world-Studie sind auch Patienten mit ZNS-Metastasen, Ältere und solche mit einem schlechteren ECOG-Performance-Status (≥ 2) sowie Platin-sensitive Patienten eingeschlossen. Das 6-Monats-OS in der ersten Analyse der Studie betrug 67% (95%-KI: 0,59-0,75). In der Zulassungsstudie CheckMate 141 lag dieses bei 55,6% (95%-KI: 48,9-61,8) (4). "Die Wirksamkeit zeigte sich auch in der Subgruppe mit ZNS-Metastasen, was ein wichtiges Signal ist", sagte Grünwald.

Auch im "Real-world-Alltag" zeigte sich nach dem minimalen Follow-up von 6 Monaten unter Nivolumab eine Stabilisierung der Lebensqualität (4). "Dies ist ein wichtiger Aspekt, da Schlucken, Essen und Trinken sowie ungehindertes Atmen bei diesen Patienten besonders wichtige Lebensqualitätsparameter sind", schloss er. "Von der Monotherapie wird nun der Weg zur Kombinationstherapie beschritten, auch wenn dies bei Kopf-Hals-Tumoren noch in einem experimentellen Stadium ist", so sein Ausblick. EIne duale immunonkologische Therapie z.B. könne das Ansprechen weiter verbessern.

ab

Quelle: Symposium "Duale Checkpoint-Inhibition: Eine neue Säule in der Behandlung von Lungen- und Kopf-Hals-Tumoren?", DKK, 20.2.2020; Veranstalter: Bristol-Myers Squibb

Literatur:

(1) https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT02105636
(2) Ferris RL et al. Oral Oncol 2018;81:45-51
(3) Welslau M et al. Oncol Res Treat 2018;-41(suppl 4):P935
(4) Dietz A et al. Laryngo-Rhino-Otologie 2019;98(S02):47-47


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