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Medizin
18. Januar 2021

SABCS 2020: Aktualisierte Daten der DESTINY-Breast01 zeigen hohe Wirksamkeit von Trastuzumab Deruxtecan und ein langes Therapieansprechen

Das neue Antikörper-Wirkstoff-Konjugat Trastuzumab Deruxtecan (T-DXd) kann die Therapiesequenz beim HER2-positiven (HER2+) Brustkrebs verändern. Nach den aktualisierten Daten der DESTINY-Breast01 Studie (1), die in einer „Spotlight Poster Discussion“ auf dem San Antonio Breast Cancer Symposium (SABCS) 2020 präsentiert wurden, erreichten stark vorbehandelte Patientinnen mit metastasiertem HER2+ Brustkrebs ein medianes progressionsfreies Überleben (mPFS) von 19,4 Monaten und damit deutlich mehr als mit bisher verfügbaren Drittlinien-Optionen erzielt wird.
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T-DXd ist hoch aktiv, auch bei Patientinnen mit Hirnmetastasen und hat außerdem das Potential das Überleben von Patientinnen mit niedriger HER2-Expression zu verbessern. Eine Besonderheit von T-DXd ist der sog. Bystander-Effekt, der sich bei der intratumoralen Heterogenität als vorteilhaft erweisen könnte.

Etwa 10% der Patientinnen mit Brustkrebs haben zum Zeitpunkt der Diagnose eine metastasierte Erkrankung und viele Frauen, die initial in früheren Stadien diagnostiziert wurden, entwickeln später Metastasen (2, 3). Das Überleben von Patientinnen mit fortgeschrittenem HER2+ Brustkrebs konnte in den letzten Jahren dank effektiver Anti-HER2-Therapien signifikant verlängert werden, sagte Prof. Dr. Pierfranco Conte aus Padua, Italien. Da diese Therapien zunehmend auch im adjuvanten Setting eingesetzt werden, ist der Bedarf an neuen gegen HER2 gerichtete Therapien hoch. Etwa 15% der Brustkrebs-Patientinnen haben einen HER2+ Tumor, weitere 45-55% sind „HER2-low“ (IHC 1+ oder 2+ ISH not amplified) (4, 5), die Conte zufolge, von einer noch spezifischeren anti-HER2-Therapie profitieren könnten. Das neue Antikörper-Wirkstoff-Konjugat T-DXd, das in den USA bereits in der 3. Therapielinie bei HER2+ Brustkrebs zugelassen ist, könnte diese Erwartungen erfüllen. Laut Update der DESTINY-Breast01 Studie erreichten Patientinnen, die mit mind. 2 Anti-HER2+ Therapien vorbehandelt waren, mit T-DXd ein mPFS von 19,4 Monaten. Das ist deutlich mehr als mit bisher verfügbaren Drittlinienoptionen wie z.B. Lapatinib + Capecitabin, Trastuzumab + Chemotherapie, Trastuzumab + Lapatinib beim HER2+ Brustkrebs erreicht wird. T-DXd scheint auch bei Patientinnen mit „HER2 low“ Brustkrebs effektiv zu sein. Zu dieser Gruppe zählen etwa 60% aller Brustkrebspatientinnen, betonte Conte. In einer Phase-Ib-Studie erzielten Patientinnen mit fortgeschrittenem/metastasiertem Brustkrebs mit niedriger HER2-Expression, die gegen Standardtherapien refraktär waren, mit T-DXd eine Krankheitskontrollrate (DCR) von 87% bei einer Ansprechdauer von 10,4 Monaten (6).

In einer vorherigen Auswertung der Sudie nach 11,1 Monaten Follow-up lag die ORR bei 60,9% bei einer medianen DOR von 14,8 und einem PFS von 16,4 Monaten. Prof. Dr. Fabrice André aus Villejuif, Frankreich, wies ausdrücklich darauf hin, dass fast alle Patienten eine Tumorregression hatten und 12 der intensiv vorbehandelten und progredienten Patientinnen sogar eine komplette Remission (CR) erzielten. 74% der Patientinnen waren nach 18 Monaten noch am Leben.

Insgesamt kam es bei 52,7% der Patientinnen zu einem therapiebezogenem unerwünschten Ereignis Grad 3 oder höher. Fast alle Fälle von interstitieller Lungenerkrankung (ILD) oder Pneumonitis traten innerhalb der ersten zwölf Monate der Behandlung auf und legen nahe, dass es in Bezug auf die Entwicklung einer ILD und Pneumonitis keine Hinweise auf eine kumulative Toxizität bei längerer Anwendungsdauer gibt.

Dr. rer. nat. Anita Schweiger

Quelle: Virtuelle Pressekonferenz "Improving Outcomes in HER2 Positive Breast Cancer Treatment", SABCS 2020,14.12.2020. Veranstalter: Daiichi Sankyo und AstraZeneca

Literatur:

(1) Modi S et al. Updated Results From DESTINY-Breast01. PD3-06. Presented at SABCS 2020
(2) O´Shaughnessy J Oncologist 2005;10:20-29
SEER 18 2010-2016
(3) Tarantino P et al. J Clin Oncol. 2020:10;38(17):1951-1962
(4) Tarantino P et a. Presented at ESMO Breast 2020 P51P
(5) Modi S et al. J Clin Oncol. 2020;38(17):1887-1896


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