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Medizin
16. Dezember 2013

SABCS 2013: Genexpressionstest EPclin liefert die meiste prognostische Information

Welcher Genexpressionstest für Brustkrebspatientinnen bietet die meiste zusätzliche Prognoseinformation? Dieser Frage ist die spanische GEICAM-Studiengruppe in einem Vergleich zwischen EndoPredict (EP) - einem standardisierten Testverfahren für die Pathologie - und forschungsbasierten Varianten des PAM50-Tests nachgegangen. Das Ergebnis: Der EPclin liefert mehr zusätzliche Information über die Prognose als der analysierte PAM50-Test. Der Grund hierfür ist wahrscheinlich, dass der EPclin standardmäßig auch den Nodalstatus der Patientinnen berücksichtigt. Nun wurden die Ergebnisse im Rahmen der San Antonio Breast Cancer Conference vorgestellt.

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Für eine gesicherte Prognosebestimmung bei Brustkrebs können mittlerweile verschiedene Genexpressionstests eingesetzt werden. EndoPredict und PAM50 (Prosigna) sind Multigen-Tests der zweiten Generation. Eingesetzt werden die Tests, um anhand der Prognose entscheiden zu können, ob eine Patientin eine Chemotherapie benötigt oder nicht. Im Vergleich zu älteren Vorläufern erfasst diese aktuelle Testgeneration auch die Wahrscheinlichkeit einer späten Metastasierung nach mehr als fünf Jahren und kann so auch bei der Frage nach einer erweiterten Antihormontherapie herangezogen werden.
 
Im Rahmen der GEICAM/9906-Substudie wurden die molekularen Scores gemessen und die mit klinischen Daten kombinierten Hybridwerte (PAM50 mit Tumorgröße, EP mit Tumorgröße und Nodalstatus) ermittelt. Die Scores waren allesamt prognostisch aussagekräftig, mit allen Signaturen konnte eine Niedrigrisikogruppe mit sehr wenigen Rückfällen in mehr als zehn Jahren nach der Diagnose ermittelt werden.
 
"Die Low Risk-Gruppe wurde jeweils mit den Hybridscores EPclin und ROR-PT bestimmt. Patientinnen mit einem niedrigen Risiko nach ROR-PT entwickelten in 8% der Fälle innerhalb von zehn Jahren Metastasen, während es in der Niedrigrisikogruppe nach EPclin zu überhaupt keinen Rückfällen kam", erläutert Prof. Dr. Miguel Martin, Vorsitzender der GEICAM-Studiengruppe.
 
Ein direkter Vergleich zeigte, dass alle Signaturen zusätzliche prognostische Information zu den gängigen klinischen Parametern liefern. Doch nur der EPclin liefert zusätzliche Informationen im Vergleich mit den anderen Scores.
 
"Der Grund für die überlegene Leistung des EPclin im Vergleich zum forschungsbasierten PAM50 könnte die Einbeziehung des Nodalstatus der Patientin sein. Somit kann die prognostische Aussage von Gensignaturen durch die Integration klinischer Risikofaktoren noch verbessert werden", meint Prof. Martin. Verglichen wurden die beiden Verfahren anhand von 536 Tumorproben (alle ER+/HER2-, nodal-positiv). Alle Patientinnen wurden mit einer Chemotherapie und anschließender antihormoneller Therapie behandelt.
 
Gemessen wurden im Einzelnen der EndoPredict (EP) Score und zwei Versionen des PAM50 (der Subtyp-basierte ROR-S und der zusätzlich Proliferations-basierte ROR-P). Zudem wurden die benötigten klinischen Informationen ergänzt zum: a) ROR-T Score (ROR-S  und Tumorgröße), b) ROR-PT Score (ROR-P und Tumorgröße) und c) EPclin Score (EP Score, Tumorgröße und Nodalstatus).
 
EndoPredict ist ein speziell für Brustkrebspatientinnen entwickelter Prognose-Test, der in drei Studien mit über 2.200 Patientinnen klinisch validiert wurde und damit einen Evidenzgrad von I besitzt. Bei Patientinnen mit sehr guter Prognose kann auf eine Chemotherapie verzichtet werden. Der EndoPredict wird direkt in der örtlichen Pathologie als ärztliche Leistung angeboten. Das Ergebnis kann bereits nach einem Tag vorliegen und ermöglicht eine zeitnahe Planung der weiteren Therapieschritte.

Quelle: Sividon Diagnostics


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