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Medizin

17. November 2020 r/r DLBCL und r/r ALL: Versorgungsalltag mit der CAR-T-Zell-Therapie Tisagenlecleucel

Seit über 2 Jahren ist die CAR-T-Zell-Therapie Tisagenlecleucel (Kymriah®) in Europa für 2 Indikationen zugelassen – das rezidivierte/refraktäre diffus großzellige B-Zell-Lymphom (r/r DLBCL) bei Erwachsenen und die rezidivierte/refraktäre akute lymphatische Leukämie (r/r ALL) bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen bis einschließlich 25 Jahren (1). Patienten mit einer sehr eingeschränkten Überlebensperspektive können bei gegebener Indikation eine weitere Chance auf Behandlung erhalten.
Tisagenlecleucel gehört als immunerweiternde Zelltherapie zu den insgesamt 4 innovativen Behandlungsansätzen für Krebserkrankungen, auf die Novartis setzt – neben zielgerichteten Therapien, der differenzierten Immunonkologie und der Radionuklidtherapie. Inzwischen setzen in Deutschland mehr als 20 Kliniken (2) die CAR-T-Zell-Therapie von Novartis ein. Dabei arbeiten sie Hand in Hand mit kooperierenden Kliniken sowie niedergelassenen Fachärztinnen und -ärzten. Wie sieht heute die Versorgung mit Tisagenlecleucel in der klinischen Praxis aus? Im Rahmen einer virtuellen Pressekonferenz berichteten 2 Experten aus CAR-T-Zell-Zentren über ihre Erfahrungen und stellten dazu Patientenbeispiele vor.

Experten berichten über ihre Praxiserfahrungen

Prof. Dr. Uwe Platzbecker, Direktor der Medizinischen Klinik I, Hämatologie und Zelltherapie des Universitätsklinikums Leipzig, erklärte den Stellenwert der CAR-T-Zell-Therapie als wichtige Erweiterung der bislang verfügbaren Therapieoptionen für Patienten mit r/r DLBCL: „Die CAR-T-Zell-Therapie hat die bisherigen Möglichkeiten in der Hämatologie revolutioniert – insbesondere bei Patienten mit einem refraktären Erkrankungsverlauf. Die Mehrheit der Patienten, die wir mit Tisagenlecleucel behandelt haben, hatte bereits eine Vielzahl von Vortherapien erhalten. Für sie bedeutet die CAR-T-Zell-Therapie eine neue Chance.“ Wie sieht die Behandlung von Kindern mit r/r ALL in der klinischen Praxis aus? Prof. Dr. Peter Bader, Stellvertretender Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Frankfurt am Main, beantwortete diese Frage unter anderem anhand von Fallbeispielen. Er erläuterte zudem, welche Patientinnen und Patienten besonders von einer CAR-T-Zell-Therapie profitieren können und wann sie im Behandlungsverlauf eingesetzt wird. „Studiendaten und Real-World-Erfahrungen zeigen, dass gerade die jungen Patientinnen und Patienten mit resistenten akuten Leukämien von einem Einsatz der CAR-T-Zell-Therapie profitieren können. Wichtig ist dabei auch der Lebensqualitätsaspekt.“

Ein engmaschiges Netzwerk mit mehr als 20 Kliniken

Die Universitätskliniken in Frankfurt und Leipzig sind Teil eines engmaschigen Netzwerks aus hochqualifizierten Behandlungszentren, das Novartis kontinuierlich ausbaut. In Deutschland sind bisher mehr als 20 Kliniken (2) zertifiziert, die CAR-T-Zell-Therapie von Novartis durchzuführen. Darüber hinaus erweitert Novartis kontinuierlich die Herstellungskapazitäten für Tisagenlecleucel in Europa. Im Sommer 2020 nahm Novartis 2 europäische Produktionsanlagen in Stein (Schweiz) und Les Ulis (Frankreich) für die kommerzielle Herstellung von CAR-T-Zell-Therapien in Betrieb. Mitte September 2020 hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) seinen Beschluss zur Nutzenbewertung von Tisagenlecleucel für die Behandlung des r/r DLBCL und der r/r ALL veröffentlicht und den „Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen“ weiter bestätigt. Dabei gilt das Gesamtüberleben für den G-BA als primärer patientenrelevanter Endpunkt für die Wirksamkeit (3, 4). „Wir freuen uns über die Bestätigung des G-BA. Viele Patienten, denen diese Therapie helfen könnte, werden heute noch gar nicht oder zu spät an die dafür qualifizierten Zentren überwiesen. Das zu ändern ist die große Herausforderung der nahen Zukunft“, erläutert Markus Karmasin, Novartis.

Quelle: Novartis

Literatur:

(1) Fachinformation Kymriah® 1,2 x 106 bis 6 x 108 Zellen Infusionsdispersion
(2) Stand: November 2020
(3) Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA), Nutzenbewertung nach § 35a SGB V; Nutzenbewertungsverfahren zum Wirkstoff Tisagenlecleucel (Neubewertung nach Fristablauf: Akute lymphatische B-Zell-Leukämie), 17.09.2020; https://www.g-ba.de/bewertungsverfahren/nutzenbewertung/533/ (zuletzt abgerufen am 03.11.2020)
(4) Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA), Nutzenbewertung nach § 35a SGB V; Nutzenbewertungsverfahren zum Wirkstoff Tisagenlecleucel (Neubewertung nach Fristablauf: Diffus großzelliges B-Zell-Lymphom) 17.09.2020; https://www.g-ba.de/bewertungsverfahren/nutzenbewertung/532/ (zuletzt abgerufen am 03.11.2020)


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