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Medizin

03. Dezember 2020 Nicht resezierbares fortgeschrittenes, rezidiviertes oder metastasiertes Plattenepithelkarzinom des Ösophagus: EK-Zulassung für Nivolumab Monotherapie

Nivolumab (Opdivo®) hat als Monotherapie zur Behandlung des nicht resezierbaren fortgeschrittenen, rezidivierten oder metastasierten Plattenepithelkarzinoms des Ösophagus die Zulassung der Europäischen Kommission erhalten. Das Medikament ist die erste in der Europäischen Union zugelassene Immuntherapie für eine Krebserkrankung der Speiseröhre. Die Zulassung beruht auf der Phase-III-Studie ATTRACTION-3, die eine statistisch signifikante und klinisch bedeutsame Verbesserung beim Gesamtüberleben im Vergleich zur Chemotherapie zeigte (1).
Das Sicherheitsprofil für Nivolumab war im Vergleich zu einer Chemotherapie günstiger und stimmte mit früher berichteten Studien zu Nivolumab bei soliden Tumoren überein. „Die Zulassung markiert einen äußerst wichtigen Meilenstein für Patienten mit einem Plattenepithelkarzinom der Speiseröhre, da mit der Zulassung erstmals eine Immuntherapie als Behandlungsoption für diese Patientenpopulation in der EU zur Verfügung steht“, sagte Ian M. Waxman, Bristol Myers Squibb.

Zusätzlich zu der EU-Zulassung ist Nivolumab bisher in 5 Ländern, inklusive der Vereinigten Staaten von Amerika (USA) und Japan, als Monotherapie zur Behandlung des nicht resezierbaren fortgeschrittenen, rezidivierten oder metastasierten ESCC zugelassen.

Wirksamkeits-und Sicherheitsergebnisse

Die Phase-III-Studie ATTRACTION-3 hatte das OS als primären Endpunkt:
 
  • Nivolumab reduzierte das Sterberisiko um 23% im Vergleich zur Chemotherapie (HR=0,77; 95%-KI: 0,62 bis 0,96; p=0,019).
  • Das mediane OS unter Nivolumab betrug 10,9 Monate (95%-KI: 9,2 bis 13,3) im Vergleich zur Chemotherapie mit 8,4Monaten (95%-KI: 7,2 bis 9,9) und zeigte somit eine Verbesserung um 2,5 Monate.
  • Nach 12 und 18 Monaten betrugen die OS-Raten bei den im Nivolumab-Arm behandelten Patienten 47% (95%-KI: 40 bis 54) bzw. 31% (95%-KI: 24 bis 37) verglichen mit 34% (95%-KI: 28 bis 41) bzw. 21% (95%-KI: 15 bis 27) bei den Patienten im Chemotherapie-Arm. Für Nivolumab wurde unabhängig von der Höhe der Tumor-PD-L1-Expression ein Überlebensvorteil festgestellt.
  • Die objektiven Ansprechraten (ORR) waren zwischen dem Nivolumab-Arm mit 19% (95%-KI: 14 bis 26) und dem Chemotherapie-Arm mit 22% (95%-KI: 15 bis 29) vergleichbar.
  • Die mediane Ansprechdauer (Duration of Response, DoR) derPatienten war im Nivolumab-Arm mit 6,9Monaten (95%-KI: 5,4 bis 11,1) gegenüber 3,9 Monaten (95%-KI: 2,8 bis 4,2) im Chemotherapie-Arm deutlich höher.
  • Eine explorative Analyse der Beurteilung der Therapie aus Patientensicht (sogenannte Patient ReportedOutcomes) zeigte eine signifikante Gesamtverbesserung der Lebensqualität unter Nivolumab verglichen mit der Chemotherapie.
  • Unter Nivolumab wurden weniger behandlungsbedingte unerwünschte Ereignisse (Treatment-Related Adverse Events, TRAEs) berichtet als unter der Chemotherapie: Die Rate betrug 66% für TRAEs aller Schweregrade bei Patienten, die Nivolumab erhielten, verglichen mit 95% bei Patienten, die die Chemotherapie erhielten. Bei Patienten im Nivolumab-Arm kam es auch zu einer niedrigeren Inzidenz von TRAEs vom Schweregrad 3 oder 4 verglichen mit den Patienten im Chemotherapie-Arm (18% gegenüber 63%). Der Prozentsatz an Patienten mit TRAEs, die zum Therapieabbruch führten, war in beiden Armen gleich (9%).

Quelle: Bristol Myers Squibb


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