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Medizin

16. April 2019 Rezidiv bei Leukämie: Regulierbare Gendefekte identifiziert

Welche genetischen Veränderungen dazu führen, dass es bei der Knochenmarkstransplantation zu Rückfällen kommt, weil Effektorzellen versagen, hat eine internationale Forschergruppe unter Mitwirkung von Wissenschaftlern der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) und des Universitätsklinikums (UK) Essen herausgefunden. Ihr Bericht erschien jetzt in der renommierten Fachzeitschrift Nature Medicine.
Durch die Immuntherapie, die Knochenmarkstransplantation, sind viele Arten von Leukämie heilbar geworden. Im Anschluss an eine Chemotherapie oder Bestrahlung werden blutbildende Stammzellen übertragen, die sich u.a. zu Effektorzellen entwickeln und eventuell verbliebene Tumorzellen vernichten können. Etwa ein Drittel der Betroffenen erleidet jedoch einen Krankheitsrückfall, weil die Effektorzellen nicht alle verbliebenen Tumorzellen erkennen und abtöten.

Regulierbarer Gendefekt bewirkt Rezidiv

Dass etwa ein Viertel dieser Rückfälle darauf zurückzuführen ist, dass das Genom der Tumorzellen dauerhaft verändert ist, konnte dieselbe Forschungskooperation bereits zeigen. Neu ist ihre Erkenntnis, dass für die restlichen Dreiviertel der Rückfälle ein regulierbarer Gendefekt verantwortlich ist. Prof. Dr. Katharina Fleischhauer, Leiterin des Instituts für Zelltherapeutische Forschung am UK Essen: „Diese Veränderungen betreffen die Immunantwort und lassen sich in 2 große Gruppen einteilen. Entweder sind Gene betroffen, die von den Effektorzellen erkannt werden, oder sie hemmen ihre Aktivität.“ Gleich ist in beiden Fällen, dass die Leukämiezellen nicht zerstört werden und der Patient einen Rückfall erleidet.

Die Forscher haben bereits in ersten Laborversuchen zeigen können, dass es möglich ist, den neu entdeckten Genveränderungen medikamentös gegenzusteuern. Sie hoffen deshalb, dass Zytokine oder Immun-Checkpoint-Inhibitoren, die bereits in anderen Gebieten der Immuntherapie klinisch eingesetzt werden, auch bei Leukämie-Rückfällen wirksam sein könnten.

 

Quelle: Universität Duisburg-Essen


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