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Medizin
07. Oktober 2014

Reinhard Andreesen erhält Bundesverdienstkreuz

Dem Direktor des Regensburger Centrums für Interventionelle Immunologie und langjährigen Leiter der Abteilung für Hämatologie und Internistische Onkologie des Universitätsklinikums Regensburg (UKR) wurde das Bundesverdienstkreuz verliehen. Staatsministerin Emilia Müller würdigte vor allem sein Engagement für eine Verbesserung der regionalen Patientenversorgung und für den Wissenschaftsstandort Regensburg.

"Als höchst anerkannter Wissenschaftler und Arzt haben Sie sich seit über drei Jahrzehnten für die Menschen, insbesondere in Ostbayern, aber auch in Afrika eingesetzt", mit diesen Worten überreichte Emilia Müller, Bayerische Staatsministerin für Arbeit und Soziales, Familie und Integration, heute in München das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Prof. Dr. Reinhard Andreesen. Der 67-jährige Internist wurde damit von Bundespräsident Joachim Gauck unter anderem für sein langjähriges Engagement in der Versorgung krebskranker Menschen in Ostbayern ausgezeichnet.

Professor Andreesen wurde 1991 von Freiburg auf eine Professur nach Regensburg berufen. Als Leiter der Abteilung für Hämatologie und Internistische Onkologie war er am Aufbau des Universitätsklinikums Regensburg maßgeblich beteiligt. Für Patienten mit Tumoren und Erkrankungen des blutbildenden Systems wurden Behandlungsmethoden nach neuesten internationalen Standards etabliert, unter anderem durch die Einrichtung der Stammzelltransplantationseinheit. Seitdem können die Leukämie- und Lymphompatienten der Region wohnortnah auf höchstem medizinischen Niveau behandelt werden. Professor Andreesen leitete die Abteilung bis zum Beginn seines Ruhestands im März 2013.

Ein großes Anliegen des Arztes, der von 1969 bis 1975 Medizin in Freiburg, Heidelberg und Südafrika studiert hatte, war es, die Patientenversorgung ganzheitlich zu organisieren. „Gerade im Umgang mit Krebspatienten und ihren Angehörigen ist besondere Sensibilität erforderlich, denn hier ändern sich Schicksale für immer", so Professor Andreesen. Die Gründung der Leukämiehilfe Ostbayern e.V. im Jahr 2000 war hierfür ein wesentlicher Schritt. Der Verein, dem Professor Andreesen von Beginn an bis heute als Vorsitzender vorsteht, unterstützt Hilfsprojekte in ganz Ostbayern. Diese verbessern die Angebote für Krebspatienten dort weiter, wo die medizinische Regelversorgung endet. Psychoonkologische Beratung, ambulante Palliativmedizin, Kunsttherapie und onkologische Sportgruppen in vielen Kliniken Niederbayerns und der Oberpfalz sind nur einige Beispiele. Viele dieser spendenfinanzierten Initiativen wurden erstmals von der Leukämiehilfe Ostbayern ergriffen und nach und nach in die Kostenträgerschaft der Krankenkassen übernommen.

Doch keine Universitätsmedizin ohne Forschung. So war es neben anderen Themen insbesondere die Stammzelltransplantation, die unter Professor Andreesens Führung im Universitätsklinikum Regensburg international beachtete wissenschaftliche und klinische Fortschritte machte. Mit der Einwerbung von Stiftungsprofessuren und entsprechenden Forschergruppen, der Errichtung des José-Carreras-Centrums für Somatische Zelltherapie sowie der Initiierung und Leitung des Bayerischen Immuntherapie-Netzwerkes (BayImmuNet) und dessen Weiterentwicklung zum RCI Regensburger Centrum für Interventionelle Immunologie trug Prof. Andreesen wesentlich dazu bei, die Immunmedizin zum Schwerpunktthema des Universitätsklinikums Regensburg zu entwickeln und Regensburg als Wissenschaftsstandort international sichtbar zu machen. Auf europäischer Ebene gründete er die European Macrophage and Dendritic Cell Society (EMDS), deren Präsident er für viele Jahre war.

Neben seinem Einsatz für Regensburg und Ostbayern ist die heute verliehene Auszeichnung auch Anerkennung für seine ehrenamtliche Arbeit in Afrika. Prof. Andreesen, der bereits als junger Medizinstudent den afrikanischen Kontinent bereiste, gründete 1976 gemeinsam mit Kommilitonen die "Initiative Lesotho". Diese engagiert sich im Zululand für eine bessere Gesundheitsversorgung und in zahlreichen Ausbildungsprojekten. 1999 ging daraus die heutige Bonga-Schule hervor, in der jedes Jahr mehr als 1.000 Kinder eine Schulbildung und im Austausch mit deutschen Unternehmen auch Berufsausbildungen erfahren. In seiner Zeit als Prorektor der Universität Regensburg (2007-2009) initiierte Prof. Andreesen zudem mit der Universität von Lusaka (Sambia) eine Kooperation zum Austausch von Studenten, Ärzten und Wissenschaftlern.

Mit seinen Engagements habe er gezeigt, dass er immer weit über die beruflichen Verpflichtungen hinaus dachte und handelte, so Staatsministerin Emilia Müller. Dies sei einer der höchsten Auszeichnungen Deutschlands würdig. "Das Verdienstkreuz ist eine große Ehre für mich, aber auch Anerkennung für all jene, die mich in meinen Initiativen immer unterstützt haben; das gilt im beruflichen ebenso wie im ehrenamtlichen Bereich", so Andreesen nach der Ordensverleihung.

Quelle: Universitätsklinikum Regensburg


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