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Medizin

11. April 2020 Refraktäre B-Zell-Lymphome und CAR-T-Zellen: Auch in der Praxis wirksam und gut verträglich

Die Ergebnisse der ZUMA-1-Studie waren maßgeblich für die Zulassung des CAR-T-Zell-Produkts Axicabtagen-Ciloleucel (Axi-Cel, Yescarta®) zur Therapie des rezidivierten oder refraktären diffus großzelligen B-Zell-Lymphoms (DLBCL) und des primär mediastinalen großzelligen B-Zell-Lymphoms (PMBCL). Die dort nachgewiesene Wirksamkeit hat sich auch in der Praxis bestätigt.
ZUMA-1 war eine Phase-II-Studie, in der 2 Jahre nach Infusion der Zellen 39% und 2Jahre nach der Leukapherese 35% der Patienten noch progressionsfrei am Leben waren, so Prof. Bertram Glaß, Berlin. Das Gesamtüberleben nach 3 Jahren lag überdies, wie beim ASH-Kongress 2019 in Orlando berichtet wurde, bei 47%, die mediane Überlebenszeit bei 25,8 Monaten. In der SCHOLAR-Studie, der bisher größten retrospektiven Studie zum refraktären DLBCL, lebten hingegen unter konventioneller Salvagetherapie nach einem Jahr nur mehr 12% der Patienten.

Verbessertes Toxizitätsmanagement

In Orlando wurde außerdem aus der Studie darüber berichtet, wie sich das Toxizitätsmanagement verbessern lässt: Die Zulassung für Axi-Cel beruhte auf den Kohorten 1 und 2, in denen eine Ansprechrate von 83% bei 58% Komplettremissionen erzielt wurde, wobei bei 11% der Patienten ein Zytokin-Release-Syndrom (CRS) und bei 32% neurologische Ereignisse vom Grad ≥ 3 beobachtet wurden. 41 Patienten einer vierten Kohorte erhielten Steroide bereits frühzeitig, nämlich bei neurologischen Nebenwirkungen vom Grad 1 bzw. einem CRS vom Grad 1, das sich nach 3 Tagen supportiver Maßnahmen nicht gebessert hatte. Trotz kumulativ geringerem Steroidverbrauch gab es in dieser Kohorte viel weniger Fälle von CRS (2% vs. 13%) und Neurotoxizitäten vom Grad ≥ 3 (17% vs. 28%) – bei vergleichbarer Wirksamkeit von Axi-Cel.
Auch mit Real-World-Daten aus Registern konnte laut Glaß beim ASH-Kongress bestätigt werden, dass die Effektivität von CAR-T-Zellen bei aggressiven Non-Hodgkin-Lymphomen in der Praxis ähnlich hoch ist wie in kontrollierten Studien.

Schlechte Prognose bei rrMCL

Das rezidivierte oder refraktäre Mantelzell-Lymphom (MCL) hat eine ähnlich schlechte Prognose wie das DLBCL, so Prof. Martin Dreyling, München. In der Phase-II-Studie ZUMA-2 sind bislang 68 Patienten mit MCL mit autologen CAR-T-Zellen behandelt worden. Bei guter Verträglichkeit sprachen insgesamt 93% der Patienten auf die Therapie an, 67% mit einer Komplettremission. Beim progressionsfreien und beim Gesamtüberleben ist nach einem Jahr der Medianwert noch nicht erreicht, unter einer konventionellen Salvagetherapie liegt er für das Gesamtüberleben bei etwa einem halben Jahr.

Josef Gulden

Quelle: Satellitensymposium „CAR-T-Zelltherapie & Lymphom: Update 2“, DKK, 21.02.2020, Berlin, Veranstalter: Kite/Gilead


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