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Medizin

13. März 2020 Real-World-Daten zum fortgeschrittenen Mammakarzinom

Real-World-Daten (RWD) können wichtige Erkenntnisse beitragen, die das Wissen aus klinischen Studien erweitern. Ziel ist es letztlich verschiedene Datenquellen beispielsweise beim metastasierten Mammakarzinom zu interpretieren und die Erkenntnisse sowohl für die Forschung als auch für die unmittelbare Versorgung verfügbar zu machen.
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Signifikant verlängertes mPFS unter Palbociclib-Kombination

Den Stellenwert der RWD beim Hormonrezeptor-positivem (HR+), HER2-negativem (HER2-) fortgeschrittenen Mammakarzinom erörtere PD Dr. Oleg Gluz, Brustzentrum Niederrhein, anhand einer retrospektiven Analyse der „Flatiron-Datenbank“ von 928 Patientinnen unter einer endokrin-basierten Kombinationstherapie aus dem CDK4/6-Inhibitor Palbociclib (Ibrance®) und Letrozol oder einer Letrozol-Monotherapie in der Erstlinie. In diesem retrospektiv erhobenen Krankenakten-basierten Real-World-Datensatz war das mediane progressionsfreie Überleben (mPFS) unter der Palbociclib-Kombination signifikant verlängert (1).

CDK4/6-Inhibitoren in der Erstlinie

Das mediane Gesamtüberleben unter der Kombinationstherapie wurde in der aktuellen Auswertung noch nicht erreicht (1). „Real-World-Daten erweitern unser Verständnis für den besten Einsatz einer Therapie“, sagte Gluz. „Denn Daten aus der klinischen Praxis ermöglichen zusätzliche Rückschlüsse, wie das Potenzial neuer Wirkstoffe am besten ausgeschöpft werden kann.“ Die CDK4/6-Inhibitoren sieht Gluz beim HR+, HER2- fortgeschrittenen Mammakarzinom in der Erstlinie am besten platziert, wie es auch die Leitlinien empfehlen (2). Dr. Norbert Marschner, iOMEDICO Freiburg, stellte erste Ergebnisse der OPAL Tumorregisterplattform vor, in der die Versorgungssituation beim Mammakarzinom über alle Therapielinien hinweg dokumentiert wird. Bislang sind 1.000 Patientinnen mit metastasiertem oder inoperablem Mammakarzinom rekrutiert, von denen rund 60% einen HR+ und HER2- Tumortyp haben (3). „Wurden in den Jahren 2012-2016 noch 49% der Patientinnen primär mit einer Chemotherapie behandelt, so sind es 2019 gerade noch 13%. Der Anteil der Patientinnen, die in dieser Situation einen CDK4/6-Inhibitor erhalten, ist auf 73% angestiegen“, erläutere Marschner die vorgestellte Interimsanalyse (3).

Daten zum PFS für 2022 erwartet

Aktuell liegen aufgrund der zweijährigen Laufzeit aus OPAL noch keine Daten zum progressionsfreien Überleben, dem Einfluss auf die Lebensqualität oder dem Gesamtüberleben vor. Sie werden ab 2022 erwartet. Der Experte rechnet damit, „einen positiven Einfluss auf die Lebensqualität und das Overall Survival durch den Einsatz von CDK4/6-Inhibitoren beim HR+, HER2- fortgeschrittenen Mammakarzinom zeigen zu können“.

Bettina Baierl

Quelle: Pressekonferenz im Rahmen des 34. Deutschen Krebskongresses (DKK) 2020, 20.02.2020, Berlin; Veranstalter: Pfizer

Literatur:

(1) DeMichele AM, Cristofanilli M, Brufsky et al. San Antonio Breast Cancer Symposium (SABCS) 2019, San Antonio, USA, P1-19-02.
(2) S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms, Version 4.1: https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/mammakarzinom/ (letzter Zugriff: 17.02.2020).
(3) Marschner N. Warum Real World Data (RWD) wichtig sind! – Erste Ergebnisse des Brustkrebsregisters OPAL. Berlin, 20.02.2020.


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