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Medizin

07. November 2019 r/r-ALL: Bessere Chance auf Heilung mit Inotuzumab Ozogamicin

Patienten mit rezidivierter/refraktärer akuter lymphatischer Leukämie (r/r ALL) können nach Behandlung mit Inotuzumab Ozogamicin 4x häufiger unmittelbar im Anschluss eine hämatologische Stammzelltransplantation (HSZT) erhalten als nach einer Standardchemotherapie. Das zeigte die Langzeitauswertung der zulassungsrelevanten Studie INO-VATE ALL.
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Inotuzumab Ozogamicin ermögliche es, deutlich mehr Patienten einer HSZT – und damit ihrer einzigen Chance auf Heilung – zuzuführen, als es vor den Antikörper-basierten Therapien der Fall gewesen sei, hob Prof. Dr. Matthias Stelljes, Münster, hervor. Die HSZT-Rate lag in der Studie INO-VATE ALL nach einem Follow-up von zwei Jahren unmittelbar nach der Therapie mit Inotuzumab Ozogamicin (Besponsa®) bei 43%, nach Standardchemotherapie hingegen bei 11% (p<0,0001) (1). Als Grund nannte Stelljas die höhere Rate an Remissionen unter Inotuzumab Ozogamicin, die eine Voraussetzung für die HSZT ist (74% vs. 31%, p<0,0001). Zudem seien die Patienten oft körperlich fitter, was ebenfalls wichtig für die HSZT sei, ergänzte er.

Die höhere HSZT-Rate spiegelte sich in einem besseren Überleben unter Inotuzumab Ozogamicin wider: So lag die 3-Jahres-Überlebensrate bei 20% vs. 7% (p=0,0105). Neue Sicherheitssignale waren in der Langzeitanalyse nicht beobachtet worden (1). Gemäß Stelljas muss auf das mögliche Auftreten einer venösen okklusiven Leberkrankheit (VOD) geachtet werden, die bei 14% der Patienten unter Inotuzumab Ozogamicin vs. 2% unter Chemotherapie aufgetreten war. Wie Stelljas ergänzte, hat er die VOD allerdings seit der Markteinführung von Inotuzumab Ozogamicin aufgrund der zunehmenden Erfahrungen nicht mehr erlebt.

Inotuzumab Ozogamicin ist seit über 2 Jahren zur Behandlung von erwachsenen r/r-ALL-Patienten mit positivem CD22-Status zugelassen, was auf ca. 90% der Betroffenen zutrifft. Das CD22-Antikörper-Wirkstoff-Konjugat bindet an das CD22-Antigen auf B-lymphatischen Zellen und setzt nach Internalisierung einen zytotoxischen Wirkstoff frei, der zur Apoptose führt. Da das Ansprechen auf Inotuzumab Ozogamicin in der Studie INO-VATE ALL am höchsten war, wenn es als erste Salvage-Therapie eingesetzt wurde, empfahl Stelljas bei Patienten mit r/r ALL und bekanntem positivem CD22-Status, die Therapie unmittelbar zu beginnen, bzw. bei unbekanntem CD22-Status, diesen möglichst schnell zu ermitteln. Die Therapie sei einfach zu applizieren und ambulant durchzuführen, sodass sie am nächsten Tag starten könne, hob er hervor.

Petra Eiden

Quelle: Meet the Expert „2 Jahre Erfahrungen mit Besponsa® (Inotuzumab Ozogamicin) in Deutschland: Ein effektiver Weg zur Stammzelltransplantation bei r/r ALL“ anlässlich des 5th International Congress on Controversies in Stem Cell Transplantation and Cellular Therapies (COSTEM), 25. Oktober 2019, Berlin; Veranstalter: Pfizer

Literatur:

(1) Kantarjian HM et al. Cancer 2019;25(14):2474-2487


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