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Medizin
"Mit der Angst im Krankenhaus nicht mehr alleine sein" 15. Juli 2013

Psychoonkologisches Konzept auch für den Bereich Urologie

Jedes Jahr erkranken knapp 490.000 Menschen neu an Krebs. Und dann? Wie geht es weiter? Wie können ich und meine Familie mit der Erkrankung fertig werden?  Es werfen sich viele Fragen auf und um diese beantworten zu können, brauchen die meisten Menschen Unterstützung. Was in der Brust- und Darmkrebstherapie an psychologischer Unterstützung schon etabliert ist, wurde bislang in der Urologie häufig stiefmütterlich behandelt. Doch gerade für urologische Patienten kann eine Tumorerkrankung zu vielen unerwarteten psychischen Belastungen führen. Das neue Körperbild, eine veränderte Sexualität und auch ein anderes Rollenverständnis der Patienten können zu einer großen psychischen Belastung werden.

Diese häufig fehlende Unterstützung will nun die Klinik für Urologie im Prosper-Hospital ihren Patienten mit einem innovativen Konzept bieten. Ärztin der Abteilung und Psychoonkologin Anika Winkel hat gemeinsam mit Gesundheits-, Krankenpflegerin und Pflegeexpertin Sylwia Stypa ein Konzept entworfen, was den Betroffenen in jeder Phase ihrer Erkrankung helfen kann. "Uns ist es wichtig, dass wir nicht nur die Krankheit an sich betrachten, sondern auch den Menschen, der dahintersteckt - mit all seinen Gefühlen und Sorgen, die ihn in einer solchen Situation beschäftigen", erklärt Psychoonkologin Anika Winkel. "Wir möchten für den Patienten, aber auch den Angehörigen ein Netz aufspannen, in das sie sich fallen lassen können, wenn der Boden unter den Füßen schwindet."

Kernstück des Konzepts ist die Betreuung durch ein multidisziplinäres, besonders geschultes Team. Wir legen großen Wert darauf,  den Patienten umfassend aufzuklären, um ihm so eine größere Sicherheit zu geben. Jeder Patient erhält einen auf ihn abgestimmten  "Begleit-Ordner"  mit allen für ihn wichtigen Informationen. So soll eine nachhaltige, umfassende Stützung der Patienten erfolgen, die sich nicht nur auf das medizinische Problem beschränkt, sondern versucht die verschiedenen Bereiche der betroffenen Persönlichkeit und ihres Alltags zu integrieren.

Um eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Arzt und Patient zu ermöglichen, haben die Tumorpatienten feste ärztliche Ansprechpartner. So wird der vertrauensvolle Umgang gefördert und die Arzt-Patienten-Beziehung gestärkt.

Im pflegerischen Bereich gibt es nun eine Pflegekraft, die persönlich für den Patienten verantwortlich ist. Einerseits ist sie der primäre Ansprechpartner des Patienten, andererseits übernimmt sie auch die Verantwortung für die Pflege des Betroffenen. Diese Primary Nurse (PN) besitzt definierte Kompetenzen und übernimmt damit im gesamten Pflegeprozess die Planung, Steuerung und Durchführung der einzelnen Pflegemaßnahmen. Eine enge Kooperation mit den Ärzten ist obligat.

Die dritte Säule der umfassenden Therapie ist die Psychoonkologie. Alle an Krebs erkrankten urologischen Patienten werden umfassend durch die Psychoonkologen betreut. Auch Angehörige können diesen Service in Anspruch nehmen und so viele emotionale Belastungen abladen.
Ihre hohe Motivation in einem Gebiet, in dem die beiden jungen Frauen jeden Tag mit schlimmen Diagnosen umgehen müssen, können sie schnell erklären: "Es ist einfach toll, wenn wir es schaffen, den Menschen eine neue Perspektive zu geben und das Beste aus der Situation zu machen. Allein durch die positiven Rückmeldungen kann man ganz viel Kraft für den nächsten Patienten schöpfen", sagt Schwester Sylwia. Auch Anika Winkel hat eine positive Einstellung: "So eine Krankheit hat nicht nur negative Seiten. Oft können die Patienten aus dieser Zeit auch ganz viel Stärke mitnehmen. Wir können sie dabei unterstützen."

Die beiden engagierten Mitarbeiterinnen zögerten nicht lang - nachdem ihr Chef Dr. Dirk Kusche begeistert von dem Projekt war, bewarben sie sich bei OncoCare, einer Initiative der Firma Hexal. Hier haben die beiden Mitarbeiterinnen mit ihrem Konzept sofort überzeugt.  In Zukunft wird ihr psychoonkologisches Konzept in der Urologie als erstes im Prosper-Hospital umgesetzt und von Hexal finanziell unterstützt.

Quelle: Prosper-Hospital in Recklinghausen


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