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Medizin

12. September 2017 Prostatakarzinom: Abirateronacetat + Prednison bewirkt Verbesserungen von subjektiv beurteilten Endpunkten

Gerade wurden aktuelle Daten der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie LATITUDE zur Therapie des neu diagnostizierten metastasierten hormonsensitiven Prostatakarzinoms mit hohem Risiko veröffentlicht. Nach den Ergebnissen bewirkte die Behandlung mit Zytiga® (Abirateronacetat) plus Prednison in Kombination mit einer Androgensuppressionstherapie (ADT) im Vergleich zur alleinigen ADT klinisch relevante und statistisch signifikante Verbesserungen bei einer Reihe von subjektiv beurteilten Endpunkten (Patient Reported Outcomes, PROs).
Nach den Ergebnissen der Studie LATITUDE, die auf der Jahrestagung 2017 der European Society for Medical Oncology (ESMO) vorgestellt wurden, konnte Abirateronacetat in Kombination Prednison plus ADT im Vergleich zu Placebo plus ADT in der Therapie des metastasierten hormonsensitiven Prostatakarzinoms mit hohem Risiko, für die der Androgenbiosynthese-Inhibitor bislang nicht zugelassen ist, die Zeit bis zur Progression bei folgenden Endpunkten signifikant verlängern (1):
 
- größte Schmerzintensität (HR 0,63; 95%  KI (0,52–0,77); p < 0,0001)
- schmerzbedingte Beeinträchtigung bzw. Schmerzinterferenz (HR 0,67; 95%  KI (0,56–0,80); p < 0,0001)
- stärkste Fatigue (HR 0,65; 95%  KI (0,53–0,81); p = 0,0001)
- Fatigue-bedingte Beeinträchtigung bzw. Fatigueinterferenz (HR 0,59; 95%  KI (0,47–075); p < 0,0001).
 
Die Auswertung zeigte zudem signifikante positive Effekte auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität (HRQoL). So reduzierte Abirateronacetat in Kombination mit Prednison plus ADT gegenüber Placebos plus ADT das Risiko einer Verschlechterung der HRQoL signifikant (HR 0,85; 95%KI (0,74-0,99); p = 0,0322) (1).
 
Indirekter Vergleich mit Docetaxel/ADT
 
Darüber hinaus wurde beim ESMO 2017 ein indirekter Vergleich von Abirateronacetat/ADT plus Prednison und Docetaxel/ADT in der Therapie des metastasierten hormonsensitiven kastrationsresistenten Prostatakarzinoms vorgestellt. Der systematische Review schloss LATITUDE sowie zahlreiche weitere Studien ein. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Abirateronacetat plus Prednison in Kombination mit ADT bei Tumoren mit hohem Risiko oder hohem Volumen das Progressions- und Sterberisiko womöglich stärker reduziert als Docetaxel plus ADT (2).  Direkt vergleichende Head-to-Head-Studien liegen bisher nicht vor.
 
mCRPC: Überlegenheit bei PROs vs. Enzalutamid
 
Neben den Benefits, die Abirateronacetat plus Prednison im Frühstadium der Erkrankung erzielte, untermauern weitere auf dem ESMO vorgestellte Daten die Anwendung von Abirateronacetat in Kombination mit Prednison/Prednisolon im Rahmen seiner aktuellen Indikation, der Therapie des metastasierten kastrationsresistenten Prostatakarzinoms (mCRPC). So schnitt nach vorläufigen Ergebnissen der Anwendungsbeobachtung AQUARiUS, in der prospektiv PROs zu Lebensqualität, Kognition, Fatigue und Schmerz erhoben werden, Abirateronacetat plus Prednison in der mCRPC-Therapie bei den wahrgenommenen kognitiven Störungen, der Funktionsfähigkeit und der Fatigue in den ersten drei Monaten nach Beginn günstiger ab als Enzalutamid (3).

Quelle: Janssen-Cilag

Literatur:

(1) Chi K, et al. Benefits of Abiraterone Acetate Plus Prednisone (AA+P) When Added to Androgen Deprivation Therapy (ADT) in LATITUDE on Patient (Pt) Reported Outcomes (PRO). 2017 European Society for Medical Oncology (ESMO) Annual Meeting, 8th September 2017: Abstract 783O
(2) Feyerabend S, et al. Indirect Comparison of Abiraterone Acetate and Docetaxel for Treatment of Metastatic “Hormone-Sensitive” Prostate Cancer. 2017 European Society for Medical Oncology (ESMO) Annual Meeting, 10th September 2017: Abstract 803P
(3)  Thiery-Vuillemin A, et al. Initial Results from AQUARiUS, a Prospective, Observational, Multi-Centre Phase IV Study Assessing Patient-Reported Outcomes (PROs) in Metastatic Castration-Resistant Prostate Cancer (mCRPC) Patients (pts) Treated with Abiraterone Acetate plus prednisone (AAP) or Enzalutamide (ENZ). 2017 European Society for Medical Oncology (ESMO) Annual Meeting, 10th September 2017: Abstract 829P


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