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Medizin

26. Juli 2017
Seite 1/2
Primäre Tumorlokalisation beeinflusst Einsatz von Bevacizumab beim mCRC

Die Primäre Tumorlokalisation (PTL) ist ein bedeutender Faktor für die Therapiewahl in der Firstline-Behandlung des metastasierten kolorektalen Karzinoms (mCRC). Patienten mit RAS-Wildtyp(WT)-Tumoren und rechtsseitigem Primarius profitieren von einer Primärtherapie mit dem Angiogenesehemmer Bevacizumab (Avastin®) in Kombination mit Chemotherapie. Das bestätigen übereinstimmend retrospektive Subgruppenanalysen aus mehreren klinischen Studien (1-5), die im Oktober 2016 zu einer entsprechenden Therapieempfehlung der Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie (AIO) der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) geführt hatten (6). Bei einem Pressegespräch der Roche Pharma AG in Frankfurt am Main diskutierten Prof. Dr. Arndt Vogel, Hannover, und Prof. Dr. Dirk Arnold, Hamburg, unter anderem den aktuellen Stellenwert der PTL in der klinischen Routine des mCRC.
Die PTL ist ein wichtiges Kriterium für die Firstline-Therapiewahl bei RAS-WT-Patienten. Aktuelle Daten, die erstmals beim ASCO 2017 publiziert wurden, ergänzen die bestehende Datenlage für Patienten mit All-RAS/BRAF-WT und BRAF-Mutation (7). Für Patienten mit rechtsseitigem Primärtumor und BRAF-Mutation (n = 51) zeigt sich ein numerischer Vorteil in Bezug auf das mediane Gesamtüberleben (OS) zugunsten der Therapie mit Bevacizumab/Chemotherapie gegenüber der Behandlung mit Cetuximab/Chemotherapie (23,7 vs. 5,8 Monate). Diese Patientengruppe mit insgesamt schlechter Prognose zeigt auch bei linksseitiger Lokalisation des Primarius die Tendenz zu einem höheren OS unter Behandlung mit dem VEGF-Antikörper (12,0 vs. 9,6 Monate).
 
Auch All-RAS/BRAF-WT-Patienten mit rechtsseitigem Primarius können stärker von einer Bevacizumabhaltigen Firstline-Therapie profitieren: Die Analyse der Head-to-Head-Studie CALGB/SWOG-80405 hatte hier einen numerischen 16-monatigen OS-Vorteil zugunsten der Therapie mit Bevacizumab und Chemotherapie-Dublette (34,4 vs. 18,4 Monaten unter Cetuximab/Chemotherapie-Dublette) ergeben (7). Die Rolle der Primären Tumorlokalisation als Surrogatparameter für eine ungünstige Tumorbiologie und für einen numerischen Überlebensvorteil durch Bevacizumab ist demnach unabhängig von einer vorliegenden BRAF-Mutation.
 
Kein Zusammenhang zwischen Primärer Tumorlokalisation und Tumorschrumpfung

Die klinische Relevanz Response-basierter Endpunkte (RBE) für die Prognose von mCRC-Patienten wird kontrovers diskutiert. Hierzu gehören neben dem frühen objektiven Tumoransprechen (EOTR, early objective tumor response) sowie dem besten Gesamtansprechen (BOR, best overall response) auch die frühe Tumorschrumpfung (ETS, early tumor shrinkage). In einer aktuellen Subauswertung der Phase-III-Studie FIRE-3 wurde jedoch kein Zusammenhang zwischen ETS und Prognose unter Berücksichtigung der PTL und Antikörperwahl gefunden (8). „Keiner der Wirksamkeitsendpunkte der Analyse erreichte ein Signifikanzniveau“, erklärte Vogel. „Hier kann somit nicht von einer Korrelation zwischen frühem Ansprechen und verlängertem Überleben gesprochen werden.“
 
Ergänzend hatte eine frühere, umfangreiche Untersuchung von Coart und Kollegen ergeben, dass RBE allgemein als Surrogatendpunkte aufgrund mangelhafter prädiktiver Aussagekraft ungeeignet sind (9). Die Metaanalyse umfasste 17 randomisierte Studien (u. a. die Studien NO16966 (10) und PRIME (5)) mit insgesamt 12.167 Patienten. Trotz vereinzelter individueller Assoziationen konnte keine Korrelation zwischen RBE und dem progressionsfreien Überleben (PFS) bzw. OS festgestellt werden.
 
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