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Medizin
27. September 2018

Präzisionsonkologie: Verbesserte Chancen für Krebspatienten

„Die Onkologie entwickelt sich derzeit mit der Präzisionsonkologie evolutionär fort“, berichtete Dr. Uwe Phillip Strauss, Medizin Onkologie/Hämatologie bei Bayer Vital, Leverkusen. Die Präzisionsonkologie befasst sich mit der molekulargenetischen Aufklärung von Tumoren und zielt darauf ab, die der Krebserkrankung zugrunde liegenden pathologischen Veränderungen zu identifizieren und die daraus entstehenden Tumoren präzise behandeln zu können.
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Besonders im Bereich der Krebstherapien konnten in den letzten Jahren große Fortschritte verzeichnet werden. „Seit 2011 sind weltweit mehr als 70 neue Krebsmedikamente in über 20 verschiedenen Anwendungsgebieten zugelassen worden. Für die Betroffenen heißt das: verbesserte Therapieergebnisse, eine Reduzierung der Sterblichkeit, die Verbesserung der Lebensqualität und die Möglichkeit zur Behandlung von Patienten, die bisher nicht behandelt werden konnten“, erklärte Frank Schöning, Geschäftsführer der Bayer Vital GmbH im Rahmen des Jahresmedienmeetings in Leverkusen.

Neue Therapieansätze der Präzisionsmedizin erfordern häufig andere Studiendesigns als bisher, da es sich oftmals um wenige Patienten mit bestimmten genetischen Eigenschaften handelt, die gezielt mit einer maßgeschneiderten Therapie behandelt werden sollen. „Es muss verhindert werden, dass die großen Hoffnungen, die mit der Präzisionsmedizin verbunden sind, an den rigiden Standards der evidenzbasierten Medizin abprallen und zunichte gemacht werden“, erklärte Schöning.

Präzisionsonkologische Therapien werden nicht nach Indikationen entwickelt, sondern basieren auf molekulargenetischen Veränderungen, die bei vielen unterschiedlichen Tumoren eine Rolle spielen können. Im Vergleich zu bisherigen Therapien bieten sie für Ärzte und Krebspatienten eine Chance einer besseren Wirksamkeit bei größerer Verträglichkeit.

Der voraussichtlich erste präzisionsonkologische Wirkstoff in der EU, der eine tumorunabhängige Zulassung allein auf der Basis der molekulargenetischen Veränderung im Tumor anstrebt, ist der hochselektive Tropomyosin-Rezeptor-Kinasen(TRK)-Inhibitor Larotrectinib. Dieser Inhibitor wirkt zielgerichtet gegen TRK-Fusionsproteine, die sich in Folge einer pathologischen Genfusion (NTRK(1)-Genfusion) bilden und krebsauslösend sein können. Larotrectinib wurde zur Therapie von lokal fortgeschrittenen oder metastasierten soliden Tumoren, bei denen eine NTRK-Genfusion nachgewiesen wurde, entwickelt. Diese sind insgesamt selten, treten aber sowohl bei Erwachsenen als auch Kindern auf.

Um Patienten mit dieser genetischen Veränderung zu identifizieren, ist ein diagnostischer Nachweis der NTRK-Genfusion essentiell, welcher über Next Generation Sequencing erfolgen kann. Bei erwachsenen und pädiatrischen Patienten mit nachgewiesenen TRK-Fusionstumoren erreichte Larotrectinib in den klinischen Studien eine Gesamtansprechrate von 75%. Es traten überwiegend Nebenwirkungen vom Grad 1-2 auf.

„Durch die Präzisionsonkologie wird sich zukünftig bei vielen Tumoren die Erkrankung zumindest chronifizieren, wenn nicht sogar heilen lassen“, konstatierte Strauss.

Quelle: Bayer Vital


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