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Medizin
08. Dezember 2015

Polycythaemia vera: Leukozytenabsenkung durch Ruxolitinib

Patienten mit Polycythaemia vera (PV), die resistent oder intolerant gegenüber Hydroxycarbamid sind, können erfolgreich mit Ruxolitinib (Jakavi®) behandelt werden. Sofern die Betroffenen initial erhöhte Leukozytenzahlen aufweisen, erfahren sie durch die Therapie mit dem Januskinase (JAK)1/2-Inhibitor eine deutliche Absenkung dieser Werte. Ob sich durch die Beeinflussung dieses Risikofaktors für thromboembolische Ereignisse ein prognostischer Vorteil ergibt, sollte Gegenstand weiterer Studien sein.

Ein Alter von 60 Jahren oder mehr, thromboembolische Ereignisse in der Anamnese und ein erhöhter Hämatokritwert sind etablierte Risikofaktoren für eine gesteigerte Thrombosewahrscheinlichkeit bei Patienten mit Polycythaemia vera (PV). Darüber hinaus gibt es Evidenz dafür, dass auch eine erhöhte Leukozytenzahl (≥11×109/l) ein signifikanter, unabhängiger Risikofaktor für Gefäßkomplikationen bei PV-Patienten ist (p=0,02).

Auf Basis der Daten der Studie RESPONSE (Randomized, Open Label, Multicenter Phase III Study of Efficacy and Safety in Polycythemia Vera Subjects Who Are Resistant to or Intolerant of Hydroxyurea: JAK Inhibitor INC424 Tablets Versus Best Available Care) wurde daher untersucht, welchen Effekt Ruxolitinib oder die bestmögliche verfügbare Therapie (BAT) auf die Leukozytenzahl von Patienten mit initial erhöhten Werten hat.

In die multizentrische, offene Phase-III-Studie waren PV-Patienten mit Therapieresistenz oder Unverträglichkeit gegen Hydroxyharnstoff aufgenommen worden. Ruxolitinib hatte sich im Vergleich zu BAT im Hinblick auf das Erreichen des kombinierten primären Endpunkts – Kontrolle des Hämatokritwerts und Reduktion der Milzgröße nach 32 Wochen – als signifikant überlegen erwiesen. Zudem wurde unter der Behandlung mit Ruxolitinib auch eine Reduktion der Lymphozytenzahl beobachtet.

Um den Einfluss der beiden Behandlungsstrategien auf die Leukozytenzahl bewerten zu können, wurde für die explorative Analyse der Datensatz der 80-Wochen-Auswertung aus RESPONSE herangezogen. Die Analyse erbrachte, dass die Leukozytenzahl bei PV-Patienten mit initial erhöhten Werten unter Ruxolitinib stärker reduziert wurde als im BAT-Arm (Woche 12/Woche 32: -7,7/-7,2 ×109/l für Ruxolitinib; -3,2/-4,2 ×109/l für BAT). Die Reduzierungen im Ruxolitinib-Arm konnten bereits früh nach Studienbeginn beobachtet werden und blieben über die Zeit stabil. Die mediane Dauer bis zum Erreichen der genannten Reduktion im Ruxolitinib-Arm betrug acht Wochen; im BAT-Arm war der Median noch nicht erreicht. Im Ruxolitinib-Arm traten weniger thromboembolische Ereignisse auf als im BAT-Arm (1,8 versus 8,2 pro 100 Patientenjahre unter Therapie).

Obwohl die RESPONSE-Studie nicht dafür konzipiert war, den Einfluss der Ruxolitinib-Therapie auf die Rate thromboembolischer Ereignisse zu ermitteln, so lässt sich doch festhalten, dass diese Beobachtung konsistent zu den dokumentierten Effekten des oralen JAK-1/2-Inhibitors auf den Hämatokritwert, die Lymphozytenzahl und die Spiegel des C-reaktiven Protein war, die sämtlich eine Assoziation zum Thromboserisiko aufweisen.

sw

Literatur:

https://ash.confex.com/ash/2015/webprogram/Paper78998.html


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