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Medizin

10. Dezember 2019 Polatuzumab Vedotin + BR vielversprechende neue Option für transplantationsungeeignete r/r DLBCL-Patienten

Nach einer längeren Nachbeobachtungszeit zeigte sich eine bemerkenswerte Dauer des Ansprechens (DoR) bei einem Teil der mit Polatuzumab Vedotin (PV) + Bendamustin + Rituximab (BR) behandelten Patienten, von denen viele eine refraktäre Erkrankung und bereits mehrere vorherige Therapielinien erhalten hatten. Die medianen „Zeit bis zum Ereignis“-Endpunkte änderten sich seit dem letzten Datenschnitt nicht signifikant. Es traten bei längerem Follow-up keine neuen Sicherheitssignale auf. Periphere Neuropathien waren niedriggradig, handhabbar und meist reversibel. Die Zugabe von Polatuzumab Vedotin zu BR erhöhte das Risiko für sekundäre Malignome nicht.
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Das Antikörper-Drug-Konjugat Polatuzumab Vedotin ist gegen CD79b auf B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphom-Zellen gerichtet. Typische PV-assoziierte Nebenwirkungen (AEs) sind Zytopenie und periphere Neurpathie (PN). Bei Patienten mit rezidiviertem/refraktärem diffus-großzelligen B-Zell-Lymphom (r/r DLBCL), die PV zusätzlich zu BR erhielten, wurde bereits beim ASH 2018 von signifikant höheren Raten an Komplettremissionen (CR) im PET berichtet sowie ein verbessertes DoR, progressionsfreies Überleben (PFS) und Gesamtüberleben (OS) gezeigt. Beim diesjährigen ASH wurde nun ein Update der Ergebnisse nach einem weiteren Jahr Nachbeobachtungszeit vorgestellt:

Der mediane Follow-up für Patienten in der Phase-Ib-Gruppe (n=6) und den randomisierten Phase-II-Armen (n=80) betrug 46 bzw. 30 Monate. In der Phase-II-Gruppe (PV + BR: n=40; BR: n=40) hatten die Patienten median 2 vorherige Therapielinien erhalten und die meisten waren refraktär auf die letzte vorherige Behandlung (75% im PV+BR-Arm, 85% im BR-Arm).

PN-Ereignisse (Grad 1-2) traten in 40% (18/45) der mit PV+BR behandelten Patienten auf. Die mediane Zeit bis zu Rückbildung der PN betrug ca. 8 Tage (Range: 0-69), wobei sich die PN bei 56% (10/18) der Patienten komplett zurückbildete. Bei 8 Patienten bestand die PN fort: 4 beendeten die Studie vorzeitig, weil sie aufgrund von Krankheitsprogression oder AEs verstarben, 3 hatten weiterhin PN Grad 1 und 1 zeigte sich bessernde PN (max. Grad 1). Sekundäre Malignome traten bei 4% (2/45) der mit PV+BR behandelten Patienten auf (1 Prostatakarzinom, 1 Plattenepithelkarzinom und MDS) und bei 5% (2/39) der Patienten im BR-Arm (1 Epiglottiskarzinom und MDS, 1 papilläres Schilddrüsenkarzinom).

Das Prüfarzt-bewertete PFS der Phase-II-Gruppe betrug im PV+BR-Arm median 7,5 Monate (95%-KI: 4,9-17,0) vs. 2,0 Monate (95%-KI: 1,5-3,7) im BR-Arm (HR=0,33; 95%-KI: 0,20-0,56). Das mediane OS unter PV+BR-Therapie war mit 12,4 Monaten (95%-KI: 9,0-32,0) länger als unter alleiniger BR-Therapie mit 4,7 Monaten (95%-KI: 3,7-8,3) (HR=0,41; 95%-KI: 0,24-0,71). Die mediane Zeit bis zum ersten Ansprechen betrug 2 Monate (Range: 1,8-5,3). Die mediane DoR für Patienten mit Ansprechen im PV+BR-Arm (n=28) vs. BR-Arm (n=13) lag bei 12,7 (95%-KI: 5,8-27,9) vs. 4,1 Monaten (95%-KI: 2,6-12,7) (HR=0,42; 95%-KI: 0,19-0,91). Bestätigte Responder hatten mit PV+BR (n=19) eine mediane DoR von 27,9 Monaten (95%-KI: 10,3-NE), mit BR (n=7) von 12,7 Monaten (95%-KI: 7,7-NE) (HR=0,44; 95%-KI: 0,14-1,32).

Fast die Hälfte (47%, 9/19) der Patienten mit bestätigtem Ansprechen auf PV+BR blieben zum Zeitpunkt des klinischen Cut-Offs ereignisfrei mit 8 Patienten in CR und 1 Patient in partieller Remission (PR). Von diesen 9 Patienten hatten 8 Patienten eine DoR zwischen 22-34 Monaten. Im BR-Arm blieben 2 Patienten ohne Ereignis; beide hatten eine Konsolidierungstherapie bekommen (1 Bestrahlung, 1 allogene Transplantation). In der Phase-Ib-Kohorte (n=6) waren 3 Patienten bestätigte Responder: 1 Patient wurde nach 45 Monaten progredient, 2 zeigten anhaltendes Ansprechen für mehr als 29 bzw. 44 Monate.   

(übers. v. um)

Quelle: ASH 2019

Literatur:

Sehn LH et al. ASH 2019; Abstract 4081


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