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Medizin

Aktuelle Daten zu Bevacizumab first-line bestätigen Wirksamkeit unabhängig vom Tumorrest

Die frühe und kontinuierliche First-Line-Therapie des fortgeschrittenen Ovarialkarzinoms mit Bevacizumab (Avastin®) in Kombination mit Carboplatin/Paclitaxel bewirkt eine signifikante Verlängerung des progressionsfreien Überlebens (PFS) unabhängig vom Tumorrest. Dies ergab eine Subgruppenanalyse der Phase-III-Studie ICON 7, deren Ergebnisse kürzlich auf dem Amerikanischen Krebskongress in Chicago präsentiert wurden. Die aktuelle Auswertung der in Deutschland als AGO-Ovar 11 bekannten Studie bestätigt die positiven Ergebnisse der ursprünglichen Intention-to-treat-Analyse für alle vordefinierten Subgruppen. Patientinnen mit FIGO-Stadium IIIB-IV, die makroskopisch tumorfrei operiert waren, hatten durch die Behandlung mit Bevacizumab ebenso ein verlängertes PFS (HR = 0,77; 95%-KI = 0,59-0,99) wie  Patientinnen mit einem Tumorrest >0 cm (HR = 0,81; 95-KI = 0,69-0,95) (1).

Die Zulassung von Bevacizumab in Kombination mit Carboplatin/Paclitaxel zur First-Line-Behandlung von Patientinnen mit Ovarialkarzinom im Stadium IIIB-IV im Dezember 2011 brachte nach einem Jahrzehnt des therapeutischen Stillstands erstmals wieder einen bedeutenden Fortschritt in der Therapie des fortgeschrittenen Ovarialkarzinoms. Seither hat sich Avastin first-line als gelebter Standard in der klinischen Routine etabliert. Grundlage der Zulassung in 2011 waren die überzeugenden Wirksamkeitsdaten aus der GOG-0218-Studie (2, 3). Die doppelblinde, Placebo-kontrollierte Phase-III-Studie (n = 1.873) untersuchte die Wirksamkeit von Bevacizumab in Kombination mit Chemotherapie bei der Behandlung von Patientinnen mit fortgeschrittenem Ovarialkarzinom (OC). Die Auswertung durch die Prüfärzte ergab eine signifikante Verlängerung des PFS um 6,2 Monate gegenüber alleiniger Chemotherapie (18,2 vs. 12,0 Monate) bei Patientinnen, die first-line mit Bevacizumab in Kombination mit Carboplatin/Paclitaxel und anschließender kontinuierlicher Bevacizumab-Monotherapie von insgesamt 15 Monaten behandelt wurden. Das entsprach einer signifikanten Reduktion des Progressionsrisikos um 36% (HR = 0,644; p < 0,0001) (2, 3, 4). Die Vorteile einer frühzeitigen und kontinuierlichen Bevacizumab-Gabe zeigten sich unabhängig vom Alter, dem Allgemeinzustand, dem Tumorstadium und dem postoperativen Tumorrest der Patientinnen (1, 3).


Auch in der Rezidiv-Therapie verlängert die Zugabe des VEGF-Antikörpers die Zeit bis zum Tumorprogress. Dabei kann Bevacizumab sowohl zur Behandlung des platinsensiblen als auch des platinresistenten Rezidives eingesetzt werden, wenn die Patientin den monoklonalen Antikörper nicht bereits in der Primärtherapie erhalten konnte. Studien ergaben für  beide Rezidiv-Situationen einen signifikante Verlängerung des PFS um 4,0 Monate (HR = 0,484; 95%-KI = 0,388-0,605; p < 0,0001) (2, 5) bzw. 3,3 Monate (HR = 0,48; 95%-KI = 0,38-0,60; p<0,001) (6).

Die zielgerichtete Therapie mit Bevacizumab ist nicht nur wirksam, sondern zugleich sicher und verträglich. Die Wirksamkeit bestätigte sich erneut in den aktuellen, auf dem Amerikanischen Krebskongress vorgestellten Subgruppen-Daten. Das Sicherheitsprofil entsprach den bekannten Ergebnissen früherer Untersuchungen zur First-line und Rezidiv-Therapie (1, 3, 5, 6).

Literatur:

(1) Gonzalez MA et al., J Clin Oncol 2015, 33 (Suppl):#5548
(2) Aktuelle Fachinformation Avastin®
(3) Burger RA et al., N Engl J Med 2011; 365: 2473-2483
(4) Burger RA et al., J Clin Oncol 2011; 29 (suppl): 337s, # 5023
(5) Aghajanian C et al., J Clin Oncol 2012; 30: 2039-2045
(6) Pujade-Lauraine E et al., J Clin Oncol 2014; 32: 1302-1308

 


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