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Medizin

03. Juni 2019 Pembrolizumab + Chemotherapie firstline bei metastasiertem nicht-plattenepithelialen NSCLC: Medianes OS, PFS und PFS2 nahezu verdoppelt

Die im Rahmen einer Poster- /Poster-Discussion-Session bei der 55. ASCO-Jahrestagung in Chicago/IL, USA, vorgestellten aktualisierten Daten der KEYNOTE-189-Studie zeigen, dass die Kombination von Pembrolizumab mit Chemotherapie in der Erstlinie auch nach einer verlängerten Nachbeobachtungszeit zu einem deutlichen Vorteil beim medianen Gesamtüberleben (mOS) von Patienten mit nicht kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) ohne Plattenepithelhistologie führt (1,2). Das mOS, das mediane progressionsfreie Überleben (mPFS) und das mediane PFS2 wurden durch Pembrolizumab in Kombination mit Pemetrexed + Carbo- oder Cisplatin in der Erstlinie nahezu verdoppelt.
 
Pembrolizumab (KEYTRUDA®) ist in Kombination mit Pemetrexed und Platin-Chemotherapie zur Erstlinienbehandlung des metastasierenden nicht plattenepithelialen NSCLC ohne EGFR- oder ALK-positive Tumormutationen bei Erwachsenen zugelassen. Die Zulassung beruht auf den Daten der doppelblinden Phase-III-Studie KEYNOTE-189, in die 616 neu diagnostizierte Patienten mit metastasiertem nicht-plattenepithelialem NSCLC eingeschlossen worden waren (2). Die Patienten erhielten nach einer 2:1 Randomisierung entweder Pembrolizumab plus eine Chemotherapie aus Pemetrexed und Carbo- oder Cisplatin über 4 Zyklen gefolgt von Pembrolizumab/Pemetrexed oder Placebo + Chemotherapie über 4 Zyklen gefolgt von einer Erhaltungstherapie mit Plazebo/Pemetrexed. Primäre Studienendpunkte waren das OS und das PFS.

Die Dreierkombination Pembrolizumab plus Carboplatin + Pemetrexed war einer reinen Chemotherapie aus Carboplatin und Pemetrexed in Bezug auf die primären Endpunkte überlegen (1,3). Die 1-Jahres-Überlebensrate betrug 69,2% in der Pembrolizumab-Gruppe vs. 49,4% in der reinen Chemotherapie-Gruppe. Das mOS war im Pembrolizumab-Arm noch nicht erreicht und betrug 11,3 Monate mit Chemotherapie alleine (HR=0,49; p<0,001). Das Ergebnis entspricht somit einer Reduktion des Mortalitätsrisikos um rund 50% in der Gesamtgruppe aller mit Pembrolizumab behandelten Patienten. Der Benefit wurde in jeder PD-L1-Subgruppe mit unterschiedlichen Expressionsgraden (Tumor Proportion Score [TPS] 1-49%, ≥ 50%) erreicht, auch bei einem TPS < 1% (3).

Auf dem ASCO 2019 wurden zum einen aktualisierte Daten nach einer längeren Nachbeobachtungszeit und zum anderen zum ersten Mal Daten zum PFS2 präsentiert (1,2). Das PFS2 ist definiert als die Zeit von der Randomisierung bis zur Erkrankungsprogression nach Beginn einer Zweitlinientherapie oder bis zum Tod.

Wie Gadgeel et al. im Rahmen einer Poster-Session in Chicago berichteten, war zum Zeitpunkt des Datenschnitts am 21. September 2018 und nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 18,7 Monaten das mOS mit 22,0 Monaten im Chemo-Immuntherapie-Arm weiterhin signifikant länger als im Chemotherapie-Arm mit 10,7 Monaten (HR=0,56; 95%-KI:0,45-0,70; p<0,00001). Auch das mPFS war unter Pembrolizumab + Chemotherapie signifikant verlängert (HR=0,48; 95%-KI: 0,40-0,58, p<0,00001). Der Vorteil beim OS und PFS durch Pembrolizumab wurde auch nach der längeren Nachbeobachtungszeit in allen PD-L1-Subgruppen gesehen (Gesamtpopulation: OS-HR=0,56 und PFS-HR=0,48; TPS ≥ 50%: OS-HR=0,59 und PFS-HR=0,36; TPS 1-49%: OS-HR=0,62 und PFS-HR=0,36; TPS < 1%: OS-HR 0,52 und PFS-HR 0,64) (1) – bei handhabbarem Sicherheitsprofil.

Die mit Spannung erwarteten neuen Daten zum PFS2 passten sich genau in das bestehende Gesamtbild ein. Das mPFS 2 war mit 17,0 Monaten bei den Patienten, die bereits in der Erstlinie die Kombination aus Pembrolizumab + Chemotherapie erhielten, signifikant länger als bei den Patienten, die eine Chemotherapie ohne Beteiligung von Pembrolizumab erhielten (9,0 Monate; HR=0,49; 95%-CI:0,40-0,59; p<0,00001). Auch das PFS2 erwies sich als unabhängig vom PD-L1-Status der Patienten (TPS ≥ 50%: HR=0,47; TPS 1-49%: HR 0,59, TPS < 1%: 0,46).

Gadgeel et al. fassten zusammen, dass unter der Kombination Pembrolizumab + Pemetrexed + Carboplatin bei Patienten mit metastasiertem nicht-plattenepithelialem NSCLC das mOS, PFS und PFS2 gleichermaßen fast verdoppelt wurden – und das, obwohl 54% der Patienten der Plazebogruppe im weiteren Verlauf doch einen PD-L1-Inhibitor erhielten, darunter 41% eine Pembrolizumab-Monotherapie.
Damit unterstreichen diese aktuellen Daten, dass Patienten mit nicht-plattenepithelialem NSCLC Pembrolizumab bereits in der Erstlinie erhalten sollten, und zwar unabhängig von ihrem PD-L1-Status.

cs

Quelle: ASCO 2019

Literatur:

Gadgeel SM et al. KEYNOTE-189: Updated OS and progression after the next line of therapy (PFS2) with pembrolizumab (pembro) plus chemo with pemetrexed and platinum vs placebo plus chemo for metastatic nonsquamous NSCLC. J Clin Oncol 37;2019 (suppl;abstr 9013)

Arbour KC. Vortrag bei der Poster Discussion Session „Lung Cancer – Non Small Cell Metastatic“ im Rahmen der 55. ASCO-Jahrestagung am 2. Juni 2019 in Chicago/IL, USA

Gandhi L et al., N Engl J Med 2018; 378: 2078-2092


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