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Medizin
15. April 2013

Paul-Martini-Preis 2013 für verträglichere Therapie des Hodgkin-Lymphoms

Patienten mit Hodgkin-Lymphom können heute wesentlich verträglicher behandelt werden als noch vor wenigen Jahren, und das bei unverändert guter Wirksamkeit. Dies ist maßgeblich der Deutschen Hodgkin Studiengruppe unter Leitung von Prof. Dr. Andreas Engert von der Uniklinik Köln zu verdanken, denn dieser Zusammenschluss deutscher Krebsärzte aus mehr als 400 Einrichtungen hat die entsprechenden Therapiepläne konzipiert und erprobt. Dafür ist Engert heute in Wiesbaden mit dem mit 25.000 Euro dotieren Paul-Martini-Preis ausgezeichnet worden.

Dieser Preis wird jährlich von der Paul-Martini-Stiftung, Berlin, für herausragende Leistungen in der klinisch-therapeutischen Arzneimittelforschung verliehen. Die Verleihung fand bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) in Wiesbaden statt.

Jährlich erkranken in Deutschland rund 2.500 Patienten neu an Hodgkin-Lymphom, darunter auch Kinder. Dabei kommt es zu schmerzlosen Schwellungen von Lymphknoten. Galt diese Erkrankung noch vor drei Jahrzehnten als unheilbar, zählt sie mittlerweile zu den Krebsformen mit den besten Heilungschancen. Behandelt wird sie mit Chemotherapie und Bestrahlungen. Leider kann die Behandlung auch zu Spätschäden führen, beispielsweise Leukämien, Herz- und Lungenschäden, vorzeitige Menopause oder Unfruchtbarkeit. Daher konzentrierte sich die Studiengruppe in den letzten Jahren - mit Erfolg - auf die Entwicklung von Therapieplänen, die das Lymphom unvermindert gut bekämpfen, aber mit weniger Chemotherapie-Gaben und geringeren Bestrahlungsdosen auskommen. Binnen kurzer Zeit wurden die neuen Behandlungspläne zum internationalen Standard.

Bessere Verträglichkeit war auch eines der Ziele bei der Entwicklung eines neuen Hodgkin-Medikaments mit der Bezeichnung Brentuximab Vedotin, an der Engert mit der Studiengruppe mitwirkte. Der Wirkstoff heftet sich fast nur an die Tumorzellen und zerstört diese, während er andere Körperzellen weitgehend unbeeinträchtigt lässt. Das Medikament ist seit kurzem zugelassen; weitere Studien zum optimierten Einsatz des Wirkstoffs in verschiedenen Krankheitsstadien laufen oder sind in Vorbereitung.

An den Therapiestudien der Deutschen Hodgkin Studiengruppe beteiligen sich über 400 medizinische Einrichtungen: Universitäts- und andere Kliniken, Krankenhäuser sowie spezialisierte Facharztpraxen. Rund 60% der Patienten mit Hodgkin Lymphom in Deutschland werden im Rahmen von Studien therapiert.

Quelle: Paul-Martini-Stiftung (PMS)


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