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Medizin
05. Dezember 2012

Patienten mit neu diagnostiziertem Glioblastom profitieren von Bevacizumab

Bei Patienten mit neu diagnostiziertem Glioblastom (GBM) verlängert sich das mediane progressionsfreie Überleben unter der Behandlung mit Avastin® (Bevacizumab) in Kombination mit Bestrahlung und Chemotherapie gegenüber Bestrahlung und Chemotherapie alleine signifikant um 4,4 Monate (1, 2). Dies belegen Daten aus der Phase-III-Studie AVAglio, die jetzt auf der 17. Jahrestagung der Society for Neuro-Oncology in Washington D.C., USA, vorgestellt wurden.

Das Glioblastom ist die häufigste und aggressivste Form der Gliome. Die 5-Jahres-Überlebensrate liegt bei < 3% (3). Für Patienten mit neu diagnostizierter Erkrankung gibt es bislang nur sehr wenige Therapieoptionen. Ein besonders bedeutender Faktor bei der Behandlung des Glioblastoms ist die Verlängerung des progressionsfreien Überlebens (Progression Free Survival, PFS) (1).

Signifikant verlängertes progressionsfreies Überleben mit Bevacizumab

In der AVAglio-Studie verringert Bevacizumab in Kombination mit Bestrahlung und Temozolomid-Chemotherapie gegenüber einem Kontrollarm aus Bestrahlung, Chemotherapie und Placebo das Risiko des Fortschreitens der Erkrankung um 36% (HR = 0,64; p < 0,0001). Das mediane progressionsfreie Überleben verlängerte sich gegenüber Placebo signifikant um 4,4 Monate (p < 0,0001). Die Lebensqualität der Patienten konnte in beiden Studienarmen während der progressionsfreien Zeit konstant erhalten oder verbessert werden. Dies wurde anhand des Karnofsky Performance Status (KPS) zur Messung der Selbstständigkeit (funktionelle Unabhängigkeit) sowie einer Reihe von relevanten Messgrößen der gesundheitsbezogenen Lebensqualität nachgewiesen. Das ist ein wichtiges Ergebnis, welches die Bedeutung einer verlängerten progressionsfreien Zeit unter Bevacizumab betont, in der die Patienten von einer stabilen oder verbesserten Lebensqualität profitieren können. Darüber hinaus benötigten die Patienten aufgrund des verlängerten PFS weniger Corticosteroide als die Vergleichsgruppe. In der AVAglio-Studie wurden keine neuen Sicherheitsbefunde beobachtet und die Nebenwirkungen entsprachen denen in früheren Studien mit Bevacizumab bei verschiedenen Tumorarten in den zugelassenen Indikationen (1).

AVAglio: Erste positive Phase-III-Studie bei Patienten mit neu diagnostiziertem GBM seit 2005

In der randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Phase-III-Studie AVAglio wurde Bevacizumab in Kombination mit Bestrahlung und Temozolomid-Chemotherapie mit einem Kontrollarm aus Bestrahlung, Temozolomid-Chemotherapie und Placebo verglichen. In die Studie wurden 921 Patienten mit neu diagnostiziertem Glioblastom eingeschlossen. Die co-primären Endpunkte waren das von den Prüfärzten beurteilte Gesamtüberleben (Overall Survival, OS) und das progressionsfreie Überleben. Zu den sekundären Endpunkten zählten das von einem unabhängigen Prüfungsgremium beurteilte PFS, die Ein- und Zweijahres-Überlebensraten sowie die gesundheitsbezogene Lebensqualität. Das Zwischenergebnis zum OS ergab keine statistische Signifikanz (HR = 0,89; p < 0,2135). Die endgültigen OS Daten werden für 2013 erwartet. Durch das Erreichen der Kriterien für den Endpunkt PFS ist AVAglio seit 2005 die erste positive Phase-III-Studie bei Patienten mit neu diagnostiziertem Glioblastom (1).

Literaturhinweise:
(1) Chinot O et al., SNO 2012, Abstract OT-03
(2) Presseinformation: Medienstelle der Roche Gruppe, Basel, 17. November 2012
(3) WHO, IARC, Globocan World Cancer Report 2003



 


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