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Medizin

27. Februar 2020 Pankreaskarzinom: Behandlungsoptionen mit Olaparib

Die medianen Überlebensraten bei Patienten mit Pankreaskarzinom haben sich in den vergangenen Jahrzehnten praktisch nicht verbessert und liegen in verschiedenen westlichen Industrienationen trotz des Einsatzes zytostatischer Standardtherapien bei rund 10 Monaten (1), erklärte Prof. Thomas Seufferlein, Ulm, bei einem Symposium im Rahmen des Deutschen Krebskongresses (DKK) 2020. Nun ruht die Hoffnung auf molekular basierten zielgerichteten Therapien, beispielsweise PARP-Inhibitoren bei Patienten mit BRCA-Mutationen in der Keimbahn – und möglicherweise auch im Tumor.
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Wie Prof. Hana Algül, München, berichtete, untersuchte die POLO-Studie, ob eine Erhaltungstherapie mit dem PARP-Inhibitor Olaparib (Lynparza®) bei Patienten mit metastasiertem Pankreaskarzinom und einer Keimbahnmutation im BRCA1- oder BRCA2-Gen nach platinhaltiger Chemoinduktionstherapie die progressionsfreie Zeit ohne wesentliche Beeinträchtigung der Lebensqualität verlängern kann. Schätzungsweise 4-7% der Patienten mit metastasiertem Pankreaskarzinom weisen eine solche Keimbahnmutation (gBRCAm) auf. 154 Patienten mit metastasiertem, gBRCAm-Pankreaskarzinom ohne Progress nach platinhaltiger Chemotherapie wurden 3:2 randomisiert und erhielten entweder Olaparib (300 mg bid; n=92) oder Placebo (n=62). Die Behandlung begann 4-8 Wochen nach der letzten Chemotherapie. Die Patienten waren im Mittel 57 Jahre; zwei Drittel trugen BRCA1- und der Rest BRCA2-Mutationen.

In einer Zwischenanalyse (Datenschnitt 15. Januar 2019) führte Olaparib zu einer statistisch signifikanten und klinisch relevanten Verlängerung des PFS gegenüber Placebo (median 7,4 vs. 3,8 Monate; HR=0,53; p=0,0038). Damit wurde das Progressionsrisiko unter Olaparib um 47% vermindert (2). Algül berichtete, dass er selbst mit Olaparib bei betroffenen Patienten Verläufe erlebt habe, „die man sonst vom Pankreaskarzinom nicht kennt“.

In jüngster Zeit deutet sich an, dass neben den Patienten mit einer BRCA-Keimbahnmutation auch Patienten mit einer somatischen „BRCA-ness-Signatur“ im Tumor, die 15-30 % der Patienten betrifft, von einer PARP-Inhibition profitieren können. Belastbare Studiendaten dazu liegen aber noch nicht vor. Die Pathologin Prof. Evelin Schröck, Dresden, hält aber bereits heute eine „gemeinsame Bewertung von Keimbahn und Tumor“ für sehr hilfreich. Die Pathologin sprach sich dafür aus, schon heute alle Patienten mit Pankreaskarzinom auf BRCA-Mutationen zu testen, denn die Familienanamnese sei für die Auswahl der Patienten nicht immer hilfreich.

Claudia Schöllmann

Quelle: Symposium „Jetzt wird’s persönlich / PARP-Inhibition beim Pankreaskarzinom“ im Rahmen des DKK 2020, 19.02.2020, Berlin, Veranstalter: AstraZeneca

Literatur:

(1) Arnold M et al. Lancet Oncol 2019; 20 (11), 1493-1505.
(2) Kindler HL et al. J Clin Oncol 37; 2019 (suppl;abstr LBA4).


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