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Medizin

02. Juni 2016 Palliativmedizin: Sensor meldet stressbedingte Veränderungen

„Die Pflege von Patienten, die nicht selbständig um Hilfe bitten können, verlangt dem Pflegepersonal und pflegenden Angehörigen eine hohe Aufmerksamkeit ab. Die kann aber in vielen Fällen nur unzureichend sichergestellt werden“, sagt iSenDi-Verbundleiterin Prof. Dr. Gerhild Becker, Ärztliche Direktorin der Klinik für Palliativmedizin des Universitätsklinikums Freiburg. Mit einer kaum wahrnehmbaren, unter dem Bettlaken platzierten Sensormatte sollen Vitaldaten wie Herzfrequenz, Atmung und Feuchtigkeit aufgezeichnet werden. Zeigen sich stressbedingte Veränderungen, sollen sofort die Betreuenden informiert werden.
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Menschen mit stark ausgeprägter Demenz oder andere schwer kranke Patienten können in Stresssituationen oft nicht gezielt Hilfe rufen. Um solche Belastungssituationen früh zu erkennen, entwickelt das Forschungskonsortium „iSenDi“ ein System, das bei bettlägerigen Patienten den sogenannten Distress in Form von Schmerz-, Atemnot- oder Angstattacken erkennen und Alarm schlagen soll. Die Entwicklung dieses Systems unter Leitung der Klinik für Palliativmedizin des Universitätsklinikums Freiburg wird seit April 2016 für drei Jahre durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 1,96 Millionen Euro gefördert.

Insgesamt sind acht Partner aus Hochschule, medizinischer Versorgung und Industrie beteiligt. iSenDi steht für Intelligentes Sensor- und Monitoringsystem zur Erfassung von Distress. „iSenDi soll Pflegende und Angehörige entlasten und den Patienten schnellere Hilfe in Stresssituationen bringen - und das gleichermaßen im klinischen Umfeld, in Pflegeheimen und zuhause.“ Um das zu gewährleisten, soll das System einfach zu handhaben sein.

„Die größte Herausforderung wird sein, dem System den Unterschied zwischen belastendem Stress und normalen Situationen beizubringen“, sagt Projekt-Initiator Dr. Jan Gärtner, Oberarzt an der Klinik für Palliativmedizin des Universitätsklinikums Freiburg. Projektkoordinator Titus Sparna weist auf die Möglichkeiten hin, die sich aus der Zusammenarbeit zwischen Partnern aus der Industrie und den Hochschulen ergeben : „iSenDi eröffnet neue Wege der Zusammenarbeit, damit Ideen, die am Krankenbett entstanden sind, schneller in neue Produkte umgesetzt werden können und so den Patienten zugutekommen“. Mit den größtenteils regionalen Projektpartnern wird entsprechend eine längerfristige Zusammenarbeit angestrebt. Um Privatsphäre und Datenschutz sicherzustellen, sollen die Messdaten nur auf dem geräteinternen Computer ausgewertet werden. Neben der technischen Entwicklung werden in dem Projekt auch die Akzeptanz sowie die ethische Beurteilung eines solchen Systems untersucht. Am Universitätsklinikum Freiburg sind die Klinik für Palliativmedizin, die Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie sowie das Zentrum für Geriatrie und Gerontologie an dem Konsortium beteiligt. Insgesamt werden die Projektteile des Universitätsklinikums Freiburg mit 700.000 Euro gefördert.

Quelle: Universitätsklinikum Freiburg


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