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Medizin

03. Juli 2017
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Palbociclib bei älteren Frauen mit HR-positivem/HER2-negativem metastasierten Brustkrebs wirksam

Die gepoolten Daten der Zulassungsstudien PALOMA*-1 bis -3 belegen bei älteren Patientinnen mit Hormonrezeptor-positivem (HR+), humanen epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor-2-negativem (HER2-) metastasierten Brustkrebs eine besonders gute Effektivität von Palbociclib (Ibrance®)** in Kombination mit einer endokrinen Therapie. Palbociclib plus Fulvestrant oder Letrozol zeigte sowohl in der Erst- als auch in der Zweitlinientherapie ein signifikant verbessertes progressionsfreies Überleben (PFS) in den Altersgruppen ≥ 65-74 Jahre und ≥ 75 Jahre. Die Patientinnen profitieren zudem von der guten Verträglichkeit und dem einfachen Therapiemanagement (1).
Brustkrebs ist mit rund 70.000 Neuerkrankungen und 18.000 Todesfällen jährlich die häufigste invasive Krebsart bei Frauen in Deutschland (2). Dabei steigt mit zunehmendem Alter die Erkrankungsrate: Über 40% aller Brustkrebstypen werden bei Frauen über 60 Jahren diagnostiziert (3,4). Der HR-positive/HER2-negative Brustkrebs tritt ab einem Alter von 65 Jahren am häufigsten auf (5).

Eine aktuelle Analyse von Rugo et al. (1) geht der Frage nach, ob die guten Effektivitätsdaten aus dem PALOMA-Studienprogramm, das im November 2016 zur Zulassung von Ibrance® für diese Brustkrebsart geführt hat, gleichermaßen für die ältere Patientengruppe gelten. Die Studienergebnisse belegen die gute Wirksamkeit von Palbociclib in Kombination mit einer endokrinen Therapie bei älteren Frauen mit HR-positivem/HER2-negativem metastasierten Brustkrebs und zeigen eine hohe Ansprechrate im Vergleich zur endokrinen Monotherapie. So erhöhte sich für die Kombination Palbociclib und Letrozol in dieser Patientengruppe das mediane progressionsfreie Überleben signifikant im Vergleich zur alleinigen Letrozol-Therapie. Patientinnen zwischen 65 und 74 Jahren blieben unter der Erstlinientherapie Palbociclib plus Letrozol 27,5 Monate (24,2 – nicht bestimmbar (NE)) progressionsfrei und damit 3,1 Monate länger als in der Gesamtstudiengruppe PALOMA-1 und -2 (24,4 Monate, 95% Konfidenzintervall (CI), 22,0-26,2). In der Altersgruppe ≥75 Jahre betrug das PFS (19,2 – NE ), aufgrund der geringen Fallzahl war die statistische Analyse für diese Gruppe limitiert. Auch in der PALOMA-3-Studie zeigte Palbociclib ein signifikant verbessertes PFS in diesen beiden Altersgruppen als im Vergleichsarm (9,5 Monate, 95% Konfidenzintervall (CI), 9,2-11): In Kombination mit Fulvestrant konnte Palbociclib das Fortschreiten der Erkrankung bei den ≥ 65-74 Jährigen um 16,1 Monate (12,0 - NE) und bei den ≥ 75 Jährigen um 13,6 Monate (7,5 - NE) verzögern (1).

Auch bei der älteren Patientenpopulation wurden keine neuen Sicherheitsbedenken identifiziert. Mit Ausnahme von Neutropenien und Leukopenien waren unter der Palbociclib-Behandlung die meisten Nebenwirkungen von Grad 1 oder 2 und klinisch unbedenklich. Am häufigsten traten wie in der Gesamtpopulation auch bei älteren Frauen Neutropenien auf (≥ 65-74 Jahre 77% vs. 1% und ≥ 75 Jahre 90% vs. 3%), wobei febrile Neutropenien (≥ 65-74 Jahre 1% und ≥75 Jahre 2%) ebenso selten vorkamen wie in den anderen Altersgruppen (1%) (1). Mit individuellen Dosisanpassungen und Therapieunterbrechungen konnten Nebenwirkungen – wie unter der Kombinationstherapie mit Fulvestrant gezeigt –ohne Wirksamkeitsverlust gut behandelt werden (6). Wie die pharmakokinetischen Untersuchungen andeuten, ist eine Dosisanpassung alleinig aufgrund des Alters nicht notwendig. Auch wenn die durchschnittliche Abbaurate von Palbociclib bei Patientinnen ab 65 Jahren langsamer war als bei den unter 65-Jährigen, sind die beobachteten Unterschiede nicht von klinischer Relevanz. Die Behandlung mit Palbociclib ist somit auch für ältere Patientinnen ab 65 Jahren mit hormonsensitivem metastasierten Brustkrebs sicher und verträglich (1).

Neben der guten Wirksamkeit und Verträglichkeit zeichnet sich die Behandlung mit Palbociclib durch ein einfaches Therapiemanagement aus. Es wird empfohlen, die Hartkapsel in der Standarddosis von 125 mg einmal täglich über 21 Tage oral einzunehmen. Danach folgt eine einwöchige Therapiepause, bevor der zweite Zyklus beginnt. Die regelmäßige Kontrolle des Blutbilds, alle 14 Tage in den ersten beiden Zyklen und danach alle vier Wochen (7), kann vom niedergelassenen Gynäkologen oder Hausarzt durchgeführt werden.
 
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