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Medizin

19. November 2020 Ovarialkarzinom: Erhaltungstherapieoptionen für Patientinnen mit fortgeschrittenen Tumoren

Vor Einführung der PARP-Inhibitoren wurde das Ovarialkarzinom zunächst mit einer Chemotherapie behandelt und im Anschluss daran bis zum Progress beobachtet. Mit einer Erhaltungstherapie kann das therapiefreie Intervall verlängert werden. Bei einem Satellitensymposium im Rahmen des diesjährigen virtuellen ESMO sprach Antonio Jose Gonzalez Martin, Madrid, Spanien, über die Erstlinien-Erhaltungstherapie mit Niraparib.
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Die Erstlinien-Erhaltungstherapie ist eine etablierte Therapiestrategie in der Behandlung des fortgeschrittenen Ovarialkarzinoms. Gonzales Martin verwies auf die verfügbaren Optionen: Die Monotherapie mit den PARP-Inhibitoren Niraparib bzw. Olaparib, oder dem VEGF-gerichteten Antikörper Bevacizumab sowie die Kombinationstherapie mit Olaparib + Bevacizumab. Die Zulassung von Niraparib wurde auf Basis der Studienergebnisse der PRIMA-Studie gegeben.

In der PRIMA-Studie erhielten Patientinnen mit neu diagnostiziertem Ovarialkarzinom und hohem Risiko für ein Rezidiv nach Ansprechen auf eine Platin-basierte Erstlinientherapie 2:1 randomisiert Niraparib oder Placebo. Niraparib bewirkte bei Patientinnen mit HR (homologe Rekombination)-defizientem Ovarialkarzinom eine 57% Risikoreduktion für einen Progress im Vergleich zu Placebo (HR=0,43; 95%-KI: 0,31-0,59; p<0,001). Im Median wurde das progressionsfreie Überleben (PFS) bei diesem Klientel durch die Niraparib-Erhaltungstherapie von 10,4 auf 21,9 Monate verlängert. In der ITT-Population mit nicht selektierten Patientinnen betrug die PFS-Risikoreduktion 38% (HR=0,62; 95%-KI: 0,50-0,76; p<0,001) und der Median 13,8 Monate im Niraparib- versus 8,2 Monate im Placebo-Arm. Bei Patientinnen mit HR-defizienten BRCA-mutierten oder HR-defizienten BRCA-Wildtyp Tumoren wurde ein vergleichbarer Therapieerfolg mit Niraparib beobachtet (HR=0,40 bzw. 0,50). Bei HR-kompetenten Tumoren war der Unterschied durch die Niraparib-Erhaltungstherapie in einer Subgruppenanalyse ebenfalls signifikant (HR=0,68; 95%-KI: 0,49-0,94).

Das Sicherheitsprofil der Niraparib-Erhaltungstherapie war in der PRIMA-Studie gut handhabbar. Es brachen 12% der Patienten im Niraparib- vs. 3% im Placebo-Arm die Therapie aufgrund von Nebenwirkungen ab. Klinisch relevante Nebenwirkungen traten bei 24% vs. 3% der Patienten auf. Mit der einmal täglichen oralen Einnahme bei individueller Dosierung wurde Niraparib lange und gut toleriert und die Lebensqualität der Patientinnen blieb erhalten.

Dr. Ine Schmale

Quelle: Satellitensymposium „Treatment options for women with advanced ovarian cancer: Evaluating the evidence“, im Rahmen der virtuellen Jahrestagung der European Society of Medical Oncology (ESMO), 24.09.2020; Veranstalter: GSK


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