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Medizin

29. März 2017 Ovarialkarzinom: Bevacizumab plus Carboplatin und Paclitaxel als First-Line-Standard

Bevacizumab (Avastin®) in Kombination mit Carboplatin und Paclitaxel ist der etablierte Standard für die First-Line-Therapie von Frauen mit fortgeschrittenem Ovarialkarzinom (alte FIGO-Stadien IIIb-IV). Prof. Dr. Jacobus Pfisterer, Direktor des Zentrums für Gynäkologische Onkologie, Kiel, betonte in seinem Vortrag beim 7. Essener Symposium den zentralen Stellenwert von Avastin in der First-Line. Dabei verwies er auf die Daten der GOG-0218-Studie, in der Avastin in Kombination mit Carboplatin/Paclitaxel das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) der Patientinnen signifikant um 6,2 Monate gegenüber der alleinigen Chemotherapie verlängert hatte (1,2). Die Resultate der Zulassungsstudie wurden kürzlich durch eine aktuelle Auswertung aus dem Klinikalltag untermauert (3-5).
Die zweite planmäßige Auswertung der bundesweit durchgeführten, nicht-interventionellen Studie (NIS) OTILIA bestätigte die hohe Wirksamkeit von Avastin (15 mg/kg KG, alle 3 Wochen) in Kombination mit Carboplatin/Paclitaxel unter klinischen Alltagsbedingungen bei nicht vorbehandelten Patientinnen. Frauen mit fortgeschrittenem Ovarialkarzinom, die mit dem Avastin-haltigen Regime behandelt wurden und anschließend Avastin als Erhaltungstherapie über insgesamt 15 Monate erhielten, blieben median 21,7 Monate progressionsfrei (3).

Daten aus Klinikalltag bestätigen Wirksamkeit auch bei älteren Patientinnen

Die Untersuchung zeigte darüber hinaus, dass die Patientinnen unabhängig vom Alter von der First-Line-Therapie mit Avastin profitieren: Die Subgruppenauswertung ergab mit median 20,2 Monaten bei älteren Patientinnen (≥ 70 Jahre; n = 284) und median 22,6 Monaten bei jüngeren Patientinnen (< 70 Jahre; n = 429) ein vergleichbar hohes PFS. Das Avastin-Regime erwies sich zudem als sicher und gut verträglich: Das aus den klinischen Studien bekannte Sicherheitsprofil bestätigte sich auch im Praxisalltag (1-7).

6,2 Monate signifikant verlängertes PFS unter First-Line-Standard

Die aktuellen Ergebnisse aus dem klinischen Alltag bilden eine wichtige Ergänzung der Resultate der zulassungsrelevanten Studie GOG-0218 (1,2). Die multizentrische, randomisierte Phase-III-Studie hatte die Vorteile einer frühen und kontinuierlichen First-Line-Therapie mit Avastin bei Frauen mit fortgeschrittenem Ovarialkarzinom belegt. Die Patientinnen blieben median 18,2 Monate ohne Progression, was einem signifikanten PFS-Vorteil von 6,2 Monaten gegenüber alleiniger Chemotherapie und einer Reduktion des Mortalitätsrisikos um 36 % entsprach (HR = 0,644; p < 0,0001). Die GOG-0218 führte im Jahr 2011 zur Zulassung von Avastin für die Therapie des fortgeschrittenen Ovarialkarzinoms (alte FIGO-Stadien IIIb-IV) (7). Die Studien OCEANS (8) und AURELIA (9) führten in der Folge zur Erweiterung der Zulassung zur Behandlung des platinsensitiven Rezidivs (in Kombination mit Carboplatin/Gemcitabin) sowie zur Behandlung von Patientinnen mit platinresistentem Rezidiv eines Ovarialkarzinoms (in Kombination mit Paclitaxel, Topotecan oder pegyliertem liposomalen Doxorubicin).

Quelle: Roche

Literatur:

(1) Burger RA et al. N Engl J Med 2011; 365: 2473-83
(2) Burger RA et al. J Clin Oncol 2011; 29 (Suppl.): 33s, Abstract 5023
(3) Mustea A et al. ESMO 2016 (867P); Ann Oncol 2016; 27 (6): 296-312
(4) Mustea A et al. ECC 2015; Abstract 2754
(5) Wimberger P et al. ESGO 2015; Abstract 0919
(6) Perren TJ et al. N Engl J Med 2011; 365: 2484-96
(7) Fachinformation Avastin®, Stand: Januar 2017
(8) Aghajanian C et al. J Clin Oncol 2012; 30(17): 2039-45
(9) Husain A et al. J Clin Oncol 2014; 32 (Suppl.): 5s, Abstract 5540


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