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Medizin
23. Juni 2016

Osteoprotektion mit Denosumab als Teil des onkologischen Gesamtkonzepts

Knochenmetastasen repräsentieren ein klinisch relevantes Problem der onkologischen Erkrankung und Behandlung: Sie haben nicht selten Komplikationen wie Schmerzen oder pathologische Frakturen zur Folge, die stationäre Aufenthalte erforderlich machen und eine hohe Krankheitslast verursachen. Supportive Maßnahmen zur Osteoprotektion sind daher ein wichtiges Element eines onkologischen Gesamtkonzepts. Hier hat der RANK-Ligand-Inhibitor Denosumab (XGEVA®) einen hohen Stellenwert (1).
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Vorgehen beim ossär metastasierten Prostatakarzinom

Urologische Tumore gehören zu den Tumorentitäten, die besonders häufig ossäre Metastasen entwickeln: 80% der Patienten mit metastasiertem Prostatakarzinom weisen Knochenmetastasen auf (2). „Wir wissen bereits seit Jahrzehnten, dass das Prostatakarzinom mit einer sehr hohen Affinität zum Knochen einhergeht“, bestätigte Prof. Dr. Dorothea Weckermann, Klinikum Augsburg. „Folglich müssen wir mit einer Reihe von Knochenkomplikationen rechnen, die beim Prostatakarzinom im Verlauf auftreten können.“

Vor diesem Hintergrund gehört der Einsatz von Denosumab zu den osteoprotektiven Standardoptionen, die als Bestandteil des onkologischen Gesamtkonzepts angesehen werden und zur leitliniengerechten Prävention von skelettalen Ereignissen (SRE) bei Knochenmetastasen aufgrund solider Tumoren empfohlen werden (2,3). „Beim hormonsensitiven Prostatakarzinom und Knochenmetastasen sollte sich die Entscheidung für eine Osteoprotektion am individuellen Risikoprofil der Patienten – beispielsweise das Vorliegen einer hohen Metastasenlast oder Knochenkomplikationen in der Vergangenheit – orientieren. Beim ossär metastasierten Prostatakarzinom ist die osteoprotektive Therapie beim kastrationsrefraktären Patienten klar indiziert.“ So hatten Patienten mit kastrationsresistentem Prostatakarzinom (n=1.904) in einer multizentrischen randomisierten kontrollierten klinischen Studie von einer überlegenen Behandlung mit Denosumab gegenüber der Bisphosphonat-Therapie mit Zoledronsäure profitiert (4): mit einem signifikant verringerten Risiko, was die Zeit bis zum Auftreten der ersten SRE als auch die kumulierte mittlere SRE-Anzahl pro Patient betraf (jeweils p=0,008).

Osteoprotektive Therapie der Wahl beim metastasierten Mammakarzinom

Auch beim metastasierten Mammakarzinom zählen Gynäkoonkologen die Anwendung des RANK-Ligand-Antikörpers Denosumab heute zu den Osteoprotektiva der ersten Wahl: Nach der aktuellen AGO-Leitlinie zur „Diagnostik und Therapie primärer und metastasierter Mammakarzinome“ (Osteoonkologie und Knochengesundheit) bietet Denosumab einen hohen Benefit beim metastasierten Mammakarzinom, so dass der Antikörper zur Reduktion von skelettalen Komplikationen, der Hyperkalzämie sowie von Knochenschmerzen ohne Einschränkung empfohlen wird (Oxford-Evidenzniveau 1a, AGO-Empfehlungsgrad ++) (5). Patientinnen profitieren von einer besseren Wirksamkeit gegenüber Bisphosphonaten, was in Studien belegt wurde: Die Zeit bis zum Auftreten von ersten und nachfolgenden SRE wurde hinausgezögert, außerdem fand sich eine Reduktion an Markern des Knochenabbaus (6). Zusätzlich ist Denosumab gut verträglich und steht als subkutane Injektion in einer einfachen Applikationsform zur Verfügung (6,7).

Quelle: 7. Akademie Knochen & Krebs, München, 29. - 30. April 2016, Veranstalter: Amgen

Literatur:

(1) Coleman R, Body JJ, Aapro M et al. Bone health in cancer patients: ESMO Clinical Practice Guidelines. Ann Oncol 2014; 25 (suppl 3): iii124-iii137.
(2) Interdisziplinäre Leitlinie der Qualität S3 zur Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms. Langversion 3.1. AWMF-Register-Nr. 043/022OL (Stand: Oktober 2014).
(3) Mottet N, Bellmunt J, Briers E et al. EAU Guidelines on Prostate Cancer (Update März 2015)
(4) Fizazi K, Carducci M, Smith M et al. Denosumab versus zoledronic acid for treatment of bone metastases in men with castration-resistant prostate cancer: a randomised, double-blind study. Lancet 2011; 377: 813-22.
(5) Kommission Mamma der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie e. V. in der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V. sowie in der Deutschen Krebsgesellschaft e. V. Diagnostik und Therapie von Patientinnen mit primärem und metastasiertem Brustkrebs: Osteoonkologie und Knochengesundheit (Stand: 01.04.2016).
(6) Stopeck AT, Lipton A, Body JJ et al. Denosumab compared with zoledronic acid for the treatment of bone metastases in patients with advanced breast cancer: a randomized, double-blind study. J Clin Oncol 2010; 28: 5132-5139.
(7) Gampenrieder SP, Rinnerthaler G und Greil R. Bone-targeted therapy in metastatic breast cancer – all well-established knowledge? Breast Care 2014; 9:323-330.


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