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Medizin
18. Juni 2014

Orphan-Arzneimittel-Status: Zulassung von Siltuximab bei Multizentrischer Castleman Erkrankung

Am 22. Mai 2014 erhielt Sylvant® (Siltuximab, Janssen-Cilag) die Zulassung der European Medicines Agency (EMA) zur Behandlung von Patienten mit multizentrischer Castleman Erkrankung (MCD), die HIV- und HHV-8-negativ sind. Für diese Patienten gab es bisher noch keine zugelassene Behandlungsoption. In der Zulassungsstudie zeigte sich unter Siltuximab ein signifikant höheres Ansprechen als unter Placebo bei vergleichbarem Verträglichkeitsprofil (1). Siltuximab wurde zur Behandlung der MCD der Orphan-Arzneimittel-Status zuerkannt.

Die Zulassung von Siltuximab beruht auf einer Placebo-kontrollierten Phase-II-Studie, in der die  Wirksamkeit und Sicherheit der Substanz untersucht wurde. 79 bereits vorbehandelte oder therapie-naive MCD-Patienten waren in dieser Studie eingeschlossen und wurden in einem Verhältnis 2:1 auf Siltuximab (n=53) oder Placebo (n=26) plus jeweils Best Supportive Care randomisiert. 13 Patienten im Placebo-Arm erhielten nach Therapieversagen eine Behandlung mit Siltuximab. Die Studienteilnehmer waren HIV- und HHV-8-negativ und im Median 48 Jahre alt (1).
 
Hohe Ansprechraten unter Siltuximab
 
In der Zulassungsstudie wurde im primären Endpunkt das dauerhafte Tumor- und Symptom-Ansprechen untersucht, definiert als ein mindestens 18-wöchiges Ansprechen des Tumors und Abklingen der mit der MCD-Erkrankung in Zusammenhang stehenden Symptome bewertet durch den Prüfarzt. Die Ansprechrate war unter Siltuximab signifikant höher als unter Placebo (Siltuximab: 34% [1 CR, 17 PR] vs. Placebo: 0%; p=0,0012). Das Ansprechen der Symptome alleine war ebenfalls signifikant höher unter Siltuximab (56 % [komplettes Ansprechen der Symptome: 25 %]) als unter Placebo (19% [komplettes Ansprechen der Symptome: 0%]; p=0,0018 bzw. 0,0037). Die Zeit bis zum Therapieversagen betrug unter Placebo im Median 134 Tage und wurde unter Siltuximab nicht erreicht (p=0,0084). Auch die mediane Zeit bis zur nächsten Behandlung wurde unter der Gabe von Siltuximab nicht erreicht (vs. Placebo: 280 Tage; p=0,0013) (1).
 
Das Verträglichkeitsprofil von Siltuximab lag auf Placebo-Niveau. Das Auftreten von Grad ≥3 Nebenwirkungen war unter Siltuximab vergleichbar mit Placebo (47% vs. 54 %). Die häufigsten Grad ≥3 Nebenwirkungen waren Fatigue (9 %), nächtliches Schwitzen (8 %) sowie Infektionen (8%) (1).
 
Über Siltuximab und die multizentrische Castleman Erkrankung
 
Bei Siltuximab handelt es sich um einen chimären monoklonalen Anti-IL-6-Antikörper (mAb), der spezifisch und mit hoher Affinität an humanes IL-6 bindet und so die Interaktion zwischen IL-6 und dem IL-6 Rezeptor inhibiert. Die Entstehung einer MCD kann mit einer Überproduktion von IL-6 in den betroffenen Lymphknoten in Verbindung gebracht werden (2).
 
Die MCD ist eine proliferative Erkrankung, bei der es zu einer Lymphknotenhyperplasie kommt. Im Gegensatz zur unizentrischen Castleman Erkrankung, bei der nur ein einzelner Bereich oder eine Gruppe von Lymphknoten befallen ist, ist bei Patienten mit MCD mehr als eine Gruppe von Lymphknoten in verschiedenen anatomischen Bereichen betroffen. Bei der unizentrischen Form kann - im Gegensatz zur multizentrischen Castleman Erkrankung - durch eine chirurgische Entfernung des erkrankten Lymphknotens eine Heilung erreicht werden (3).
 
Literaturhinweise:
(1) Wong et al. Blood 2013,122:505 (ASH Annual Meeting, 7.-11-Dezember 2013, New Orleans, Abstract 505)
(2) El-Osta HE, Kurzrock R, The Oncologist 2011;16:497-511
(3) Greiner T, Armitage JO, Gross TG, Hematology Am Soc Hematol Educ Program 2000:133-146

Quelle: Janssen


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