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Medizin
12. Juli 2013

"Onkologie-Verbund Nordhessen" des UniversitätsKrebszentrums Göttingen gegründet

Das UniversitätsKrebszentrum der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) und drei nordhessische Krankenhäuser, Rotes Kreuz Krankenhaus Kassel, Elisabeth-Krankenhaus Kassel und Lungenfachklinik Immenhausen, erweitern ihre bestehende Zusammenarbeit. Die vier Partner haben dazu den "Onkologie-Verbund Nordhessen" des UniversitätsKrebszentrums Göttingen gegründet. Mit dem Verbund wollen die Partner den Patienten routinemäßig das gesamte Spektrum onkologischer Diagnose- und Therapiemöglichkeiten eröffnen.

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Erklärtes Ziel der Neugründung ist es, die bisherige Zusammenarbeit mit dem UniversitätsKrebszentrum der UMG für eine bestmögliche medizinische Versorgung in der Behandlung der Patienten mit onkologischen Erkrankungen in Nordhessen und Südniedersachsen zu erweitern.

Für dieses Vorhaben unterzeichneten die beteiligten Kliniken und Krankenhäuser einen "Letter of Intent", der diese Partnerschaft festlegt. Koordinierendes Zentrum ist das UniversitätsKrebszentrum der UMG. Das UniversitätsKrebszentrum bietet alle Forschungs- und Therapiemöglichkeiten, es steht in dem neuen Verbund allen Kooperationspartnern zur Verfügung. Die teilnehmenden Krankenhäuser haben direkten Zugang zu den Experten aus der Universitätsmedizin Göttingen. Die Ärzte stimmen sich bei komplexen Fragestellungen eng miteinander ab. In gemeinsamen Tumorkonferenzen werden Patienten besprochen und nach modernsten Standards beurteilt.

Das Hessische Sozialministerium hatte eine entsprechende Zusammenarbeit mit dem Hessischen Onkologie Konzept aus dem Jahr 2010 eingefordert, um damit die Versorgung von Patienten mit Krebserkrankungen zu verbessern.

Bereits 1981 wurde ein Programm des Bundes und der Länder zur Verbesserung der Krebsbekämpfung in Deutschland initiiert und 1987 wurden in Hessen erste Tumorzentren und Onkologische Schwerpunkte ausgewiesen. Da sich in den zurückliegenden Jahrzehnten die medizinisch fachlichen Konzepte zur Behandlung von Krebserkrankungen weiterentwickelt haben, forderte das Hessische Sozialministerium die Krankenhäuser auf, sich über strukturelle Vorgaben zur Behandlung zu optimieren. Dabei sollen die bisherigen Behandlungskonzepte so weiter entwickelt werden, dass nicht nur die Kompetenz der großen spezialisierten Krankenhäuser gewährleistet ist, sondern auch kleinere Krankenhäuser in die Lage versetzt sind, über vertraglich geregelte Kooperationen das erforderliche Know-how aufzuweisen.

In einem Letter of Intent haben sich jetzt die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) und die genannten Krankenhäuser aus Nordhessen auf gemeinsame Eckpunkte ihrer Zusammenarbeit verständigt.

Interdisziplinäre Tumorkonferenzen, in denen Patienten vorgestellt und deren Behandlung besprochen werden, gibt es bei den genannten Partnern schon heute. In den so genannten "Tumorboards" einigen sich die Experten aus allen Häusern auf die beste Behandlungsmethode für komplexe Fälle.

Neu ist, dass über die strukturierte Zusammenarbeit der direkte Zugang zu den Tumorkonferenzen der Universitätsmedizin Göttingen als Maximalversorger hergestellt wird. Die Behandlungserfolge werden zentral dokumentiert und dienen so der ständigen Verbesserung der Therapiemöglichkeiten. Die Ärzte der Kooperierenden Krankenhäuser können an den Angeboten des UniversitätsKrebszentrums Göttingen teilnehmen. Damit findet ein noch engerer Austausch über neueste Therapiekonzepte und Richtlinien statt.

Neben der gemeinsamen Nutzung von Datenbanksystemen und des zentralen Krebsregisters des G-CCC, Fortbildungsangeboten sowie direktem interdisziplinärem Austausch bietet der neue Verbund die rasche Überleitung von Patienten an die Universitätsklinik oder die beteiligten Krankenhäuser, zudem die Vermittlung ärztlicher Zweitmeinungen. Geplant sind zudem ein gemeinsamer Internetauftritt und in mittlerer Perspektive eine Zertifizierung des "Onkologie-Verbundes Nordhessen" des UniversitätsKrebszentrums Göttingen.

Durch die Eingangstür des Kooperationshauses erreicht der Patient zum einen die Expertise der behandelnden Ärzte vor Ort, zum anderen die Kompetenz universitätsmedizinischer Experten. Der neu geschaffene "Onkologie-Verbund Nordhessen" des UniversitätsKrebszentrums Göttingen ist damit ein gutes Beispiel, wie eine qualitative Behandlung von Patienten über verschiedene Fachbereiche hinweg und über verschiedene Krankenhausträger erreicht werden kann.

Vorteile für die Patienten:
• Überleitung kritischer Patienten an das UniversitätsKrebszentrum Göttingen
• Zweitmeinungsmöglichkeit für die Krankenhäuser des Verbundes
• Möglichkeit der konsiliarischen Vorstellung beim UniversitätsKrebszentrum Göttingen
• Leitlinienkonforme, gemeinsam abgestimmte Therapie und Nachsorge
• Einbringung der Patienten in interdisziplinäre Fallkonferenzen
• Qualitätssicherung, u.a. über Zertifizierung
• Patienten haben Möglichkeit der Teilnahme an aktuellen Studien

 

Quelle: Universitätsmedizin Göttingen


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