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Medizin
29. April 2021
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©Peter Gottschalk / Fotolia.de

Nuklearmedizin: Wichtige Rolle in der Theragnostik

Die Nuklearmedizin ist in den letzten Jahren immer mehr in den Fokus onkologischer Diagnostik und Therapie gerückt und hat inzwischen bei mehreren Indikationen ihren Platz in interdisziplinären Tumorboards gefunden. Doch die Nuklearmedizin kann noch mehr – das wurde bei der 59. Jahrestagung der DGN „NuklearMedizin 2021 – digital“ deutlich. Der Forschungsstandort Deutschland bietet dafür die besten Voraussetzungen, nicht zuletzt dank der hervorragenden Kommunikation und Zusammenarbeit von klinischer Forschung und Industrie.
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Als Vorreiter der nuklearmedizinischen Theragnostik war auch Advanced Accelerator Applications (AAA), bei der Auftaktveranstaltung sowie mit 2 Industriesymposien vertreten. Die Highlights ließ AAA in der Nachbetrachtungsveranstaltung „Congress to go – NuklearMedizin 2021“ mit renommierten Vertretern verschiedener Fachrichtungen Revue passieren.

Nachhaltige Regelversorgung etablieren

Bei der Auftaktveranstaltung des Vorkongresses „Industrieperspektiven: Radioligandentherapie“ thematisierte Dr. Dirk Holler, AAA, den Anspruch, gemeinsam mit der akademisch-klinischen Seite die Rahmenbedingungen für eine zukunftsorientierte nuklearmedizinische Forschung in Deutschland zu schaffen und eine nachhaltige Regelversorgung zu etablieren. „Das bedeutet für mich: zugelassene, evidenzbasierte, kontrollierte und erstattungsfähige Therapien für viele Patienten statt für Einzelfälle“, so Holler. Mit Lutetiumoxodotreotid (Lutathera®) zur Radioligandentherapie bei gastroenteropankreatischen neuroendokrinen Tumoren (GEP-NET) ist dies bereits gelungen. Dr. Germo Gericke, AAA, knüpfte mit den Vorteilen des Nuklearmedizin-Standortes Deutschland an: Die akademische Forschung verfüge über große Erfahrung und vielfältige Infrastruktur, die Industrie steuere Entwicklungskompetenz, ein globales Netz sowie Unterstützung bei – gemeinsam mit Behörden und Aufsichtsgremien sollte es gelingen, den nuklearmedizinischen Standort Deutschland weiterzuentwickeln. Mit einem Einblick in die Pipeline schloss Gericke seinen Vortrag ab: „Es kommen spannende Zeiten auf uns zu!“.

NET und Radioligandentherapie

Dass sich in den nuklearmedizinischen Indikationen einiges bewegen wird, wurde am digitalen Programm der DGN-Jahrestagung deutlich. So behandelte auch AAA ein breiteres Themenfeld mit seinen Industriesymposien. Im ersten Symposium wurden unter Moderation von Prof. Dr. Ambros Beer, Ulm, 4 interessante Kasuistiken neuroendokriner Tumore (NET) verschiedener Lokalisationen vorgestellt, bei denen die Radioligandentherapie zu unterschiedlichen Zeitpunkten zum Einsatz kam. Darunter wurde auch ein neo-adjuvanter Ansatz beschrieben. Auf das NET-fokussierte Symposium folgte eine Veranstaltung mit urologisch-onkologischem Inhalt: Prof. Dr. Kurt Miller, Berlin, gab in seinem Vortrag einen umfassenden Überblick zur Diagnose und Behandlung des metastasierten kastrationsresistenten Prostatakarzinoms und griff damit eines der präsentesten Themen des Kongresses auf.

PET bei Diagnostik und Prognose der NET

Nach dem Auftakt der Reihe „Congress to go“ im Anschluss an den European Neuroendocrine Tumor Society-Kongress (ENETS) im Februar richtete AAA auch zur DGN-Jahrestagung eine digitale Kongressnachbetrachtung aus. Vor über 140 Teilnehmern rekapitulierten 4 Referenten ihre persönlichen Highlights des Kongresses und beantworteten, moderiert von Prof. Dr. Beer, die Fragen der Zuschauer. Prof. Dr. Kambiz Rahbar, Münster, stellte neben Kongressbeiträgen zum Prostatakarzinom auch eine Studie zu NET vor, die einen signifikanten Zusammenhang zwischen den Parametern Standardized Uptake Value, metabolisches Tumorvolumen und Tumor-Lungen-Quotient (SUV, MTV und TLQ) und dem durchschnittlichen Gesamtüberleben der Patienten nachweisen konnte. Dieses Ergebnis betont die Bedeutung der Positronenemissions-Tomografie (PET) als diagnostisches Tool sowie zur Prognosestellung bei NET, denn alle genannten Marker lassen sich aus der PET-Bildgebung ableiten. Auch die Bereiche Schilddrüse und Hirn wurden in der Nachbetrachtung beleuchtet. Hervorgehoben wurde zudem das MTRA-Programm der DGN, in dessen Rahmen auch Medizinisch-Technische Radiologieassistenten wissenschaftliche Arbeiten zur Präsentation bei der Jahrestagung einreichen konnten. Abgerundet wurde die Veranstaltung durch die Kongresshighlights aus der Radiochemie.

Über SomaKit TOC™

SomaKit TOCTM (1) ist ein Diagnostikum zur Lokalisierung von Primärtumoren und Metastasen bei erwachsenen Patienten mit bestätigten oder Verdacht auf gut differenzierte gastroenteropankreatische neuroendokrine Tumoren (GEP-NET). Hierzu wird eine aus den Bestandteilen des SomaKit TOCTM-Kits hergestellte Infusionslösung mit 68Ga radioaktiv markiert. Die erhaltene 68Ga-Edotreotidlösung ist angezeigt zur Bildgebung per Positronenemissionstomographie (PET) von überexprimierten Somatostatinrezeptoren.

Über GLUSCAN™

Gluscan ist ein radiopharmazeutisches Diagnostikum mit dem wirksamen Bestandteil Fludeoxyglucose (18F) für die Bildgebung via Positronen-Emissions-Tomographie (PET). Durch die Darstellung eines erhöhten Glucoseverbrauchs ermöglicht 18F-Fludeoxyglucose eine funktionale Betrachtungsweise von Erkrankungen im Bereich der Organe oder der Gewebe und wird unter anderem im Rahmen der onkologischen Diagnostik eingesetzt.

Über Lutetiumoxodotreotid

Lutetiumoxodotreotid (2) ist ein mit 177Lu markiertes Somatostatin-Analog-Peptid und gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln, die bei Behandlungen eingesetzt und als Peptidrezeptor-Radionuklid-Therapie (PRRT) bezeichnet werden. Lutetiumoxodotreotid trägt eine radioaktive Komponente und bindet an maligne Zellen, die Subtyp-2-Somatostatinrezeptoren überexprimieren. Das enthaltene 177Lu ist ein β-Strahlen emittierendes Radionuklid, das Zieltumorzellen abtötet und gleichzeitig lediglich begrenzt auf benachbarte normale Zellen wirkt. Lutetiumoxodotreotid 370 MBq/ml Infusionslösung ist in der EU zugelassen zur Behandlung von nicht resezierbaren oder metastatischen, progressiven, gut differenzierten (G1 und G2) Somatostatinrezeptor-positiven gastroenteropankreatischen neuroendokrinen Tumoren (GEP-NET) bei Erwachsenen.

Quelle: Advanced Accelerator Applications

Literatur:

(1) Aktuelle Fachinformation SomaKit TOC™; Stand: September 2020.
(2) Aktuelle Fachinformation LUTATHERA®; Stand: Januar 2021.


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