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Medizin

18. Januar 2021 Immuntherapie mit Pembrolizumab erfolgreich bei Tumoren in Lunge und Gastrointestinaltrakt

Die Immuntherapie hat sich beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) als der „Game changer“ erwiesen, zunächst in der Monotherapie bei selektionierten Patienten mit hoher PD L1-Expression. Bei unselektionierten Patienten zeigte die Kombination aus Pembrolizumab plus Chemotherapie gute Ergebnisse. Das erfolgreiche Prinzip wird nun auf gastrointestinale Tumore übertragen.
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Durch die Erstlinien-Monotherapie mit dem PD L1-Inhibitor Pembrolizumab ließ sich nach Daten der Studie Keynote-024 das mediane 5 Jahres-Überleben von Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC erheblich steigern: von 16,3% unter 4-6 Zyklen platinbasierter Chemotherapie auf 31,9% unter Pembrolizumab (200 mg i.v. alle 3 Wochen für 2 Jahre), sagte Prof. Dr. Martin Reck, Großhansdorf. In Kombination mit Chemotherapie erhöhte Pembrolizumab z.B. in der Studie KEYNOTE-189 (Pembrolizumab/Platin/Pemetrexed versus Platin/Pemetrexed) das mediane Überleben von 10,6 auf 22,0 Monate, in der Studie KEYNOTE-407 (Pembrolizumab / Carboplatin/Paclitaxel oder nab-Paclitaxel versus Carboplatin/Paclitaxel oder nab-Paclitaxel) von 11,6 auf 17,1 Monate.

Einzug der Immunonkologie in die Behandlung von gastrointestinalen Tumoren

5 Jahre nach der Etablierung der Immuntherapie beim Lungenkrebs kommen nun auch gastrointestinale Tumore vermehrt ins Blickfeld. Für Patienten mit kolorektalen Karzinomen im Stadium IV brachte die beim ASCO 2020 vorgestellte Studie KEYNOTE-177 den Durchbruch, berichtete Prof. Dr. Daniel Modest, Charité Berlin. Darin wurde die Monotherapie mit maximal 35 Infusionen Pembrolizumab (200mg alle 3 Wochen) mit einer Chemotherapie nach Wahl des Behandlers verglichen. Trotz mancher Schwächen der Studie ließ sich mit 48% vs. 19% nach 24 Monaten ein deutlicher Anstieg des progressionsfreien Überlebens durch die Immuntherapie nachweisen. Allerdings zeigten mehr Patienten in der Pembrolizumab-Gruppe (29% gegenüber 12% in der Chemotherapie-Gruppe) einen Krankheitsprogress, dessen Ursache laut Modest bisher unerklärlich ist.

Auch lokal fortgeschrittene oder metastasierte Adeno- oder Plattenepithelkarzinome des Ösophagus oder Adenokarzinome des gastroösophagealen Übergangs können erfolgreich mit einer Immuntherapie behandelt werden. So wurde z.B. Pembrolizumab in der oben beschriebenen Dosierung als Firstline-Therapie in Kombination mit Chemotherapie eingesetzt und mit Chemotherapie plus Plazebo verglichen (KEYNOTE-590). Die Chemotherapie bestand in dieser Studie aus maximal 35 Zyklen 5-FU alle 3Wochen plus maximal 6 Zyklen Cisplatin. Das 2-Jahres-Gesamtüberleben war für die gesamte Patientenpopulation verbessert (28% vs. 16% zugunsten der Pembrolizumab-Gruppe), und Prof. Modest erwartet aufgrund dieser Ergebnisse die Zulassung für Pembrolizumab in dieser Kombination zur Firstline-Therapie des Ösophaguskarzinoms.

Dr. Barbara Voll

Quelle: MSD


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