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Medizin

07. Oktober 2020 NSCLC: Systemisches Ansprechen unter Entrectinib

Aktuelle Daten zu Entrectinib (Rozlytrek®), die beim ESMO 2020 vorgestellt wurden, zeigen: Über zwei Drittel der Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) sprechen systemisch auf Entrectinib an – unabhängig davon, ob eine ROS1- oder NTRK-Genfusion vorliegt (1, 2). Auch im ZNS
erreichen die Patienten hohe Ansprechraten (ORR) von mindestens 50% (3). Zudem zeigen die aktuellen Ergebnisse, dass Entrectinib einen protektiven Effekt auf die Entwicklung von ZNS-Metastasen haben könnte (3, 4). Aus einer ersten Auswertung von Daten zum „patient reported outcome“ (PRO) geht hervor, dass unter Entrectinib die Lebensqualität der Patienten stabil bleibt oder sogar verbessert werden kann (5).
 
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Die derzeitige Entwicklung in der Onkologie geht weg von einem entitätsabhängigen „one size fits all“-Ansatz hin zu einer zunehmend personalisierten Therapie auf Basis onkogener Alterationen. Neben entitätsspezifischen gewinnen auch histologieübergreifend vorkommende Marker wie NTRK an Bedeutung – das zeigen aktuelle, beim ESMO 2020 präsentierte Daten, etwa zu Entrectinib. Der Tyrosin-Kinaseinhibitor (TKI) wurde am 31. Juli 2020 für die Behandlung von ROS1-Inhibitor-naivem, fortgeschrittenem ROS1-Fusionspositivem NSCLC und TRK-Inhibitor-naiven, NTRK-Fusions-positiven soliden Tumoren zugelassen (6). Die aktuelle Auswertung von Follow-Up-Daten (Cut-off: 1. Mai 2019) von NSCLC-Patienten bestätigt die bisher gezeigte systemische und intrakranielle Wirksamkeit von Rozlytrek (6, 7).

Hohe systemische Wirksamkeit bei NSCLC

Unabhängig davon, ob ZNS-Metastasen bei Studienbeginn vorlagen, sprachen 67,1% der Patienten mit einer ROS1-Genfusion (95%-KI: 59,3-74,3%) median 15,7 Monate (95%-KI: 13,9-28,6 Monate) auf den TKI der nächsten Generation an. Patienten ohne ZNS-Metastasen bei Studienbeginn sprachen sogar über 2 Jahre an. Während des medianen Follow-Ups von 15,8 Monaten konnte das Gesamtüberleben (OS) für Patienten mit ROS1-Fusions-positivem NSCLC noch nicht bestimmt werden (95%-KI: 28,3 Monate-n.e.). Das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) lag bei 15,7 Monaten (11,0-21,1 Monate), wobei bei Patienten ohne ZNSMetastasen über eineinhalb Jahre keine Progression beobachtet wurde (1).

Die gute Wirksamkeit von Entrectinib beim NSCLC bestätigen auch die Ergebnisse zu Patienten mit NTRKFusions-positivem NSCLC: Sie erreichten eine ORR von 69,2% (95%-KI: 38,6-90,9%), wobei 75,0% der Patienten ohne ZNS-Metastasen bei Studienbeginn ansprachen. Die mediane Ansprechdauer (DoR) konnte noch nicht bestimmt werden. Das mediane PFS war mit 14,9 Monaten ähnlich lang wie bei ROS1-Fusions-positiven NSCLC-Patienten. Insgesamt waren nach 12 Monaten noch 63% der Patienten mit NTRK-Fusionspositivem NSCLC am Leben (2).
Entrectinib ist sowohl bei ROS1- als auch NTRK-Fusions-positivem NSCLC sowie bei anderen soliden Tumoren mit NTRK-Genfusion wirksam und gut verträglich (1-3, 6, 7). Für Patienten mit diesen Genfusionen ergibt sich damit eine neue, vielversprechende Therapieoption. Dazu ist der Nachweis einer NTRK- oder ROS1-Genfusion essentiell – die molekulargenetische Testung ist daher wichtige Voraussetzung für den Einsatz der neuen Substanz.

Viele Patienten sprechen im ZNS an – unabhängig von der Genfusion

Auch im ZNS sprachen die NSCLC-Patienten gut auf Entrectinib an: Bei ROS1-Fusions-positiven Patienten mit ZNS-Metastasen bei Studienbeginn lag die mediane intrakranielle DoR bei 12,9 Monaten. Diese Patienten erreichten eine ZNS-ORR von 52,2%; bei Patienten mit messbaren ZNS-Metastasen sogar von 79,2%. Darüber hinaus konnte unter Entrectinib nur bei wenigen Patienten mit ROS1-Fusions-positivem NSCLC ohne ZNS-Metastasen eine ZNS-Progression beobachtet werden. Damit kann weiterhin ein potentiell protektiver Effekt von Entrectinib auf die Entstehung von ZNS-Metastasen angenommen werden (3) – ähnlich dem von Alectinib (Alecensa®) bei Patienten mit fortgeschrittenem ALK-Fusions-positivem NSCLC (8). Von den Patienten mit NTRK-Genfusion und ZNS-Metastasen sprachen 62,5% im ZNS auf die Therapie an; bei denen mit messbaren ZNS-Metastasen 60,0%. Die mediane intrakranielle DoR konnte noch nicht bestimmt werden (3).

Verbesserung der Lebensqualität möglich

Das beobachtete Sicherheitsprofil war konsistent mit denen vorheriger Analysen (1, 2, 6) und führte nur zu einer minimalen therapiebedingten Belastung (5). Dies geht aus einer ersten Auswertung von PRO-Daten von 71 Patienten mit NTRK-Fusions-positiven soliden Tumoren hervor. Die Patienten berichteten, dass sich ihre Symptome und gesundheitsbezogene Lebensqualität unter der Therapie stabilisiert oder sogar verbessert haben (5).

Entrectinib als Monotherapie wird angewendet bei erwachsenen Patienten mit ROS1-Fusions-positivem, fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC), die zuvor keine Behandlung mit ROS1-Inhibitoren erhalten haben (6).

Quelle: Roche

Literatur:

(1) Krebs MG et al., Poster 1287P. ESMO Virtual Congress 2020; 19. – 21.09.2020
(2) Drilon A et al., Poster 543P. ESMO Virtual Congress 2020; 19. – 21.09.2020
(3) Dziadziuszko R et al., Poster 1288P. ESMO Virtual Congress 2020; 19. – 21.09.2020
(4) De Braud F et al., Poster 1488PD, ESMO 2019, 27.09. – 01.10.2019, Barcelona (Spanien)
(5) Conley AP et al., Poster 539P. ESMO Virtual Congress 2020; 19. – 21.09.2020
(6) Aktuelle Fachinformation Rozlytrek®
(7) Rolfo CD et al., J Clin Oncol 2020; 38 (suppl; abstr 3605)
(8) Aktuelle Fachinformation Alecensa®


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