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Medizin

12. November 2020 NSCLC Stadium III: 4-Jahres-Daten bestätigen Verbesserung des Gesamtüberlebens unter Durvalumab

Die seit 2018 verfügbare Radiochemo-Immuntherapie mit Durvalumab (IMFINZI®) hat sich rasch als Therapiestandard für Patienten mit nichtkleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) im inoperablen Stadium III etabliert. Grundlage dafür war die PACIFIC-Studie, die einen signifikanten Überlebensvorteil im Vergleich zur alleinigen Radiochemotherapie (RCT) demonstrierte (1, 2). Dass dieser Überlebensvorteil auch langfristig anhält, bestätigten nun die auf dem DGHO 2020 präsentierten Ergebnisse für die zulassungsrelevante Subgruppe mit einer PD-L1-Expression von ≥ 1%. Für diese Patientengruppe konnte unter Durvalumab nach einer Nachbeobachtungszeit von 4 Jahren eine Rate für das Gesamtüberleben (OS) von 54,7% vs. 38,1% dokumentiert werden (3). Die Daten unterstreichen damit den Stellenwert der Radiochemo-Immuntherapie mit Durvalumab als potentiell kurativen Therapiestandard für diese Patientengruppe nach Ansprechen auf eine platinbasierte Radiochemotherapie (RCT).
Ungefähr ein Viertel der NSCLC-Patienten befinden sich bei Erstdiagnose bereits im Stadium III der Erkrankung, in dem die Mehrzahl der Tumoren nicht mehr resezierbar ist (4, 5). Mit der Zulassung von Durvalumab Ende 2018 konnte in der Behandlung des inoperablen NSCLC im lokal fortgeschrittenen Stadium III eine therapeutische Lücke geschlossen und die Überlebensperspektive dieser Patienten deutlich verbessert werden. Die Radiochemo-
Immuntherapie mit Durvalumab wurde daraufhin bald in die Leitlinienempfehlungen aufgenommen und gilt als der Therapiestandard für diese Patienten (6, 7).

Langfristiger Überlebensvorteil

Die aktuell auf dem DGHO-Kongress 2020 präsentierten Ergebnisse einer explorativen Post-hoc-Analyse der PACIFIC-Studie zeigen erneut eindrucksvoll, dass der Überlebensvorteil mit dem PD-L1-Inhibitor Durvalumab, der direkt nach RCT über 12 Monate verabreicht wird, langfristig erhalten bleibt: So lebten nach 4 Jahren Nachbeobachtung und damit 3 Jahre nach Therapieende noch 54,7% der Patienten in der zulassungsrelevanten Subgruppe mit einer PD-L1-Expression ≥ 1% im Vergleich zu 38,1% nach alleiniger RCT (3). Dies entspricht einer relativen Verbesserung des 4-Jahres-OS um 44%. Das mediane OS betrug unter der Radiochemo-Immuntherapie 57,4 Monate (95%-KI: 43,7-NR (nicht erreicht)) versus 29,6 Monate unter alleiniger RCT (95%-KI: 17,7-44,7). Durvalumab reduzierte das Mortalitätsrisiko um 40% (HR=0,60; 95%-KI: 0,43-0,84). Nach RCT wird die Progression dank Durvalumab um eineinhalb Jahre verzögert (medianes PFS: 23,9 Monate vs. 5,6 Monate; 95%-KI: 17,2-41,4 Monate vs. 3,6-11,0 Monate). Insgesamt wies der PD-L1-Inhibitor in der PACIFIC-Studie ein handhabbares Sicherheitsprofil auf (1, 8).
„Das 4-Jahres-Update der PACIFIC-Studie mit Durvalumab zeigt insgesamt überzeugende Ergebnisse. Wir sehen – im Einklang mit der Primäranalyse – nochmal deutlicher einen anhaltenden PFS- und einen langfristigen OS-Vorteil. Das unterstreicht für uns erneut, dass die Radiochemo-Immuntherapie mit Durvalumab der Standard bei inoperablen NSCLCPatienten im Stadium III mit PD-L1-Expression ≥ 1% ist“, so Professor Maike de Wit, Chefärztin der Klinik für Innere Medizin am Vivantes Klinikum Neukölln in Berlin.

Analyse des PD-L1-Status bei Erstdiagnose

Damit möglichst viele inoperable NSCLC-Patienten im Stadium III von den Vorteilen einer Radiochemo-Immuntherapie mit Durvalumab profitieren, sollte möglichst direkt nach der Erstdiagnose eines NSCLC im Stadium III die Analyse des PD-L1-Status erfolgen und Durvalumab als Therapieoption bereits in der ersten Tumorkonferenz diskutiert werden. Darüber hinaus ist ein frühzeitiger Behandlungsbeginn idealerweise innerhalb von 14 Tagen nach der RCT von Bedeutung, da dadurch ein synergistischer Anti-Tumoreffekt durch die Kombination von Bestrahlung und Immuntherapie ermöglicht wird (9).

Quelle: AstraZeneca

Literatur:

(1) Antonia SJ et al. N Engl J Med 2018;379:2342-2350.
(2) De Wit M et al. Oncol Res Treat 2019;42(Suppl 4): Vortrag und Abstract V325.
(3) De Wit M et al. Oncol Res Treat 2020;43:147; Abstract 386. doi: 10.1159/000510995.
(4) Antonia SJ et al. N Engl J Med 2017;377(20):1919-1929.
(5) Robert Koch Institut und Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. Krebs in
Deutschland 2015/2016. 2019 (12. Ausgabe).
(6) Onkopedia Leitlinie Lungenkarzinom, nicht-kleinzellig (NSCLC); Stand: Oktober 2019.
(7) eUpdate vom 4. Mai 2020 zur ESMO Clinical Practice Guideline; Postmus PE et al. Ann Oncol 2017;28
(Suppl 4):iv1–iv21.
(8) Fachinformation IMFINZI®, Stand: August 2020.
(9) Faivre-Finn C et al. Ann Oncol 2018;29(Suppl 8):viii488-viii492.


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