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Medizin
03. Februar 2021

NSCLC: Sotorasib zeigt schnelles, tiefes und dauerhaftes Ansprechen bei vorbehandelten Patienten

Im Rahmen der IASLC 2020 – World Conference on Lung Cancer (WCLC) wurden die Ergebnisse der Phase-II-Kohorte der klinischen Studie CodeBreaK 100 bekanntgegeben. Die Studie untersuchte Sotorasib bei 126 Patienten mit KRASG12C-mutiertem fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC). Es handelt sich um die ersten Ergebnisse einer abgeschlossenen, zulassungsrelevanten Phase-II-Studie beim KRASG12C-mutierten NSCLC mit einem medianen Follow-up von mehr als einem Jahr.
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Sotorasib zeigte eine bestätigte objektive Ansprechrate (ORR) von 37,1% und eine Krankheitskontrollrate (DCR) von 80,6% sowie eine mediane Ansprechdauer von 10 Monaten (Daten-Cutoff vom 01.12.2020; die mediane Nachbeobachtungszeit betrug 12,2 Monate). Sotorasib ist der erste KRASG12C-Inhibitor, der in einer Phase-II-Studie einen Effekt auf das progressionsfreie Überleben (im Median 6,8 Monate) zeigte. Die Ergebnisse stimmen mit früheren Ergebnissen aus Phase-I bei vorbehandelten Patienten mit KRASG12C-mutiertem fortgeschrittenem NSCLC überein. Die Patienten erhielten einmal täglich 960 mg Sotorasib. Vor der Studie hatten 81% der Patienten unter platinbasierter Chemotherapie und/oder PD1/L1-Inhibitoren eine Krankheitsprogression erlitten.

Bislang begrenzte Behandlungsmöglichkeiten
 
„Patienten mit fortgeschrittenem, nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom, bei denen die Erstlinientherapie versagt hat, haben eine extrem schlechte Prognose und für sie stehen nur begrenzte Behandlungsoptionen zur Verfügung“, erläutert Dr. Achim Rieth, Medical Amgen. „In der zulassungsrelevanten Phase-II-Studie CodeBreaK 100 zeigte Sotorasib bei Patienten mit der G12C-Mutation ein schnelles, tiefes und dauerhaftes Ansprechen. Wir sind stolz darauf, dass Sotorasib nach 40 Jahren Forschung an der Zielstruktur KRAS die erste zugelassene zielgerichtete Therapie für diese Patienten werden könnte.“

Über 80% erreichen Krankheitskontrolle

Mehr als 80% der Patienten erreichten eine Krankheitskontrolle (darunter 33 Patienten mit kompletter und 43 Patienten mit einer partiellen Remission). Die mediane beste Tumorschrumpfung unter allen Respondern (n=46) betrug 60%. Die durchschnittliche Zeit bis zum objektiven Ansprechen lag bei 1,4 Monaten. Sotorasib wies ein günstiges Nutzen-Risiko-Profil auf, wobei die meisten behandlungsbedingten unerwünschten Ereignisse (TRAEs) leicht bis moderat (Grad 1 oder 2) waren und keine behandlungsbedingten Todesfälle auftraten. TRAEs vom Grad 3 wurden bei 25 (19,8%) Patienten berichtet und nur 1 Patient (0,8%) berichtete über ein TRAE vom Grad 4. Die am häufigsten berichteten TRAEs (jeden Grades) waren Diarrhö (31%), Übelkeit (19%), erhöhte Alanin-Aminotransferase (15,1%) und erhöhte Aspartat-Aminotransferase (15,1%). TRAEs führten lediglich bei 7,1% der Patienten zum Abbruch der Behandlung.
 
Verbesserte Behandlungsoptionen

„Diese Ergebnisse sind ermutigend und für Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC, die eine KRASG12C-Mutation tragen, klinisch bedeutsam”, so Prof. Dr. Jürgen Wolf, Universitätsklinikum Köln. „Es handelt sich um Patienten, die nach der Standardbehandlung eine fortschreitende Erkrankung haben und danach neuerliche Therapieoptionen benötigen. Die Tatsache, dass wir bei diesen Patienten schnelle Tumorschrumpfungen und ein längeres Ansprechen sehen, ist für mich ein Schritt nach vorn und ein Gewinn für die Patienten.”
 In explorativen Analysen wurde ein vielversprechendes Ansprechen des Tumors auf Sotorasib in einer Reihe von Biomarker-Untergruppen beobachtet, darunter Patienten mit negativer oder niedriger PD-L1-Expression und solche mit STK11-Mutation. Diese Ko-Mutationen werden mit schlechten Ergebnissen bei NSCLC-Patienten, die mit Checkpoint-Inhibitoren und Chemotherapie behandelt wurden, in Verbindung gebracht.

Vergleichsweise schlechte Überlebenschancen
 
„Trotz der jüngsten Fortschritte in der Behandlung sind die Überlebensaussichten für Patienten mit KRASG12C-mutiertem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs, deren Krankheit nach der Erstbehandlung fortschreitet oder auf diese nicht anspricht, sehr begrenzt. Derzeit gibt es keine zielgerichteten Behandlungsoptionen für diese Patientengruppe. Die jetzt präsentierten Daten machen Hoffnung für alle Patienten mit KRASG12C-mutiertem Lungenkrebs, perspektivisch aber auch für die vielen Patienten, deren Tumore eine andere KRAS-Mutation tragen. Denn sie zeigen, dass eine zielgerichtete Behandlung dieser häufigsten onkogenen Mutation beim Lungenkrebs grundsätzlich möglich ist”, erklärt Prof. Dr. Martin Schuler, Universitätsklinikum Essen.

Quelle: Amgen


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