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Medizin
09. Februar 2017

NSCLC: Großangelegtes Registerprojekt CRISP erhält Innovationspreis

Prof. Frank Griesinger, Direktor der Klinik für Hämatologie und Onkologie am Pius-Hospital Oldenburg, nahm Ende 2016 als Sprecher der Leitungsgruppe für die Initiierung einer umfassenden wissenschaftlichen Plattform den Studieninnovationspreis der Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie (AIO) in der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. in Kooperation mit der AIO-Studien-gGmbH entgegen. Die Plattform mit dem Namen „CRISP“ (Clinical Research platform Into molecular testing, treatment and outcome of non-Small cell lung carcinoma Patients) erfasst die Daten von bis zu 8.000 Patientinnen und Patienten mit nicht-kleinzelligen, metastasierten Bronchialkarzinomen.
Das Ziel des Registers ist es, die Behandlungsrealität in Deutschland bei einer Erkrankung, deren Behandlung sich gerade rasant ändert, zu erfassen und die Therapiearten und -ergebnisse in Abhängigkeit von unterschiedlichen Variablen wie Alter, Geschlecht, Wohnort, molekularer Charakterisierung, Begleiterkrankungen und Allgemeinzustand zu bestimmen. Insbesondere soll auch die Lebensqualität der Patienten außerhalb von Studien, nämlich in der Behandlungsrealität, festgehalten werden. Die CRISP-Leitungsgruppe aus Prof. Frank Griesinger, Prof. Michael Thomas, Universität Heidelberg, Dr. Martin Sebastian, Universität Frankfurt, und Dr. Wilfried Eberhardt, Universität Essen, engagiert sich nicht nur wissenschaftlich, sondern setzt sich auch politisch für eine verbesserte Versorgung von Patienten mit Lungenkrebs ein. Die Gruppe entwickelte ein Veranstaltungskonzept, das mehr Bewusstsein und Verständnis für die Erkrankung und für die Versorgungssituation von Patienten mit Lungenkarzinom schaffen soll. Die erste Veranstaltung – ein parlamentarischer Abend im Juni 2016 – wurde bereits erfolgreich durchgeführt, weitere werden folgen.

An der Studie – bislang einmalig in Qualität und Quantität – beteiligen sich circa 150 medizinische Zentren in ganz Deutschland (Krebszentren, zertifizierte Lungenzentren, Lungenkliniken und niedergelassene Onkologen). Das Registerprojekt startete Ende 2015, die Rekrutierung erfolgt bis Ende 2018. Die Nachbeobachtung der Patienten wird für drei Jahre angelegt. Im Pius-Hospital arbeitet das gesamte Ärzteteam der Klinik für Hämatologie und Onkologie sowie das Studiensekretariat an dem Register. Bei der Ausarbeitung von CRISP wirkten außerdem Dr. Norbert Marschner, Dr. Martina Jänicke, Dr. Lisa Spring und Dr. Jörg Sahlmann vom klinischen Forschungsinstitut iOMEDICO mit.

„Eine weitere Besonderheit dieses klinischen Forschungsvorhabens besteht in der Schaffung einer dezentralen, virtuellen Biobank, die auch anderen Wissenschaftlern zur Verfügung steht. Sie eröffnet die Möglichkeit, neue biologische Merkmale an einem klinisch exakt definierten Patientenkollektiv zu beschreiben. Gerade bei kleinen Patientengruppen, in denen neue Medikamente eine hohe Wirksamkeit haben können, sind solche Registerdaten von großem Wert und möglicherweise relevant für die Zulassung“, erklärt Frank Griesinger eine weitere Eigenschaft der großangelegten Plattform. „Schließlich wollen wir neue Biomarker entdecken und ihren prognostischen und prädiktiven Wert untersuchen.“

Quelle: PIUS-Hospital Oldenburg


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