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Medizin

04. März 2020 NSCLC: Molekular stratifizierte Therapie

Beim ALK- und ROS1-positiven nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) haben sich Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKI) als hoch effektiv und verträglich erwiesen. Beim ALK-positiven NSCLC ist Alectinib wegen seiner Überlegenheit beim progressionsfreien Überleben (PFS) und der ZNS-Wirksamkeit derzeitiger Standard. Beim ROS1-positiven NSCLC sprechen aktuelle Daten für eine im Vergleich zu Crizotinib höhere ZNS-Aktivität. Beim lange prognostisch sehr ungünstigen NSCLC wurden in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte erzielt: So ist heute bei 30-35% aller NSCLC-Patienten eine molekular stratifizierte Therapie, bei weiteren 30% eine reine Immuntherapie möglich, informierte Prof. Dr. Frank Griesinger, Oldenburg.
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Testung auf EGFR- und BRAF-Mutationen obligat

Um diese Patienten optimal behandeln zu können, ist die Testung auf EGFR- und BRAF-Mutationen, auf ALK-, ROS1- und  NTRK-Fusionen sowie auf PD-L1 obligat und in Leitlinien gefordert. ALK- oder ROS1-Translokationen sind mit 2-5% bzw. 1-2% relativ seltene, aber etablierte Treibermutationen beim NSCLC, für die mittlerweile mehrere zielgerichtete Substanzen zur Verfügung stehen. Als sensitivstes Nachweisverfahren für diese Alterationen stellte Dr. Florian Länger, Hannover, das Next Generation Sequencing von DNA, besser noch RNA vor, das innerhalb von 7-10 Tagen Testergebnisse liefert. Bei ungenügender Menge an Tumorgewebe kann nach seinen Worten alternativ „als Plan B“ auch eine Diagnostik mittels Immunhistochemie oder FISH durchgeführt werden. „Doch sind die Testraten in Deutschland mit nur rund 75% bei ROS1-Fusionen und sogar nur etwa 60% bei ALK-Fusionen inakzeptabel. Diese Situation ist desaströs und führt jährlich zu rund 8.000 verlorenen Lebensjahren, da die effektiven Therapien nicht eingesetzt werden“, kritisierte Prof. Dr. Jürgen Wolf, Köln.   

Alectinib signifikant überlegen

In der ALEX-Studie war der ALK-TKI der zweiten Generation Alectinib (Alecensa®) dem Erstgenerations-TKI Crizotinib mit einer PFS-Verlängerung (primärer Endpunkt) auf fast 3 Jahre signifikant überlegen (34,8 vs. 10,9 Monate; HR=0,43; p<0,0001) (1). „Damit legte die Phase-III-Studie den neuen, in Leitlinien festgeschriebenen Erstlinienstandard beim ALK-positiven NSCLC fest“, kommentierte Wolf. Zudem zeigt Alectinib eine hohe Aktivität bei den beim ALK-positiven NSCLC häufigen ZNS-Metastasen und führt zu einer starken Reduktion in der Inzidenz neuer Hirnmetastasen.
Mit Entrectinib wird derzeit ein innovatives Medikament beim ROS1-positiven NSCLC geprüft. Es handelt sich um einen Inhibitor der Tyrosinkinasedomänen der TRKA-, TRKB-, TRKC- und ROS-1-Rezeptoren. Die ersten Ergebnisse beim ROS-1-positiven NSCLC bezeichnete Wolf mit einer Ansprechrate von 79% im Gesamtkollektiv und 73,9% bei ZNS-metastasierten Patienten als „überragend“ (2). Auch sind die Remissionen langanhaltend: Responder sprachen über median 24,6 Monate an; das PFS liegt bei median 19 Monaten.

Katharina Arnheim

Quelle: Symposium „NTRK/ROS1 – kleiner Patientenpool, große Chancen“ im Rahmen des Deutschen Krebskongresses 2020, 20.02.2020, Berlin; Veranstalter: Roche

Literatur:

(1) Mok T et al.; ESMO 2019; Poster und Abstr. 1484PD.
(2) Braud FG et al.; Ann Oncol 2019; 30(suppl_5): v602-v660.


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