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Medizin
08. April 2021

NSCLC: MET-Inhibitor bei METex14-Skipping Mutation wirksam – Biomarker-Testung wichtig

Die VISION-Studie ist derzeit die größte klinische Studie zu NSCLC-Patienten mit MET Exon 14 Skipping Mutation (METex14-Skipping-Mutation). In der Phase-II-Studie hat der orale MET-Inhibitor Tepotininib ein dauerhaftes Ansprechen bei Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC mit METex14-Skipping-Mutation gezeigt, was in den USA zur Zulassung bei Therapie-naiven und vorbehandelten Patienten mit metastasiertem NSCLC geführt hat. Nun wurden aktualisierte Ergebnisse der Studie, auch bei Patienten mit Hirnmetastasen, vorgestellt (1).
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Bei etwa 3-4% aller nicht kleinzelligen Lungenkarzinome (NSCLC) liegt ein Exon 14 Skipping im Mesenchymal-epithelial Transition (MET)-Gen vor. Der Verlust des Exons 14 führt zu erhöhter MET-Stabilität und zur onkogenen Aktivierung des nachgeschalteten MET-Signalwegs. Tumoren mit dieser Treibermutation wachsen aggressiv, die Prognose der meist älteren Patienten ist schlecht. Zudem ist METex14-Skipping oft der einzige onkogene Treiber bei den betroffenen Patienten. Der Bedarf an zielgerichteten Therapien mit möglichst dauerhafter Anti-Tumor-Aktivität ist daher groß.

Die einarmige Multikohortenstudie VISION mit NSCLC-Patienten mit METex14-Skipping-Mutation (Kohorten A und C) oder MET-Amplifikation (Kohorte B) untersucht die einmal tägliche orale Gabe von Tepotinib bis zum Krankheitsprogress oder nicht akzeptabler Toxizität. In der beim ELCC vorgestellten Analyse hatten 18,4% der 255 Patienten der Kohorten A und C bei Studieneinschluss Hirnmetastasen. Erlaubt waren Patienten mit unbehandelten, asymptomatischen Hirnmetastasen sowie Patienten unter symptomatischer Therapie.

Die Wirksamkeit von Tepotinib wurde nur in Kohorte A ausgewertet. Die Gesamtansprechrate (ORR) betrug 44,7% und unterschied sich nicht zwischen vorbehandelten und unvorbehandelten Patienten. Das mediane progressionsfreie Überleben lag bei 8,9 Monaten. Das Ansprechen war dauerhaft, die median Dauer des Ansprechens betrug 10,5 Monate bei Therapie-naiven und 11,1 Monate bei vorbehandelten Patienten. Patienten mit Hirnmetastasen profitierten ebenso deutlich von Tepotinib. Hier lag die ORR bei 47,8%, die mediane Ansprechdauer bei 9,5 Monaten. Die häufigste Nebenwirkung waren periphere Ödeme (54%, 7% Grad 3). 11% der 255 Patienten brachen die Therapie aufgrund von Nebenwirkungen ab.

Neben den heute obligatorischen Biomarkertestungen sollten Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC auch auf weitere Biomarker, u.a. auf HER2-Amplifikationen und MET-Alterationen getestet werden, betonte Prof. Fabrice Barlesi, Villejuif, Frankreich, im Rahmen einer Educational Session beim ELCC. Erfolgen sollte die NGS-Testung frontline vor Beginn einer Therapie.

Mascha Pömmerl

Quelle: Educational Session „Hitting the Target in 2021“, 26. März 2021 im Rahmen des European Lung Cancer Virtual Congress 2021; Veranstalter: Merck

Literatur:

(1) Scherz A et al. ePoster 157P beim European Lung Cancer Virtual Congress 2021


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