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Medizin

08. März 2019 NSCLC: Kombinationstherapie aus Atezolizumab und Bevacizumab als Erstlinientherapie zugelassen

Die Europäische Kommission hat Atezolizumab in Kombination mit Bevacizumab und Chemotherapie zur Erstlinientherapie von Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) mit nicht-plattenepithelialer Histologie zugelassen (1). Grundlage für die aktuelle Zulassung sind die Daten der Phase-III-Studie IMpower150. In der Studie verlängerte sich unter der Therapie mit Atezolizumab, Bevacizumab und Chemotherapie das mediane Gesamtüberleben (mOS) um 4,5 Monate gegenüber der Vergleichstherapie mit Avastin und Chemotherapie (2). Bemerkenswert ist: Insbesondere Patienten mit Lebermetastasen und Patienten mit EGFR-Mutation, letztere nach Versagen entsprechender zielgerichteter Therapien, profitieren von der Behandlung.
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Die EU-Zulassung von Atezolizumab (Tecentriq®), Bevacizumab (Avastin®) und Chemotherapie (Carboplatin und Paclitaxel) erweitert das Behandlungsspektrum des NSCLC in der Erstlinientherapie. Die Studienergebnisse der Phase-III-Studie IMpower150 zeigen für die Wildtyp-intention-to-treat(WT-ITT)-Population: Unbehandelte NSCLC-Patienten leben median 4,5 Monate länger, wenn sie zusätzlich zu Bevacizumab und Chemotherapie Atezolizumab erhalten (mOS: 19,2 vs. 14,7 Monate; HR: 0,78; 95%-KI: 0,64 – 0,96; p=0,0164; medianes Follow-up 19,7 Monate) (2). Unter Hinzunahme von Atezolizumab sprachen mehr als die Hälfte der Patienten auf die Therapie an (56% vs. 41% im Kontrollarm) und zwar unabhängig vom PD-L1-Status. Sogar bei PD-L1-negativem Expressionsstatus betrug die Ansprechrate noch über 50% (3). Das beobachtete Sicherheitsprofil der Kombination war konsistent zu jenem der verwendeten Einzelsubstanzen (3,4).

Lebermetastasen oder EGFR-Mutation

Patienten mit schlechter Prognose und Patienten mit einem hohen Bedarf an neuen, wirksamen Therapieoptionen profitieren besonders. Lebermetastasen sind beim fortgeschrittenen NSCLC ein Marker für eine schlechte Prognose. Wie die Datenauswertung der IMpower150 zeigt, profitiert diese Patientensubgruppe besonders: Patienten mit Lebermetastasen (n=94) hatten einen mOS-Vorteil von 4,1 Monaten unter der Therapie mit Atezolizumab (13,2 vs. 9,1 Monate; 95%-KI: 0,33 – 0,88) (3). Dies entsprach einer Reduktion des Sterberisikos um 46% (3). In der IMpower150-Studie wurde prospektiv auf die Patientengruppe mit Lebermetastasen stratifiziert. Mit Atezolizumab konnte hier nun erstmals ein OS-Vorteil unter der Kombination mit einem Krebsimmuntherapeutikum gezeigt werden.

Überdies erlaubte das Studienprotokoll der IMpower150 den Einschluss von Patienten mit EGFR-Mutation nach TKI-Versagen. Für diese Patienten besteht nach Versagen entsprechender zielgerichteter Therapien ein hoher therapeutischer Bedarf an neuen, wirksamen Optionen. Das mOS in der Subgruppe der Patienten mit aktivierender EGFR-Mutation war nach Versagen entsprechender zielgerichteter Therapien (n=50) im medianen Follow-up von mindestens 20 Monaten sogar noch nicht erreicht (n. e. vs. 17,5 Monate; HR: 0,39; 95%-KI: 0,14 – 1,07) (5).

Atezolizumab ist bereits zur Monotherapie von vorbehandelten Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem NSCLC sowie Cisplatin-ungeeigneten Patienten mit einer PD-L1-Expression von ≥ 5% auf Immunzellen im Tumor oder Platin-vorbehandelten Patienten unabhängig vom PD-L1-Status beim lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Urothelkarzinom (mUC) zugelassen (1). Der Checkpoint-Inhibitor wird weiterhin im Rahmen eines umfassenden Studienprogramms in weiteren Indikationen und verschiedenen Therapiesituationen erforscht.

Quelle: Roche

Literatur:

(1) Fachinformation Tecentriq®, Stand: März 2019.
(2) Socinski MA et al., J Clin Oncol 2018; 36 (Suppl): Abstract 9002.
(3) Socinski MA et al., N Engl J Med 2018; 378 (24): 2288-301.
(4) Reck M et al., ESMO 2018; Poster #1386PD.
(5) Mok TSK et al., Annals of Oncology 2018; 29 (Suppl 9): 483-008.


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