Mittwoch, 4. August 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Zytiga
Zytiga
Medizin
Ergebnisse der ARROW-Studie zu Pralsetinib 17. Juni 2021
NSCLC%3A+Hohe+Ansprechraten+unter+selektivem+RET-Inhibitor+
©hywards - stock.adobe.com

NSCLC: Hohe Ansprechraten unter selektivem RET-Inhibitor

PatientInnen mit RET-Fusions-positivem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) erreichen unter Pralsetinib hohe Ansprechraten (ORR) bei langer Ansprechdauer (DoR) (1). Dies zeigen aktuelle, auf dem 2021 ASCO Annual Meeting vorgestellte Daten der Phase-I/II-Studie ARROW. Zudem überlebten die PatientInnen länger als 1 Jahr ohne Progression. PatientInnen, die Pralsetinib als First-Line-Therapie erhielten, profitierten besonders deutlich von der Therapie (1).
Anzeige:
Digital Gesamt 2021
Digital Gesamt 2021
 

Selektiver RET-Inhibitor Pralsetinib

Pralsetinib ist ein selektiver RET-Inhibitor (2), der sich in der späten klinischen Entwicklung befindet. In den USA ist Pralsetinib bereits seit 2020 durch die U.S. Food an Drug Administration (FDA) für die Behandlung von RET-Fusions-positivem NSCLC und Schilddrüsenkarzinom sowie RET-positivem medullärem Schilddrüsenkarzinom zugelassen (3).

Studienpopulation

Mit der Phase-I/II-Studie ARROW wird die Wirksamkeit und Sicherheit von Pralsetinib bei PatientInnen mit fortgeschrittenen oder metastasierten RET-Fusions-positiven oder RET-mutierten soliden Tumoren untersucht (4). Zum Cut-Off (6. November 2020) waren 216 PatientInnen mit RET-Fusions-positivem NSCLC eingeschlossen, von denen 148 Pralsetinib nach Vorbehandlung (davon 126 mit platinbasierter Chemotherapie) und 68 als First-Line-Behandlung erhielten (1).

Ansprechrate von fast 80%

Von den nicht vorbehandelten NSCLC-PatientInnen sprachen 79% (95%-KI: 68-88%) auf Pralsetinib an. Zum Cut-Off konnte ihre mediane Ansprechdauer noch nicht bestimmt werden (95%-KI: 9,0 Monate – n.e.). Sie überlebten median mehr als 1 Jahr progressionsfrei (mPFS: 13,0 Monate; 95%-KI: 9,1 Monate – n.e.) (1). „Diese First-Line-Daten zeigen, wie wichtig es ist, dass RET-Fusions-positive NSCLC-Patientinnen und -Patienten so früh wie möglich mit einem zielgerichteten Wirkstoff behandelt werden“, betonte Prof. Dr. med. Griesinger, Oldenburg.

Fast 2 Jahre Ansprechen

Die mediane ORR der mit einer platinbasierten Chemotherapie vorbehandelten PatientInnen betrug 62% (95%-KI: 53-70%). Sie sprachen median fast 2 Jahre (mDoR: 22,3 Monate; 95%-KI: 15,1 Monate – n.e.) auf Pralsetinib an und erreichten ein medianes PFS von fast 1,5 Jahren (mPFS: 16,5 Monate; 95%-KI: 10,5-24,1) (1).
Wie die nicht vorbehandelten PatientInnen sprachen auch die vorbehandelten nach median 1,8 Monaten auf den selektiven RET-Inhibitor an (1). „Die Studie schloss in der therapienaiven Gruppe auch Patientinnen und Patienten mit schlechtem Allgemeinzustand ein. Sowohl bei diesen als auch bei den vorbehandelten Patientinnen und Patienten besteht ein hoher Remissionsdruck“, erläuterte Prof. Griesinger. „Dass die Studienteilnehmer und -teilnehmerinnen in der Regel bereits nach weniger als 2 Monaten ansprechen, ist ein Vorteil von Pralsetinib.“

Gute Verträglichkeit

Eine vorherige Analyse weist zudem darauf hin, dass Pralsetinib auch im ZNS wirksam ist (5). Insgesamt erwies sich Pralsetinib als gut verträglich. Nebenwirkungen waren vorrangig vom Grad 1/2 und nur 6% aller PatientInnen in der ARROW-Studie brachen die Therapie ab (1).

Wirksamkeit bei anderen Tumoren wird untersucht

Zudem wird in der ARROW-Studie die tumoragnostische Wirksamkeit und Sicherheit von Pralsetinib bei verschiedenen RET-Fusions-positiven soliden Tumoren (u.a. Pankreaskarzinom) untersucht. Eine Analyse zeigt, dass auch diese PatientInnen auf Pralsetinib ansprechen (6).

Molekulargenetische Marker ermöglichen Chancen

Mittlerweile stehen für knapp zwei Drittel aller NSCLC-PatientInnen, bei denen ein molekulargenetischer Marker nachgewiesen werden kann, zielgerichtete Therapieoptionen zur Verfügung (7). So können spezifische Inhibitoren wie Alectinib (Alecensa®) oder Entrectinib (Rozlytrek®) die Prognose von PatientInnen mit ALK- bzw. ROS1- oder NTRK-Fusions-positivem NSCLC deutlich verbessern (8, 9). Daher empfiehlt die Onkopedia-Leitlinie, dass die Testung auf therapierelevante Alterationen bei „allen Patienten mit NSCLC im Stadium IV vor Beginn einer medikamentösen Erstlinientherapie erfolgen“ soll (10).
Entrectinib und Alectinib werden in der ebenfalls beim Amerikanischen Krebskongress vorgestellten Umbrella-Studie TAPISTRY in einem tumoragnostischen Setting bei PatientInnen mit fortgeschrittenen soliden Tumoren untersucht (11).

Quelle: Roche

Literatur:

(1) Curigliano G et al., J Clin Oncol 2021; 39 (suppl 15): Abstr 9089.
(2) Subbiah V et al., Cancer Discov 2018; 8(7): 836-849.
(3) Prescribing Information GAVRETOTM. Stand: 12/2020.
(4) https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT03037385 (aufgerufen im Juni 2021).
(5) Gainor JF. Poster 281, ASCO 2020, 29.05.-02.06.2020 (virtuell).
(6) Subbiah V et al., J Clin Oncol 2021; 39 (suppl 15): Abstr 3079.
(7) Hirsch FR et al., Lancet 2017; 389 (10066): 299–311.
(8) Fachinformation Alecensa®. Stand: 04/2020.
(9) Fachinformation Rozlytrek®. Stand: 10/2020.
(10) Griesinger F et al., Onkopedia-Leitlinie „Lungenkarzinom, nicht-kleinzellig (NSCLC)“. Stand: 10/2019.
(11) https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT04589845


Das könnte Sie auch interessieren

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"NSCLC: Hohe Ansprechraten unter selektivem RET-Inhibitor "

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EHA 2021
  • SCD: Häufigere und längere VOC-bedingte Krankenhausaufenthalte nach Vorgeschichte von VOC-Hospitalisierungen – Ergebnisse einer Beobachtungsstudie
  • Real-World-Daten des ERNEST-Registers untermauern Überlebensvorteil unter Ruxolitinib bei primärer und sekundärer Myelofibrose
  • I-WISh-Studie: Ärzte sehen TPO-RAs als beste Option, um anhaltende Remissionen bei ITP-Patienten zu erzielen
  • Phase-III-Studie REACH2 bei steroidrefraktärer akuter GvHD: Hohes Ansprechen auf Ruxolitinib auch nach Crossover
  • SCD: Neues digitales Schmerztagebuch zur tagesaktuellen Erfassung von VOCs wird in Beobachtungsstudie geprüft
  • Französische Real-World-Studie: Eltrombopag meist frühzeitig nach ITP-Diagnose im Rahmen eines Off-label-Use eingesetzt
  • Fortgeschrittene systemische Mastozytose: Französische Real-World-Studie bestätigt klinische Studiendaten zur Wirksamkeit von Midostaurin
  • CML-Management weitgehend leitliniengerecht, aber verbesserungsfähig – Ergebnisse einer Querschnittsbefragung bei britischen Hämatologen
  • Britische Real-World-Studie: Kardiovaskuläres Risikomanagement bei MPN-Patienten in der Primärversorgung nicht optimal
  • Myelofibrose: Früher Einsatz von Ruxolitinib unabhängig vom Ausmaß der Knochenmarkfibrose