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Medizin

12. Mai 2020 NSCLC: Hochsignifikante Verlängerung des OS unter Cemiplimab in Phase-III-Studie

In der Phase-III-Studie zu Cemiplimab zur Behandlung des lokal fortgeschrittenem oder metastasierten nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms (NSCLC) wurde der primäre Endpunkt des Gesamtüberlebens (OS) erreicht. In dieser Studie wurde Cemiplimab, ein PD-1-Inhibitor, bei Patienten mit NSCLC, bei denen in ≥ 50% der Tumorzellen der Marker PD-L1 nachweisbar war, als Erstlinientherapie mit einer Platin-basierten Chemotherapie-Doublette verglichen. Nachdem das unabhängige Datenüberwachungsgremium empfahl, die Studie frühzeitig zu beenden, wird sie dahingehend modifiziert, dass alle Studienteilnehmer Cemiplimab als Prüfpräparat erhalten können.
Auf Grundlage dieser Daten sollen im Verlauf von 2020 Zulassungsanträge in den USA und in der Europäischen Union eingereicht werden.
„Es hat sich als nicht einfach erwiesen, im Rahmen der Erstlinientherapie eines NSCLC mit einer Immuntherapie einen Überlebensvorteil nachzuweisen, doch die eine von der FDA zugelassene Anti-PD1-Monotherapie hat das Behandlungsparadigma verändert“, so George D. Yancopoulos, M.D., Ph.D., Regeneron. „Wir freuen uns über die Ergebnisse dieser Studie, die den Überlebensvorteil von Cemiplimab bei diesen Patienten nachweisen, und hoffen, dass Cemiplimab eine potenzielle Alternative für Ärzte und Patienten werden kann.“

Eine im Prüfplan festgelegte Zwischenanalyse durch das unabhängige Datenüberwachungsgremium hatte bei den mit der Cemiplimab-Monotherapie behandelten Patienten ein signifikant besseres OS gezeigt. Dabei fiel das Sterblichkeitsrisiko unter Cemiplimab um 32,4% (HR=0,676; KI: 0,525-0,870; p=0,002) niedriger aus als unter der Platin-haltigen Chemotherapie-Doublette, und das, obwohl ein Drittel der Patienten in den letzten 6 Monaten in die Studie eintrat und alle Patienten der Chemotherapie-Behandlungsgruppe im Fall einer Krankheitsprogression auf die Behandlung mit Cemiplimab wechseln durften. Es wurden keine neuen Sicherheitssignale für Cemiplimab identifiziert. Detaillierte Studiendaten sollen auf einem künftigen medizinischen Kongress präsentiert werden.

„Dies ist die größte klinische Studie zur Anwendung eines PD-1-Inhibitors als Monotherapie im Rahmen der Erstlinientherapie von Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom und hoher Expression von PD-L1. Die positiven Ergebnisse sind äußerst ermutigend und wir freuen uns auf die weitere Entwicklung dieser potenziellen neuen Behandlungsmöglichkeit für diese Patienten“, so John Reed, M.D., Ph.D., Sanofi. „Unser Dank gilt allen Prüfärzten und Patienten, die auf der ganzen Welt an der Studie teilgenommen haben.“

Über die Phase-III-Studie

Die multizentrische, randomisierte, unverblindete Phase-III-Studie verglich bei Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC vom Plattenepitheltyp oder einer anderen Histologie, bei denen ≥ 50%der Zellen für PD-L1 positiv waren, im Rahmen der Erstlinientherapie eine Cemiplimab-Monotherapie mit einer Platin-haltigen Chemotherapie-Doublette. An der Studie nahmen 712 Patienten (von denen 710 in der Zwischenanalyse berücksichtigt wurden) teil, die entweder ein lokal fortgeschrittenes NSCLC (Stadium IIIB/C) hatten und keine Kandidaten für eine chirurgische Resektion oder definitive Chemostrahlentherapie waren bzw. nach einer definitiven Chemostrahlentherapie eine Krankheitsprogression gezeigt hatten, oder die ein metastasiertes NSCLC (Stadium IV) hatten, das noch nicht behandelt worden war. Die Studie liefert den umfangreichsten Datensatz, der bislang aus einer Zulassungsstudie für diese Patientenpopulation verfügbar ist.
Die Patienten wurden im Verhältnis 1:1 randomisiert und einer Behandlung mit entweder 350 mg intravenösem Cemiplimab alle 2 Wochen über bis zu 108 Wochen oder mit 4-6 Zyklen einer vom Prüfarzt gewählten, zur Standardtherapie gehörenden Platin-haltigen Chemotherapie-Doublette (mit oder ohne Erhaltungschemotherapie mit Pemetrexed) zugeteilt. Die co-primären Endpunkte sind das OS und das progressionsfreie Überleben (PFS). Sekundäre Endpunkte umfassen Gesamtansprechrate, Ansprechdauer und Lebensqualität.
Die Studie sollte sowohl das bestehende als auch das neue Behandlungsparadigma widerspiegeln. Auf Grundlage der Einschlusskriterien konnten auch Patienten mit NSCLC teilnehmen, welche die folgenden Merkmale aufwiesen: kontrollierte Hepatitis-B-, Hepatitis-C- oder HIV-Infektion, vorbehandelte und stabile Hirnmetastasen und/oder lokal fortgeschrittene Erkrankung, die unter einer definitiven Chemostrahlentherapie fortgeschritten war. Patienten, bei denen die Erkrankung im Studienverlauf fortschritt, konnten ihre Behandlung wechseln: Patienten aus der Chemotherapie-Gruppe konnten in die Cemiplimab-Behandlungsgruppe wechseln und Patienten der Cemiplimab-Behandlungsgruppe konnten Cemiplimab in Kombination mit 4-6 Chemotherapie-Zyklen erhalten.
Darüber hinaus läuft derzeit eine weitere, separate Phase-III-Studie, in der Cemiplimab bei Patienten mit NSCLC unabhängig vom PD-L1-Expressionsstatus als Erstlinientherapie in Kombination mit einer Chemotherapie untersucht wird. Es wird erwartet, dass die Rekrutierung in diese Studie im Verlauf von 2020 abgeschlossen werden kann.

Quelle: Sanofi


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