Mittwoch, 4. August 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Lenvima
Lenvima
 
Medizin
19. Juli 2021
NSCLC%3A+Daten+zu+Kombinationstherapie+mit+Amivantamab+%2B+Lazertinib
©SciePro - stock.adobe.com

NSCLC: Daten zu Kombinationstherapie mit Amivantamab + Lazertinib

Im Rahmen des ASCO wurden am 4. Juni 2021 aktualisierte Ergebnisse der Phase-Ib-Studie CHRYSALIS zur Untersuchung der Sicherheit, Pharmakokinetik und vorläufigen Wirksamkeit von Amivantamab in Kombination mit Lazertinib, einem EGFR-Tyrosinkinase-Inhibitor der dritten Generation, vorgestellt (1). Amivantamab ist ein vollständig humaner bispezifischer Antikörper, der auf Tumore mit aktivierenden und resistenten EGFR-Mutationen sowie Epithelial-mesenchymale Transition (MET)-Mutationen und -Amplifikationen abzielt (2). In der aktuellen Auswertung zeigte sich bei Chemotherapie-naiven NSCLC-Patienten und Patientinnen mit einer EGFR-Exon 19-Deletion oder L858R-Substitution, deren Krankheit nach der Behandlung mit Osimertinib fortgeschritten war, eine mediane Dauer des Ansprechens (DOR) von 9,6 Monaten (95% Konfidenzintervall (KI): 5,3 - nicht erreicht) unter der Kombinationstherapie aus Amivantamab und Lazertinib (1). Die Studiendaten liefern auch Erkenntnisse über die Bedeutung von Biomarkern zur Identifizierung von Patienten und Patientinnen, die mit höherer Wahrscheinlichkeit auf Amivantamab und Lazertinib ansprechen (1).

Ergebnisse der Phase-Ib-Studie CHRYSALIS

In die offene, multizentrische Phase-Ib-Studie CHRYSALIS wurden insgesamt 460 Patienten und Patientinnen mit fortgeschrittenem NSCLC aufgenommen (3). Die Kombinationskohorte (Kohorte E, n=91) schloss Patienten und Patientinnen ein, die entweder eine EGFR-Exon 19-Deletion oder L858R-Substitution vorwiesen. Hiervon erhielten insgesamt 45 Patienten und Patientinnen, die nach Gabe von Osimertinib progredient waren, die Kombinationstherapie bestehend aus Amivantamab (1.050 mg bei <80 kg Körpergewicht oder 1.400 mg bei ≥80 kg Körpergewicht, i.v.) und Lazertinib (240 mg Tbl. per os) (1, 2). Von diesen Patienten und Patientinnen zeigten 36% (95% KI: 22-51) ein bestätigtes Ansprechen (komplettes Ansprechen (n=1), partielles Ansprechen (n=15)) (1). Die mediane DOR betrug 9,6 Monate (95% KI: 5,3- nicht erreicht) (1). Das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) lag bei 4,9 Monaten (95% KI: 3,7-9,5) und die klinische Nutzenrate (CBR) bei 64% (95% KI, 49-78) (1). Die häufigsten unerwünschten Ereignisse (UE) waren Grad 1-2 und umfassten infusionsbedingte Reaktionen (78%), Hautausschlag (51% akneiforme Dermatitis und 27% Hautausschlag) sowie Paronychie (49%) (1). Bei 16% der Patienten und Patientinnen traten UE vom Grad ≥3 auf. Therapieabbrüche wurden bei 4% und eine Dosisreduktion bei 18% der Teilnehmenden beobachtet (1).
 
 

Lesen Sie mehr zu diesem Thema:

Adenokarzinom der Lunge: Zweitlinientherapie mit Nintedanib + Docetaxel

Erschienen am 14.07.2021Auf der diesjährigen virtuellen Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) wurden erstmals Daten der deutschen prospektiven nicht-interventionellen Studie (NIS)...

Erschienen am 14.07.2021Auf der diesjährigen virtuellen Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) wurden...

©Alex / Fotolia.de
In der Studie wurden genetische Tests der zirkulierenden Tumor-DNA und eine Biopsie des Tumorgewebes durchgeführt, um den Resistenzmechanismus gegen Osimertinib zu identifizieren. 17 Patienten und Patientinnen wiesen eine EGFR- und/oder MET-basierte Resistenz auf (1). Bei diesen Patienten und Patientinnen betrug die Gesamtansprechrate 47%, die mediane DOR 10,4 Monate, die CBR 82% und das mediane PFS lag bei 6,7 Monaten (1). Von 28 Patienten und Patientinnen ohne identifizierte EGFR- oder MET-basierte Resistenz zeigten 29% ein bestätigtes Tumoransprechen (1). Von diesen 28 Patienten und Patientinnen wiesen 18 Teilnehmer einen unbekannten Mechanismus der Osimertinib-Resistenz sowie 10 Personen einen nicht-EGFR- und/oder MET-basierten Resistenzmechanismus auf (1). Bei 20 Patienten und Patientinnen, die über ausreichend Tumorgewebe verfügten, konnte eine immunhistochemische (IHC) Färbung für EGFR- und MET-Expression durchgeführt werden. 9 von 10 Patienten und Patientinnen, deren Tumore eine hohe EGFR- und MET-Expression aufwiesen, zeigten ein Tumoransprechen (1).

NSCLC: Behandlung mit EGFR-Exon-20-Insertionsmutation

Im Rahmen der ASCO Jahrestagung wurden weitere Studiendaten zur Behandlung von NSCLC-Patienten und Patientinnen mit EGFR-Exon-20-Insertionsmutation nach platinhaltiger Chemotherapie mit Amivantamab präsentiert. In einem indirekten Behandlungsvergleich wurde unter der Monotherapie mit Amivantamab ein um 10 Monate längeres Gesamtüberleben gegenüber Real World Therapien wie Immun-Checkpoint-Inhibitoren, Tyrosinkinase-Inhibitoren und Monotherapie-Chemotherapien auf Basis einer US-Datenbank beobachtet (Abstract #9052) (4). In einer Studie mit französischen Real-World-Daten fanden die Forscher heraus, dass die Prognose für NSCLC-Patienten mit EGFR-Exon-20-Insertionsmutationen schlechter war als für diejenigen mit den häufigen EGFR-Mutationen Exon 19-Deletionen und L858R-Substitutionen (Abstract #9062) (5).
 
 

Lesen Sie mehr zu diesem Thema:

Marker für Erfolg bei Lungenkrebs-Immuntherapie identifiziert?

Erschienen am 08.07.2021Lungenkrebs ist die Krebs-Art mit der höchsten Sterblichkeitsrate, insbesondere für Patienten mit onkogenen Mutationen im KRAS-Gen sind die Behandlungsmöglichkeiten äußerst limitiert....

Erschienen am 08.07.2021Lungenkrebs ist die Krebs-Art mit der höchsten Sterblichkeitsrate, insbesondere für Patienten mit...

©Sebastian Kaulitzki / Fotolia.de

Quelle: Janssen-Cilag

Literatur:

(1) Bauml, J. et al. ASCO 2021 Abstract #9006.
(2) Cho BC et al. ESMO 2020 Oral presentation #2172.
(3) ClinicalTrials.gov. Study of JNJ-61186372, a Human Bispecific EGFR and cMet Antibody, in Participants With Advanced Non-Small Cell Lung Cancer. https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT02609776. Letzter Zugriff: Mai 2021.
(4) Minchom, A. et al. ASCO 2021 Abstract #9052.
(5) Chouaid, C et al. ASCO 2021 Abstract #9062.


Anzeige:
Blenrep
Blenrep
Das könnte Sie auch interessieren

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"NSCLC: Daten zu Kombinationstherapie mit Amivantamab + Lazertinib"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EHA 2021
  • SCD: Häufigere und längere VOC-bedingte Krankenhausaufenthalte nach Vorgeschichte von VOC-Hospitalisierungen – Ergebnisse einer Beobachtungsstudie
  • Real-World-Daten des ERNEST-Registers untermauern Überlebensvorteil unter Ruxolitinib bei primärer und sekundärer Myelofibrose
  • I-WISh-Studie: Ärzte sehen TPO-RAs als beste Option, um anhaltende Remissionen bei ITP-Patienten zu erzielen
  • Phase-III-Studie REACH2 bei steroidrefraktärer akuter GvHD: Hohes Ansprechen auf Ruxolitinib auch nach Crossover
  • SCD: Neues digitales Schmerztagebuch zur tagesaktuellen Erfassung von VOCs wird in Beobachtungsstudie geprüft
  • Französische Real-World-Studie: Eltrombopag meist frühzeitig nach ITP-Diagnose im Rahmen eines Off-label-Use eingesetzt
  • Fortgeschrittene systemische Mastozytose: Französische Real-World-Studie bestätigt klinische Studiendaten zur Wirksamkeit von Midostaurin
  • CML-Management weitgehend leitliniengerecht, aber verbesserungsfähig – Ergebnisse einer Querschnittsbefragung bei britischen Hämatologen
  • Britische Real-World-Studie: Kardiovaskuläres Risikomanagement bei MPN-Patienten in der Primärversorgung nicht optimal
  • Myelofibrose: Früher Einsatz von Ruxolitinib unabhängig vom Ausmaß der Knochenmarkfibrose