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Medizin

26. Oktober 2020 NSCLC: Brigatinib in 1stline-Therapie bei ALK+ / Mobocertinib bei EGFR-Exon-20-Insertion

Eine Vielzahl bekannter Treibermutationen beim NSCLC ermöglicht als Target eine vielfältigere Therapie und kann die Prognose der Patienten entscheidend verbessern. Im Rahmen der virtuellen Jahrestagung der DGHO stellte Prof. Christian Grohé, Berlin, eine neue Therapieoption bei der prognostisch ungünstigen EGFR Exon-20-Insertion vor. Der Vortrag von Prof. Frank Griesinger, Oldenburg, beinhaltete die besondere Bedeutung der neuen Zweit- und Drittgenerations-ALK-Inhibitoren in der Erstlinientherapie des ALK+ NSCLC.
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Die häufigste zielgerichtet therapierbare Form des NSCLC ist die EGFR-Mutation. Sie kann in unterschiedlichen Exons des Gens auftreten. Eine therapeutische Herausforderung ist die EGFR-Exon-20-Insertion, deren Anteil an den EGFR-Mutationen etwa 6% ausmacht. Für diese Subgruppe gab es bislang wenig effektive Therapieoptionen, berichtete Grohé. Meist werden diese Patienten mit Platin-basierter Systemtherapie behandelt, in Einzelfällen mit Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKIs). Die Effektivität ist gering und auch eine Anti-PD-1/PDL-1-Therapie ist wenig wirksam.

Mobocertinib (TAK-788) ist ein speziell für NSCLC-Patienten mit EGFR Exon-20-Insertion entwickelter EGFR-TKI. In einer kürzlich veröffentlichten Phase-I/II-Studie (1) konnte mit Mobocertinib in einer Dosierung von 160 mg qd eine objektive Ansprechrate von 43% erzielt werden (n=12/28). Das progressionsfreie Überleben (PFS) lag bei 7,3 Monaten. In diese Auswertung waren auch Patienten mit Hirnmetastasen eingeschlossen worden. Grohé: Diese Ergebnisse lassen hoffen, dass Mobocertinib für Patienten mit EGFR-Exon-20-Insertion eine neue Therapieoption darstellt."

ALK ist ein validiertes Target für Patienten mit ALK+ NSCLC. "Früher war die Prognose der Patienten aus dieser Subgruppe sehr schlecht, heute ist das ALK+ NSCLC durch die zielgerichtete Therapie mit ALK-Inhibitoren zu einer Erkrankung mit einer beeindruckend guten Prognose geworden", sagte Griesinger. Derzeit sind 4 ALK-Inhibitoren – Crizotinib, Ceritinib, Alectinib und Brigatinib – für die Erstlinientherapie zugelassen. Vorteil der neuen ALK-Inhibitoren wie Alectinib und Brigatinib ist deren ZNS-Aktivität. In der zulassungsrelevanten ALTA-1L Studie (2, 3) zeigte Brigatinib eine deutliche Überlegenheit gegenüber Crizotinib (mPFS: 29,4 vs. 9,2 Monate; HR=0,43). Patienten mit Hirnmetastasen zu Studienbeginn profitierten früh von der Erstlinientherapie mit Brigatinib und erreichten im Vergleich zu Crizotinib eine 76%ige Reduktion des Risikos für Progression oder Tod (HR=0,24; p< 0,0001, INV-Assessed). Etwa 60% der progredienten Patienten mit ALK+ NSCLC weisen eine ZNS-Progression auf. In der Regel handelt es sich um multiple Metastasen, die eine Ganzhirnbestrahlung erforderlich machen. Um dies möglichst lange hinauszögern zu können, sollten deshalb ZNS-aktive Zweitgenerations-TKIs wie Alectinib und Brigatinib in der Erstlinie bevorzugt gegeben werden, sagte Griesinger.

Dr. Anita Schweiger

Quelle: Satellitensymposium "Treibermutiertes NSCLC: ALK Translokation und EGFR Exon-20-Insertion im Fokus", 9.10.2020, DHGO 2020; Veranstalter: Takeda

Literatur:

(1) Riely GJ et al. 2020 ESMO Congress; September 19-21, 2020; virtual. Abstract 1261M0
(2) Camidge DR, et al. J Clin Oncol 2020; DOI: 10.1200/JCO.20.00505
(3) Camidge DR, et al. N Engl J Med 2018; 379(21):2027–2039


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