Mittwoch, 3. März 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Xospata
 
Medizin

13. Juni 2017
Seite 1/4
NK1-Rezeptor-Antagonist Rolapitant erweitert therapeutisches Spektrum in der Antiemese – auch bei Carboplatin

Nationale und internationale Fachgesellschaften empfehlen in ihren aktuellen Antiemese-Leitlinien bei hoch emetogenen Chemotherapien und seit kurzem zusätzlich bei der noch als moderat emetogen klassifizierten Substanz Carboplatin vor der Chemotherapie ein antiemetisches Kombinationsregime aus 5-HT3-Rezeptor-Antagonist (5-HT3-RA), NK1-Rezeptor-Antagonist (NK1-RA) und Dexamethason. Mit Rolapitant wurde Ende April 2017 ein neuer hoch selektiver NK1-Rezeptor-Antagonist mit besonders langer Halbwertzeit zugelassen. Wie Experten bei einem Satellitensymposium von Tesaro Bio im Rahmen des 5. ASORS-Jahreskongresses in München berichteten, konnte Rolapitant seine antiemetogene Wirksamkeit in zwei Phase-III-Studien bei hoch emetogener (HEC) und einer Phase-III-Studie bei moderat emetogener Chemotherapie (MEC) unter Beweis stellen. In Kombination mit einem 5-HT3-RA und Dexamethason verbessert Rolapitant auch bei mit Carboplatin behandelten Patienten die antiemetische Prophylaxe gegenüber der Zweierkombination 5-HT3-RA plus Dexamethason.
Anzeige:
Blenrep
Prof. Petra Feyer, Berlin, gab zunächst einen Überblick über wichtige Neuerungen in den nationalen und internationalen Leitlinien zur Antiemese, bevor Dr. Franziska Jahn, Halle-Wittenberg, aktuelle Studiendaten und neue Medikamente zur Antiemese vorstellte.

Feyer berichtete, dass sich die antiemetische Prophylaxe für Patienten unter einer Chemotherapie in den vergangenen Jahrzehnten enorm verbessert hat. Ein Meilenstein war Ende der 1980-er Jahre die Einführung des ersten 5-HT3-RA, der dazu führte, dass sich die Ansprechrate über 5 Tage im Vergleich zu früheren Medikationen (Cannabinoid, Metoclopramid, Steroid) auf etwa 60% erhöhte. Eine weitere wesentliche Verbesserung in der antiemetischen Prophylaxe erbrachte die Neueinführung von NK1-RA rund zwei Jahrzehnte später. Die dritte in der Antiemese eingesetzte Substanzgruppe sind Kortikosteroide, deren antiemetische Wirkmechanismen jedoch nicht vollständig geklärt sind.

Kombinationstherapie hemmt multiple CINV-Pathomechanismen

Durch die antiemetische Kombinationstherapie unter Beteiligung eines NK1-RA können die wesentlichen Signalwege, die an der Chemotherapie-induzierten Übelkeit und Erbrechen (CINV) beteiligt sind, gehemmt werden, betonte Feyer. 5-HT3-RA wirken vornehmlich in der akuten Phase nach der Applikation der Chemotherapie. Gegen verzögert, also an den Tagen 2 bis 5 nach der Chemotherapie, auftretende Übelkeit und Erbrechen wirken vor allem die NK1-RA. Zudem seien bei der antiemetischen Prophylaxe die individuellen Risikofaktoren der Patienten zu berücksichtigen, so Feyer. So steige das CINV-Risiko bei jungem Alter, weiblichem Geschlecht und einer ängstlichen Persönlichkeit sowie Reisekrankheit oder Schwangerschaftserbrechen in der Vorgeschichte an. Während das akute Erbrechen bei den meisten Patienten heutzutage durch Umsetzung aktueller nationaler und internationaler Leitlinien weitgehend verhindert werden kann, liegt der Fokus nun eher auf der verzögerten Symptomatik und insbesondere auf der verzögerten Übelkeit, die bis zu fünf Tage nach der Chemotherapie auftreten kann.
 
Vorherige Seite

Das könnte Sie auch interessieren

Filmstar unterstützt Patienten mit seltener Blutkrankheit in Regensburg

Filmstar unterstützt Patienten mit seltener Blutkrankheit in Regensburg
© UKR / Marion Schweiger

Der mehrfach preisgekrönte Schauspieler Adnan Maral, bekannt aus „Türkisch für Anfänger“, setzt sich als Schirmherr der Interessengemeinschaft „Sichelzellanämie“ für Patienten mit einer in Deutschland seltenen Bluterkrankung ein. Am vergangen Samstag war er auf dem „Patiententreffen Sichelzellerkrankungen“ in Regensburg vor Ort. Veranstalter war die Abteilung für Pädiatrische Hämatologie, Onkologie und...

Mit individuell zugeschnittenen Behandlungen länger überleben

Mit individuell zugeschnittenen Behandlungen länger überleben
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Lange Zeit galt die Diagnose Lungenkrebs als sicheres Todesurteil. Dank neuer Diagnostik und personalisierter Behandlungsmethoden haben sich die Aussichten für Betroffene in den letzte fünf Jahren dramatisch verbessert, wie Experten auf dem Kongress der European Respiratory Society (ERS) in Mailand erklärten. Wichtig sei, stets einen Lungenfacharzt in die Behandlung mit einzubeziehen, betont die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP). Patienten...

Studie zu Online-Programm zur Stressreduktion ausgezeichnet

Studie zu Online-Programm zur Stressreduktion ausgezeichnet
© Andrey Popov / fotolia.com

Der Reinhold-Schwarz-Förderpreis für Psychoonkologie 2018 wurde an die Psychologin Astrid Grossert-Leugger, Basel, verliehen. Die Preisträgerin erhielt die mit 2.500 € dotierte Auszeichnung für ihre Arbeit zum Thema „Web-Based Stress Management for Newly Diagnosed Patients with Cancer (STREAM): A Randomized, Wait‐List Controlled Intervention Study“. Die Preisverleihung erfolgte auf der 17. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Psychoonkologie...

Dem hellen Hautkrebs keine Chance

Mit Einführung des gesetzlichen Hautkrebs-Screenings Mitte 2008 sind die Zahlen der diagnostizierten Fälle sprunghaft angestiegen: Pro Jahr wird hierzulande bei inzwischen rund 18.000 Menschen schwarzer und bei mehr als 140.000 Menschen heller Hautkrebs neu festgestellt. Nach einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft ist die Erkrankung "Hautkrebs"zwar für mehr als die Hälfte der Befragten ein besorgniserregendes Thema, doch...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"NK1-Rezeptor-Antagonist Rolapitant erweitert therapeutisches Spektrum in der Antiemese – auch bei Carboplatin"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.