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Medizin
21. November 2019

NIS VARGADO: Nintedanib + Docetaxel nach vorangegangener Immuncheckpoint-Inhibition beim NSCLC sinnvolle Option

Im Nachgang des ESMO-Kongresses (European Society for Medical Oncology) 2019 wurden in einem Presse-Webinar Therapieentscheidungen bei Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) besprochen. Besonders bedeutend die Frage: Was tun nach Progress? Dafür wurden Real-life-Daten aus der nicht-interventionellen Studie (NIS) VARGADO sowie aus der GioTAG-Studie herangezogen (1, 2). „Daten aus der Versorgungsrealität bieten uns eine Orientierungshilfe und helfen uns zu verstehen, welchen Stellenwert Therapiestrategien haben – gerade im Hinblick auf ein therapeutisches Gesamtkonzept beim NSCLC“, so Prof. Dr. Martin Reck, Grosshansdorf.
Kommt es unter einer Checkpoint-Blockade zum Progress, entsteht eine immunsuppressive Tumorumgebung. Eine antiangiogene Therapie hat das Potenzial, diesen Effekten entgegenzuwirken, so Reck. Eine neue Interimsanalyse (n=32) der prospektiven NIS VARGADO bei Patienten mit fortgeschrittenem Adenokarzinom der Lunge ohne therapierbare Mutation zeigte unter Nintedanib + Docetaxel eine objektive Ansprechrate (ORR) von 50% und eine Krankheitskontrollrate (DCR) von 79%. Das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) lag bei 7,1 Monaten (3). „Aktuell stellt sich bei Progress nach Erstlinienchemotherapie in Kombination mit Immuncheckpoint-Inhibition die Frage nach einem geeigneten Therapiekonzept für die Zweitlinie. Die Ergebnisse der NIS VARGADO geben Hinweise, dass Nintedanib + Docetaxel nach vorangegangener Immuncheckpoint-Inhibition eine sinnvolle Option sein kann – denn es wurden in der VARGADO-Studie Ansprechraten beobachtet, die wir so noch nie gesehen haben.“

Die NIS VARGADO sei derzeit die einzige Studie, die die Fragestellung zu dieser Therapiesequenz in der klinischen Routine prospektiv adressiert, sagte Reck. „Vargado hat positiv überrascht, dem Patienten wird außerhalb einer Studienrealität das beste therapeutische Konzept angeboten. Wenn der Tumor progredient wird, lässt sich mit dieser Kombination nochmals ein Wirkunsgsvorteil erspielen. Es gibt unzählige Studien zu Konzepten nach Versagen immunonkologischer Therapie, viele davon nicht überzeugend. Hier haben wir es zwar mit einer kleinen Fallzahl zu tun, aber VARGADO generiert die bisher einzigen verfügbaren Datensets und stößt daher berechtigterweise auf globales Interesse.“

„Jeder Patient ist anders – nicht nur im Hinblick auf Tumorbiologie und Allgemeinzustand, sondern auch in Bezug auf persönliche Lebensziele oder den Wunsch, möglichst lange ohne Chemotherapie behandelt zu werden. Mit einer zielgerichteten EGFR-TKI-Sequenz könnten wir diesen unterstützen“, sagte Prof. Dieter Ukena, Bremen. Aktuelle Daten aus der Real-life-Studie GioTag zeigten, dass mit der Sequenz Afatinib in der Erstlinie, gefolgt von Drittgenerations-EGFR-TKI Patienten mit aktivierender EGFR-Mutation und T790M-Resistenzmutation lange zielgerichtet behandelt werden konnten. Auf die Frage eines Chat-Teilnehmers, wie es denn um die Testung mittlerweile bestellt sei, antwortete er: „Die Testung in Bezug auf EFR-Mutationsanalysen ist immer noch verbesserungsfähig. Wichtig ist, dass die Patienten in Zentren behandelt werden, denn dort kann ein Next Generation sequencing für seltene Mutationen angeboten werden, schloss Ukena.

ab

Quelle: „Planen, umdenken und aus der Praxis lernen – interaktiver MediaDialog zur Therapie des NSCLC“, Webinar, 08.10.2019; Veranstalter: Boehringer Ingelheim

Literatur:

(1) Grohé C et al. Future Oncol. 2019;15:2699–2706. doi:10.2217/fon-2019-0262
(2) Hochmair M et al. Future Oncol. 2019; 15(25):2905-2914.
(3) Grohé C et al. Ann Oncol. 2019;30(suppl 5):v602-v660. doi:10.1093/annonc/mdz260.


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